Skip to main content
Schleie© Maria / stock.adobe.com

Schleien angeln (Tinca tinca)

Die Schleie kennt man auch in Deutschland als wohlschmeckenden Speisefisch. Vielen schmeckt sie besser als der Karpfen, denn ihr Fleisch ist fettarm und schmeckt leicht nussig. Noch dazu besitzt sie kaum Gräten. Was es mit dem Grundfisch, der es schlammig liebt, auf sich hat und ob er schwer zu angeln ist, lässt sich im folgenden Artikel genau nachlesen.

Steckbrief zur Schleie

Die Schleie© Witold Krasowski / stock.adobe.com

Die Schleie

Körper

  • Körperform: schlank bis hochrückig
  • Maul: endständig, vorstülpbar
  • Bezahnung: Schlundzähne
  • Schuppen: klein, oval
  • Besonderheiten:
    • Grün-bläuliches Schuppenkleid
    • Sehr schleimig
  • Rückenflosse: klein
  • Spitzname: Schuster
  • Schwanzflosse: groß
  • Mittlere Länge: 30-35 cm
  • Maximale Länge: ca. 70 cm
  • Gewicht: bis 6 kg

 

Lebensweise

  • Lebensweise: Friedfisch, gründelt am Gewässergrund
  • Lebensraum: Flüsse, Seen und Kanäle in flachen Uferbereichen

 

Fortpflanzung

  • Laichzeit: Frühjahr – Sommer (Mai – September)
  • Laichablage: flache strömungsarme Uferbereiche mit viel Bewuchs

Wissenswertes zur Schleie

Der Name Schleie kommt wohl von der schleimigen Oberfläche dieser Fischart. Andere Bezeichnungen sind „Schlüpfling“ oder „Schuster“. Sie ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenartigen und lebt gerne im schlammigen Grund von Seen.

Doch sie schmeckt nicht nur lecker, sondern ist auch bei Anglern sehr beliebt. Besonders beim Posenangeln kann es spannend werden. Der genügsame Fisch soll sich zudem auch ganz wunderbar als Aquarien- oder Gartenteichfisch eignen.

Lebensraum

Die Schleie kommt aus Europa, Kleinasien und Westsibirien. Heute ist sie fast in ganz Europa zu finden, außer in Griechenland, Schottland, Nordskandinavien, den Mittelmeerinseln und im gemäßigten Teil Asiens. Diese Fische leben in sauerstoffarmen Seen, welche sich durch üppigen Pflanzenbewuchs und schlammigen Boden auszeichnen.

Die Schleie ist vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie ist absolut unempfindlich gegen zu wenig Sauerstoff und saures Mooswasser. Diese Fischart kommt mit einem niedrigen Sauerstoffgehalt, hohen pH-Werten und sommerlich heißem und abgestandenem Wasser klar.

Gerade bei heißen Temperaturen kommt es in flachen und schlammigen Seen oft zu einem starken Sauerstoffmangel, doch die Schleie kommt damit klar, indem sie einfach in eine Kälte- oder Hitzestarre verfällt. Dieser Fisch ist wirklich anpassungsfähig und man findet ihn auch in einer Höhe von 1600 m, wenn das Gewässer geeignet ist.

In der Ostsee schwimmen sie sogar oft direkt bis ins Brackwasser. Den meisten Tag über verbringt die Schleie am Grund inmitten von dichten Pflanzenbeständen. Darum erhält sie auch die Bezeichnung Grundfisch. Erst in der Dämmerung wird dieser Fisch aktiv.

Bevorzugte Nahrung

Schleien fressen in erster Linie kleine, am Boden lebende Wirbellose wie zum Beispiel Insektenlarven, Schnecken, Muscheln oder Würmer. Zu ihrer Ernährung gehören aber auch Pflanzen, vor allem Algenaufwuchs.

Um an ihr Essen zu gelangen, wühlt die Schleie den Bodenschlamm auf und sucht dort nach Essbarem. Es gibt sogar Futtertiere, die nach der Schlei benannt sind, wie etwa die Schleischnecke.

Größe & Lebenserwartung

Die Schleie erreicht eine maximale Länge von ca. 70 cm, während ihre Durchschnittslänge bei 30 bis 35 cm liegt. Das höchste Gewicht einer Schleie, die jemals gefangen wurde, betrug 7,5 kg.

Alter (Jahre)Länge (cm)Gewicht (kg)
3250,25
4300,40
5350,75
6401,10
8451,60
10502,10
12552,60
14603,70
17655,00
20706,00

Fortpflanzung

Schleien haben zwischen April und August ihre Laichzeit. Wann genau sie sich fortpflanzen, hängt vom jeweiligen Gewässer bzw. der Wassertemperatur ab. Diese muss mindestens 18 bis 20 Grad betragen. In Schwärmen suchen die Fische nach Uferbereichen, die flach und durchsonnt sind und dichten Unterwasserpflanzenbewuchs aufweisen.

Die Weibchen legen dann etwa 200.000 – 400.000 klebrige Eier mit einer Größe von 1-1,4mm an Wasserpflanzen ab. Eine Eiablage in solcher Menge passiert nicht auf einmal, sondern immer portionsweise und kann bis zu zwei Monate dauern. Schon nach drei bis fünf Tagen schlüpfen die Larven und ernähren sich noch eine Zeitlang von den Dottersäcken.

Die jungen Fische kleben sich mit einem am Kopf platzierten Drüsenfeld an Pflanzen fest. So trainieren sie das freie Schwimmen und verhindern zugleich, dass sie in den Faulschlamm absinken. Die Jungfische können erst dann frei schwimmen und sich von Plankton ernähren, wenn ihre Kiemen vollständig ausgebildet sind. Die Schleie wächst nicht besonders schnell, denn nach drei Jahren ist sie erst 25 cm groß. Die Geschlechtsreife erreichen die Fische dann mit vier Jahren.

Kleine Schleie auf Made als Köder© alexmak / stock.adobe.com

Kleine Schleie auf Made als Köder

Merkmale

Den Körperbau der Schleie kann man als gedrungen und kräftig bezeichnen. Sie besitzt zudem einen auffallend hohen Schwanzstiel. Die Farbe des Rückens ist oft dunkelgrün oder -braun, während die Flanken einen helle Goldglanz aufweisen. Der Bauch der Fische ist gelblich und weiß. Ihre Mundspalte lässt sich als kurz, endständig und vorstülpbar beschreiben.

Die Augen sind rot und klein, ein Paar kurze Barteln ziert die Mundwinkel. Der Fisch verfügt über eine kaum eingebuchtete Schwanzflosse und generell über abgerundete Flossen. Männchen haben längere Bauchflossen, welche den After überragen. An der Seitenlinie hat die Schleie etwa 95 bis 100 Schuppen, welche klein sind und tief in der Oberhaut liegen.

Gründelnde Schleie am Gewässergrund© Rostislav / stock.adobe.com

Gründelnde Schleie am Gewässergrund

Verwandte Fischarten

Verwechselt wird die Schleie nicht wirklich. Sie sieht einem Karpfen leicht ähnlich, doch besitzt dieser im Unterschied zur Schleie eine lange Rückenflosse und zwei Paar Barteln. Dieser ist auch die einzige entfernt verwandte Art, denn die Gattung der Schleie ist monotypisch, das heißt, dass es keine anderen bekannten Unterarten gibt.

Ausrüstung zum Angeln auf Schleien

Beim Angeln nach Schleien eignet sich die Methode des Posenangelns am besten. Beim Haken eignen sich Posen mit den Größen 16 und 10. Hier kommt es aber auch auf den Köder an. Die 10 sollte man besser für Würmer verwenden.

Rute

Wer es mit Posenangeln versuchen möchte sollte eine klassische, englische Posenrute von 1 bis 1,5 lb Testkurve verwenden. Lb steht für Pfund und diese sind umgerechnet 0,4 bis 0,6 kg. Aber auch eine Matchrute mit einem Wurfgewicht von knapp 30 gr eignet sich hierfür sehr gut. Die Rute sollte nur nicht zu fein gewählt sein, da die Schleie mit ihrer starken Schwanzflosse einiges an Kraft aufbringen kann.

Köder

Die Schleie kann man mit verschiedenem Futter an die Angel bekommen. Besonders gerne fressen die Tiere aber die verschiedensten Maden und Larven. Bei den Würmen hat man die Wahl zwischen Mehlwürmern, Tauwürmern oder Rotwürmern. Aber auch vor Gemüse machen sie nicht halt, bewährt hat sich Gemüse- und Futtermais. Am besten man kombiniert den Mais mit einem Wurm oder einer Larve.

Schnur

Für die Schnur eignet sich eine monofile Schnur mit 0,18 bis 0,22 mm. Die Schnur ist durch das Nylon-Material sehr robust und im Wasser kaum zu sehen. Zusätzlich nehmen sie nicht so viel Flüssigkeit auf wie geflochtene Schnüre und können nicht verrotten oder faulen.

Rolle

Die Stationärrolle ist die passende Ergänzung zu dieser Art von Angeln. Die Spule steht dabei bei der Rute fest und wird beim Auswerfen abgerollt. Damit man die Schnur wieder aufwickeln kann, nimmt man einen eigenen Schnurfangbügel zur Hilfe. Mit der Stationärrolle kann man auch große Fische gut an Land ziehen.

Kescher

Schleien halten sich oft an schlammigen Plätzen auf. Ein Unterfangkescher ist hier eine gute Wahl, da er einen langen Teleskopstiel besitzt. Zusätzlich sollte der Kescher ein feinmaschiges Netz besitzen, um den Fisch zu schonen.

Schleie im Kescher© dima_pics / stock.adobe.com

Schleie im Kescher

Jahreszeiten zum Angeln auf Schleien

Die Schleie lässt sich zu verschiedenen Jahreszeiten gut fangen, doch im Frühjahr hat man die besten Chancen auf einen guten Fang.

Frühling

Ab März und April wird es bei der Schleie interessant. Wenn sich die Wassertemperatur langsam erwärmt und die Laichzeit beginnt, ist die Schleie sehr aktiv. Die Seerosen sind im Frühjahr noch nicht so groß, daher ist es um diese Zeit ideal nach Schleien zu angeln.

Sommer

Im Sommer ist die Schleie auch sehr aktiv. Die Seerosen und das Kraut sind dichter angewachsen und sie kann sich so gut verstecken. Dabei gilt es, den Fisch mit dem passenden Ködern aus ihrer sicheren Umgebung herauszulocken.

Herbst

Zu Herbstbeginn ist nochmal Hochsaison für die Schleien. Bevor sie in die Winterstarre verfallen, brauchen sie einiges an Futter. Dabei wagen sie sich auch aus ihrem sicheren Versteck hervor. Die Köder können dabei etwas kleiner gewählt werden als sonst.

Winter

Im Winter fängt man kaum eine Schleie. Da die Tiere in eine Winterstarre fallen und sich am Boden des Gewässers ein Schlammloch buddeln, findet man sie in der kalten Jahreszeit kaum.

Beisszeiten der Schleie

Wie bei den meisten Fischarten ist es auch bei der Schleie so, dass sie zu den Dämmerungszeiten am besten und am häufigsten beißen. Aber auch tagsüber hat man gute Chancen auf einen Fang.

Tagsüber

Im Hochsommer beginnen die Schleien ab ca. 4:00 Uhr morgens zu fressen. Die Zeit der Nahrungsaufnahme dauert knapp 3 Stunden, das bedeutet, dass man bis 7:00 Uhr gute Chancen auf ein schönes Exemplar hat.

Tagsüber kann es oft dazu kommen, dass Karpfen und andere Fische in das Revier der Schleien kommen. Es ist daher nicht immer so einfach, nur nach Schleien zu angeln.

Nachts

Die letzten drei Stunden des Tages, sowie kurz nach der Dämmerung, werden die scheuen Fische nochmal aktiv. Wer also des nachts Schleien angeln möchte, sollte sich für das Posenangeln eine Knicklichtausrüstung mitnehmen. So behält man auch im Dunklen den Überblick.

Schleie auf Boilie als Köder© Bertrand photos / stock.adobe.com

Schleie auf Boilie als Köder

Schonzeiten und Mindestmaße der Schleie

In der unteren Tabelle werden die einzelnen Schonzeiten und Mindestmaße für die Schleie aufgeführt. Jedes Bundesland hat hier seine eigenen Bestimmungen. Mindestmaß bedeutet, dass ein Fisch zumindest diese Größe haben muss, damit er gefangen werden kann. Schonzeit heißt, dass in dieser Zeit keine Fische geangelt werden dürfen.

BundeslandSchonzeitenMindestmaß
Baden-Württemberg15.05.-30.06.25 cm
Bayern-26 cm
Brandenburg-25 cm
Berlin-25 cm
Bremen--
Hamburg-25-45 cm
Hessen01.05.-30.06.25 cm
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengew.)-25 cm
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengew.)-25 cm
Niedersachsen (Binnengew.)--
Niedersachsen (Küstengew.)--
Nordrhein-Westfalen-25 cm
Rheinland-Pfalz-25 cm
Saarland-25 cm
Sachsen-25 cm
Sachsen-Anhalt-25 cm
Schleswig-Holstein (Binnengew.)-25 cm
Schleswig-Holstein (Küstengew.)-25 cm
Thüringen-25 cm

Gewässertypen beim Angeln auf Schleien

Besonders in stehenden Gewässern aber auch Fließgewässern kann man die Schleie antreffen. Diese Fischart kann auch in sauerstoffarmem Wasser gut überleben. Viel Kraut und Seerosen sind ein gutes Indiz dafür, dass sich in einem Gewässer Schleien aufhalten können.

Fluss

Schleien halten sich auch oft in langsam fließenden Gewässern wie in einem Fluss auf. Sollte der Fluss später noch in einen See oder einen Teich münden, dann ist das auch ein gutes Zeichen für Schleien.

Kanal

In Kanälen sind die Fische nicht allzu häufig gesehen, jedoch stehen die Chancen trotzdem nicht schlecht. Füttert man die Fische ein paar Tage vor dem Angeln an, dann kann ein guter Fang gelingen. Besonders gerne halten Sie sich bei Kanalverengungen, Brücken und Spundwänden auf. Eine Kanalbucht kann auch ein guter Ort fürs Angeln sein.

See

Besonders häufig trifft man die Schleie in Seen und stillen Gewässern an. Ein gutes Zeichen für Schleiengewässer sind viele Seerosen, Schilf, krautiger Boden und jede Menge Versteckmöglichkeiten.

Auch ein See mit schlammigem Boden kann für die Schleie ein gutes Umfeld sein. Man kann also sagen, je grüner das Gewässer, desto besser für die Schleie. Kleine Bläschen auf der Wasseroberfläche sind ein gutes Zeichen für einen natürlichen Schleienbestand.

 

Fandest du den Artikel hilfreich?

0 / 5 Gesamt: 5

Your page rank:


Bisher noch keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.