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Angelurlaub: Angeln in Polen

Christoph beim Angeln
  ca. 11 Min.
  18.02.2022

Polen bietet Anglern neben dem Meereszugang an der Ostsee auch zahlreiche schöne Flüsse und Seen mit einer Vielfalt an Fischarten. Neben beliebten Süßwasserfischen wie Zander oder Hecht warten auf Angler auch begehrte Meeresfische wie Lachse oder Dorsche. Auf was ihr beim Angeln in Polen achten müsst, wo ihr einen Angelschein benötigt, welches die schönsten Angelreviere sind und wie ihr den gefangenen Fisch mit nach Deutschland nehmen könnt, erklären wir euch in diesem Artikel.

Polen

Voraussetzungen für das Angeln in Polen

Für viele polnische Gewässer gelten bestimmte Regeln und Beschränkungen. Diese sollten auf jeden Fall eingehalten werden. Wo genau ein Angelschein notwendig ist, gibt es hier nachzulesen.

Angeln ohne Angelschein

In Polen ist es anders als in Deutschland, denn hier benötigen Fischer keinen Fischerei- bzw. Angelschein. Das heißt, es ist auch keine Prüfung nötig, um angeln gehen zu dürfen. Das gilt zumindest für Touristen. Eine Angelkarte ist aber dennoch nötig.

Wo benötige ich einen Angelschein?

Ganz ohne Erlaubnis geht es aber mit dem Angeln in Polen nicht. Eine Gewässer- bzw. Angelkarte ist nötig, um legal angeln zu dürfen. Der Polnische Anglerverband kontrolliert den Großteil der heimischen Gewässer, daher ist es am besten, sich an den Anglerverband zu wenden, um die Angelkarte zu erhalten.

Da diese Karte aber immer nur für einen bestimmten Bezirk gilt, ist es gut, wenn man sich vorher festlegt, wo man genau angeln möchte. Dann kann man einfach zur entsprechenden Niederlassung des Verbandes gehen und dort die Angelkarte beantragen. Je nach Bezirk kostet die Karte zwischen fünf und 25 Euro.

Sie ist auch für die Gebiete der Ostsee erhältlich. Gehört das ausgesuchte Gewässer einem privaten Fischereibetrieb, dann können auch die ortsansässigen Touristeninformationen weiterhelfen.

Gewässertypen in Polen

Die hohe Wasserqualität der polnischen Seen zieht Süßwasserangler besonders an. Aber auch die kilometerlange Küste zur Ostsee ist ein Paradies für Meeresangler. Im Folgenden werden die Besonderheiten dieser Orte aufgeführt.

Meeresangeln

Da der Norden Polens an die Ostsee grenzt, lassen sich auch Meeresfische in Polen angeln. Die Küste um Kolberg ist dafür bekannt, hier lassen sich Dorsch, Meerforelle, Hornhecht und Plattfische angeln.

Hier kann man auch an einer organisierten Hochsee-Angeltour teilnehmen, die meist mehr als acht Stunden dauern. Die beste Zeit für die Hornhechte ist von Mai bis Juni, dann halten sie sich in der Bucht von Puck auf.

Angeln an Binnengewässern

Die polnischen Flüsse und Seen beherbergen viele Friedfische. Besonders beliebt bei Anglern ist die Masurische Seenplatte im Osten des Landes. Bei einem dortigen Angeltrip kann man verschiedene Karpfenarten fangen. Es gibt aber auch Brassen, Schleien, Karauschen, Felchen, Aale oder Rotfedern. Die Vielfalt der Fischarten ist also sehr groß.

Die polnischen Flüsse bieten aber genauso eine große Auswahl an Friedfischarten. Einige der beliebtesten sind Bobr, Nylsa, Dunajec, Drawa und Wda. In den Flüssen tummeln sich vor allem viele Barben, man kann sie in den Niederläufen der Flüsse Dunajec und San besonders gut fangen. Gut locken lassen sich die Fische mit Ködern wie Insektenlarven, Käse oder Erbsen.

Die schönsten Angelgewässer in Polen

Angeln an der Masurischen Seenplatte

Diese Seenplatte hat eine Fläche von 1700km² und ist damit die größte Seenlandschaft Polens. Zu den größten und bekanntesten Seen gehören der Mauersee und der Spiringsee. Man kann sich dort ein Angelhaus und dazu ein Kanu oder Kajak mieten und damit das gesamte Gebiet vom Wasser aus erkunden. Auch Wanderungen oder Radtouren sind in diesem Gebiet möglich.

Angeln an der Ostseeküste

Die Ostseeküste in Polen ist 524km lang und reicht von Swinemünde auf Usedom bis zur russischen Grenze kurz vor Kaliningrad. Auch hier gibt es viele Ferienhäuser, die man für einen Angelurlaub buchen kann. Die Küste ist mit weißen Sandstreifen, Strand mit Kieferwäldern, hohen Kliffen, Wanderdünen und Haffen sehr abwechslungsreich. Von der Mole in Swinemünde lässt sich sehr gut angeln. In der Nähe von Wollin treffen sich Angler gern zum gemeinsamen Angeln im Hafen.

Angeln an den Fischereien im Süden

Hier finden versierte Angler die Flüsse Dunajec, San und Raba. Diese eignen sich wunderbar zum Fliegenfischen. Am Dunajec gibt es vor allem große Fische wie zum Beispiel Äschen, Bachforellen und den berühmten Huchen. Kapitale Huchen und Äschen kann man aber auch im San fangen. Die kleinere Raba lädt zur Erholung in der Natur ein. Hier tummeln sich vor allem Bach- und Regenbogenforellen.

Angeln im Angelcamp Kolberg

Kolberg hat den größten Angelhafen in ganz Polen. Auf den mehr als 30 Angelkuttern kann man sowohl Tagestouren als auch mehrtägige Bornholm-Touren buchen. Bornholm wird auch als die Sonneninsel des Nordens bezeichnet und ist eine echte Touristenattraktion. Dank der berühmten Dorschfanggebiete ist sie ein ideales Ziel für Sport- und Hobbyfischer.

Eisangeln in Kaschubien

Wer gerne im Winter angelt ist in Kaschubien genau richtig. Passionierte Angler, die sich von klirrender Kälte und dicker Eisschicht nicht abschrecken lassen, finden hier gute Gesellschaft. Die in Kaschubien ansässige Volksgruppe der Kaschuben ist für ihre Fischsuppe berühmt. Diese wird mit Ostseefisch, Lachs und einigen anderen Fischen gekocht.

Fischarten in Polen

Salzwasser

Meerforelle

Die Meerforelle gehört bei den Anglern zu den beliebtesten Fischarten. Sie ist sehr wehrhaft und ist selbst für geübte Angler eine echte Herausforderung. Auch in der Küche hat sie einen besonderen Platz, da ihr weißes Fleisch eine Delikatesse ist.

Dorsch

Auch unter dem Namen Kabeljau bekannt, ist dieser Fisch ein beliebter Fang bei Meeresangler. Der Dorsch hat zudem eine sehr große Bedeutung in der Küche und ist ein wichtiger Speisefisch.

Hornhecht

Den Hornhecht erkennt man schnell an seinem langen und schmalen Körper sowie seinem spitzen Maul. Der Fisch ist bei Spinnanglern besonders beliebt und ist zudem ein geschätzter Speisefisch.

Lachs

Der Lachs gehört zur Königsklasse beim Angeln und ist daher unglaublich beliebt. Vor allem Fliegenfischer sind von diesem Fisch angezogen. Er gehört zu den wichtigsten und auch beliebtesten Speisefischen und wird auf die verschiedensten Arten zubereitet.

Hering

Der Schwarmfisch eignet sich zwar auch für Anfänger, fordert aber auch geschickte Angler gerne heraus. Er gehört zu den Knochenfischen und ist ein besonders beliebter Speisefisch.

Süßwasser

Zander

Der Raubfisch macht es den Anglern nicht besonders leicht ihn zu fangen, da er nicht nur vorsichtig, sondern auch sehr schlau ist. In Polen ist er ein beliebter Zielfisch und kommt sehr häufig auf den Teller.

Hecht

Der Hecht ist ein Räuber, der seiner Beute auflauert. Er bevorzugt leicht verwachsene Gewässer ohne viel Strömung, da er sich dort gut verstecken kann. Der clevere Fisch ist ein Liebling bei den meisten Anglern und ist ein geschätzter Speisefisch.

Wels

In manchen Gegenden auch Waller genannt, hält er sich in tiefen Flüssen und Seen auf. Das Angeln auf Welse ist aufgrund seiner Größe nicht nur eine Herausforderung, sondern ein echtes Spektakel. Dazu kommt, dass er durch seinen milden Geschmack einen wichtigen Platz in der Küche hat.

Aal

Der scheue Fisch ist zudem sehr clever und macht es dem Angler oft nicht leicht, ihn zu fangen. Trotzdem gehört er zu den beliebtesten Zielfischen von Anglern und landet gerne auf dem Teller. In manchen Regionen ist das Angeln auf den Aal aber verboten, da es sich hier um eine bedrohte Fischart handelt.

Karpfen

Der Friedfisch ist als Speisefisch sehr beliebt und kommt in vielen Ländern besonders an Feiertagen gerne auf den Teller. Er liebt warme und stehende Gewässer und kapitale Exemplare sind bei Anglern gern gesehen.

Angeln vom Boot in Polen

Auf den Masurischen Seenplatten ist das Angeln vom Boot aus sehr beliebt. Besonders das Angeln von einem Hausboot aus gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Die Vermieter statten die Boote zudem mit Echoloten aus, was das Angeln an tieferen Stellen um einiges einfacher macht.

Zwischen dem 01.06. und dem 30.09. gilt zudem auf Binnengewässer für Boote eine Beschränkung des Nachtangelns. Es ist außerdem wichtig, die verwendeten Ruten nur unter Aufsicht zu benutzen, ansonsten kann es zu Strafen mit Bußgeldern kommen.

Das Meeresangeln vom Kutter aus ist sehr populär in Polen. Die Ostsee hält viele begehrte Fische bereit, die sich aber nicht nur an der Küste fangen lassen. Vor allem der Dorsch ist weiter draußen besser anzutreffen. Touren zum Boots- und Hochseeangeln bieten den Angeln ein tolles Erlebnis.

Angelausrüstung für Polen

Meeresangeln

Beim Meeresangeln in Polen variiert die Angelausrüstung oft stark. Beim Angeln auf Dorsch oder Lachs empfiehlt beispielsweise sich eine Pilkrute mit einem Wurfgewicht von 100 bis 150g. Die Rolle sollte hier dazu passen, eine Meeresrolle 5000-6000 eignet sich sehr gut. Sobald es zum Thema Schnur kommt, scheiden sich die Geister.

Zu der Meeresrolle passt meistens eine 0,15mm geflochtene Schnur. Vor allem in den Flachwasserbereichen kann man beim Köder auf einen 30 bis 60g Gummifisch setzen. Ansonsten eignet sich auch ein 50 bis 150g Pilker sehr gut.

Bei Heringen entgegen ist eine Spinnrute mir einem Wurfgewicht von 40 bis 100g Wurfgewicht besser geeignet. Eine 3000-4000 Meeresrolle lässt sich gut mit einer 0,12 geflochtenen Schnur kombinieren. Der Pilker oder eine Heringsbleie mit 20 bis 40g sind gute Köder. Am besten fängt man einen Hering aber mit einem Herings-Paternoster mit echter Fischhaut.

Angeln an Binnengewässern

Besonders beliebt ist das Spinnangeln an den polnischen Seen aber auch die Jiggen-Angeltechnik. Diese ist vor allem für Raubfische beliebt und so lassen sich Hecht, Zander und co. gut fangen. Die Rute sollte für diese Technik nicht weich und nicht zu kurz sein, daher auf keinen Fall unter 2,4 Meter. Für Uferjigger eignet sich eine 2,7 bis 3 Meter lange Rute am besten.

Bei der Hauptschnur eignet sich eine geflochtene 17-20er oder eine Dyneema-Schnur mit 0,10 bis 015 mm. Beim Vorfach trifft der Angler mit einem 20 bis 40 cm Stahlvorfach eine gute Wahl. Wer Gummifische als Köder benutzt sollte auf die Schwanzform achten. Twister und Gummifische mit einem Sichel- oder Hammerschwanz sind ein guter Geheimtipp.

Schonzeiten und Mindestmaße in Polen

Die Tabelle führt Mindestmaße und Schonzeiten für beliebte Zielfische in Polen auf. Diese Angaben können je nach Region variieren und sollte als allgemeiner Überblick gesehen werden. Vor dem Angelausflug sollten bei den zuständigen Stellen noch aktuelle Informationen eingeholt werden.

Es kann zu Strafen kommen, wenn Angler die Fische während der Schonzeit fangen. Zudem muss man darauf achten, dass die Fische das Mindestmaß erreicht haben. Ansonsten müssen die Fische ohne eine Verletzung wieder zurück ins Gewässer gesetzt werden.

Fischart Schonzeit Mindestmaß
Aal 15.06.-15.07. 45 cm
Brasse 25 cm
Bachforelle 01.09.-31.01. 30 cm
Regenbogenforelle 01.03.-31.05. 30 cm
Meerforelle* 01.10.-31.12. 40 cm
Seeforelle 01.09.-31.03. 50 cm
Äsche 01.03.-31.05. 30 cm
Hecht 01.01.-30.04. 40 cm
Zander 01.01.-31.05. 45 cm
Wels 01.01.-30.06. 60 cm
Huchen 01.03.-31.05. 70 cm
Barsch 15 cm
Barbe 01.05.-20.06. 35 cm
Karpfen 30 cm
Rotauge/Plötze 15 cm
Lachs* 15.09.-30.11. 35 cm

*Anmerkungen zur Meerforelle und zum Lachs:

In Polen ist das Angeln nach Lachs und Meerforelle sehr beliebt. Der Zugang zur Ostsee bietet viele Möglichkeiten. Es gelten für diese beiden Fischarten aber in bestimmten Regionen besondere Schonzeiten. Es ist vorteilhaft, sich hier im Vorhinein gut zu informieren.

Darüber hinaus gilt für bestimmte Fischarten eine maximale Fangmenge. Es darf daher nur eine limitierte Anzahl von Fischen am Tag gefangen werden, um der Überfischung bestimmter Arten vorzubeugen.

Ausfuhr von gefangenem Fisch nach Deutschland

Seit 2004 gehört auch Polen zur EU und unterliegt dem gleichen Recht Waren über die Grenze zu bringen wie andere Mitgliedstaaten. Waren und Güter für den privaten Gebrauch dürfen daher ohne Abgaben und Zoll von Polen nach Deutschland gebracht werden. Die Menge von ausgeführtem Fisch sollte den Bedarf einer Privatperson nicht überschreiten, da ansonsten Kontrollen anfallen können.

Dazu kommt, dass es in Polen Bestimmungen für Fischarten gibt, die vorschreiben, wie viel Fisch (in Kilogramm) gefangen werden darf. Angler müssen sich daher auch an diese Vorgaben halten, bevor sie den Fisch mitnehmen dürfen.

 

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