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Der Aal (Anguilla anguilla)© Rostislav / stock.adobe.com

Aal angeln (Anguilla anguilla)

Der Aal ist ein Raubfisch mit schlangenförmigen Körper. Er jagt vor allem kleine Fische, Insekten und Larven. Zum Laichen wandert er in die weit entfernte Sargassosee in der Nähe der Bahamas. Von dort wandern sie zurück nach Europa, Kleinasien und Nordafrika, wo er als beliebter Ziel- und Speisefisch von Angler gilt. Leider ist dieser Fisch eine vom Aussterben bedrohte Art. Seit den 70er Jahren ging der Bestand in Europa um 98 % zurück. Im Jahr 2009 wurde der Aal aufgrund dessen zum “Fisch des Jahres” gewählt. Alles Wissenswerte über Aale und wie diese am besten zu angeln sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Steckbrief des Aals

Der Aal© Picture Partners / stock.adobe.com

Der Aal

Körper

  • Körperform: schlangenförmig
  • Maul: oberständig
  • Bezahnung: Bürstenzähne
  • Schuppen: klein, oval
  • Besonderheiten:
    • sehr guter Geruchssinn, gerade bei Ködern mit Aroma
    • Aalblut ist giftig, verursacht Reizungen und Entzündungen
  • Rückenflosse: stehen getrennt, die erste beginnt über Bauchflossenansatz
  • Spitzname: keiner
  • Schwanzflosse: groß
  • Mittlere Länge: 40 – 60 cm
  • Maximale Länge: 150 cm
  • Gewicht: bis 8 kg

 

Lebensweise

  • Lebensweise: Raubfisch, meist am Gewässergrund
  • Lebensraum: tiefe Flüsse, Seen, Altwasser mit festem Grund (Steine)

 

Fortpflanzung

  • Laichzeit: Frühjahr (März – Mai)
  • Laichablage: frei schwebend im Wasser
  • Besonderheiten: Zieht zum Laichen in die Sargassosee

Wissenswertes zum Aal

Lebensraum

Der Aal wird im Lateinischen auch als Anguilla bezeichnet, was übersetzt „Schlange“ bedeutet. Meist wird die Bezeichnung Süßwasseraale verwendet, doch Aale sind katadrome Wanderfische, welche auch durch Salzwasser wandern. Zum größten Teil leben sie aber im Süßwasser wie in Flüssen, Seen und Tümpeln. Ins Meer wandern sie ausschließlich zu ihrer Laichzeit. Aale gelten als nachtaktiv und zeigen sich besonders häufig zur Dämmerung.

Nahrung

Aale besitzen einen besonders guten Geruchssinn und gelten als sehr gute Jäger. Zu ihrem Beuteschema zählen Würmer, andere Fische, Insekten und andere kleine Lebewesen. Natürlich ist das Jagdverhalten bei jeder Aalart das Gleiche. Der Breitkopfaal hat, wie der Name schon sagt ein breites Maul, womit es ihm gelingt große Beute aufzunehmen. Er frisst daher zum großen Teil Fische.

Der Spitzkopfaal hingegen hat sich eher auf kleine Nahrung wie Krebse spezialisiert. Aale gelten nicht als Aasfresser, wobei der Fisch totes Fleisch schon frisst, aber nur, wenn dieses ganz frisch ist. Zur Nahrung beider Aalformen gehören, neben den erwähnten Tieren, auch Schnecken und Larven.

Aal gefangen auf Wurm als Köder© photostudioYAMASA / stock.adobe.com

Aal gefangen auf Wurm als Köder

Größe & Lebenserwartung

Was die Größe betrifft, gibt es beim Aal einen großen Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern. Während ein männliches Exemplar nur bis zu 60 cm groß wird, schaffen es die weiblichen Tiere auf bis zu 150 cm. Der Aal kann bis zu 6 kg schwer werden.

Auch die Lebenserwartung dieses Fisches kann sich sehen lassen: In freier Wildbahn kann ein Aal bis zu 50 Jahre alt werden. In Gefangenschaft erreichen die Tiere oft ein hohes Alter von 80 bis 100 Jahren.

Die folgende Tabelle bietet eine gute Übersicht über die Maße und das Alter des Aals.

Alter (Jahre)Länge (cm)Gewicht (kg)
5300,05
6350,08
7400,12
8450,18
9500,24
10550,35
12600,43
16650,53
19700,63
22750,85
26801,00
30851,20
35901,45
40951,70
461001,90
491052,20
521102,50
561152,90
601203,30
651253,70
701304,20

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen die Weibchen mit 12 bis 15 Jahren und die Männchen mit sechs bis neun Jahren. Wie schon erwähnt, wandern Aale zum Laichen ins Meer ab. Die Fische werden in der Sargassosee geboren, was in der Nähe der Bahamas liegt.

Der Golfstrom trägt die Larven dann in den nördlichen Atlantik. Von dort aus gelangen sie zu den europäischen Küsten und dann weiter flussaufwärts in die Binnengewässer des Landesinneren. Wenn die Laichzeit kommt, wandern die Aale aus den europäischen Gewässern über das Meer bis zurück in die Sargassosee.

Diese Reisestrecke ist ungefähr 5.000 km lang. Während dieser Reise verändern Aale sogar ihre Körperfärbung, um sich besser an das Meer anzupassen.

Glasaale: Junge Aale nach der Geburt© jGodsey / stock.adobe.com

Glasaale: Junge Aale nach der Geburt

Merkmale

Das wichtigste Merkmal des Aals ist natürlich seine schlangenartige Körperform. Sehr interessant ist auch die Verfärbung im Laufe des Lebens. Junge Glasaale sind farblos und durchsichtig und entwickeln sich dann zum Gelbaal weiter, dessen Rücken gräulich-bräunlich und dessen Bauch gelblich ist.

Erreichen sie dann die Geschlechtsreife, wird der Rücken fast schwarz und die Bauchseite bekommt eine silbrig-weiße Färbung. In diesem Stadium heißt er auch Blankaal. Der Aal verfügt über sehr kleine Schuppen, welche tief in seine Haut eingebettet sind. Eine dicke Schleimschicht umgibt die Haut. Zudem besitzt er einen einheitlichen Flossensaum, welcher sich aus Rückenflosse, Schwanzflosse und Afterflosse zusammenzieht.

Aufgrund seines leicht hervorstehenden Unterkiefers hat der Aal ein oberständiges Maul. Bürstenartige Zähne sitzen in beiden Kiefern. Eine weitere Besonderheit des Aals ist sein hervorragender Geruchssinn. Er besitzt röhrenförmige Nasenlöcher und damit gelingt es ihm, eine Geruchsspur nachzuverfolgen.

Verwandte Fischarten des Aals

Der europäische Aal ist mit dem amerikanischen Aal verwandt und lassen sich nur schwer unterscheiden. Der Aal gehört zur Gruppe der Aalartigen (Anguilliformes). Diese weiteren Arten sind mit dem Aal verwandt:

  • Wurmaale (Moringuidae)
  • Sägezahn-Schnepfenaalen (Serrivomeridae)
  • Pelikanaalartigen (Saccopharyngoidei)
  • Schnepfenaalen (Nemichthyidae)

Ausrüstung zum Aal angeln

Rute

Um einen Aal zu fangen, eignet sich am besten eine Grundrute mit der Größe von 3,20 bis 3,60 m und 30 – 80 gr.

Köder

Als Köder für Aal eignen sich gut der Tauwurm, ein Köderfisch oder ein Fischfetzen.

Schnur

Bei der Schnur setzt man am besten eine monofile, also eine einfasrige, Schnur aus Polyamid (Nylon) ein. Diese sollte einen Durchmesser von 0,30 bis 0,35 mm haben.

Rolle

Zum Fangen des Aals eignet sich am besten eine Stationärrolle. Im Gegensatz zur Multirolle ist diese Art feststehend. Beim Einholen wickelt man die Schnur mithilfe eines Schnurfangbügels wieder zurück auf die Rolle.

Kescher

Wer Aale mithilfe eines Keschers fangen möchte, muss unbedingt darauf achten, dass das Modell sehr engmaschig ist. Denn egal wie groß der Aal ist, er kann schnell durch kleine Öffnungen schlüpfen. Der Kescher sollte außerdem eine Gummierung besitzen, weil es so viel einfacher ist, ihn vom Schleim zu befreien.

Bei Brücken oder steilen Ufern kann man auch zu einem Spundwandkescher greifen. Dieser ist zusätzlich mit einer Schnur ausgestattet, was das Landen von Fischen einfacher macht.

Aal im Kescher© Andrea Izzotti / adobe.stock.com

Aal im Kescher

Töten und Ausnehmen eines Aals

Beim Töten eines Aales ist es wichtig, diesen nicht nur sporadisch zu Betäuben, sondern korrekt nach Tierschutz-Schlachtverordnung (TierSchIV) zu töten. Dafür wird in der Regel der Genickstich verwendet, da dieser sehr zuverlässig ist.

Dabei wird dem Aal beispielsweise mit einem Messer oder einem speziellen Aaltöter das Genick durchtrennt. Zudem sollte das Herz sowie die Eingeweide möglichst schnell entnommen werden, um ein Leiden des Tieres zu vermeiden. Da Aale sehr schleimig sind, ist es mit bloßen Händen oft schwer, den Aal festhalten und gleichzeitig zu töten. Daher empfiehlt sich ein Aaltöter in doppelter Funktion, da er sowohl zur Fixierung als auch Tötung des Aals dient.

Des Weiteren gilt es zu beachten, dass das Aalblut giftig ist und in den Schleimhäuten wie zb. in offenen Wunden oder den Augen schwere Reizungen und Entzündungen verursachen kann. Daher sollten die Hände anschließend möglichst gut gewaschen werden.

Aal richtig ausnehmen© Studio Porto Sabbia / stock.adobe.com

Aal richtig ausnehmen

Jahreszeiten zum Aal angeln

Aale lassen sich im Grunde über das ganze Jahr fangen. Es gibt aber auch bestimmte Zeiten, wo man am meisten Fische fängt. Die warmen Jahreszeiten bieten sich hier sehr gut an.

Frühling

März, April, Mai:

Zu Beginn des Frühlings sind die Bisse noch etwas seltener, aber in flachen, stehenden Gewässern kann man Erfolg haben. Im April halten sich die Aale bevorzugt in flachen Gräben oder langsam fließenden Gewässern auf. Der Tauwurm ist zu dieser Zeit der perfekte Köder. Auch im Mai können dieselben Angelplätze und Köder verwendet werden.

Sommer

Juni, Juli, August:

Im Juni ist die beste Fangzeit für Aale. Wenn das Hochwasser langsam steigt, finden sich die Fische in hohen Stückzahlen. Der Angler sollte dabei Tauwürmer oder Fischfetzen verwenden. Im Juli ist es am besten nachts zu fangen und nach dem Ende eines Gewitters. In einem großen See lässt sich auch zur Mittagszeit ein guter Fang erzielen. Warme Sommernächte im August sorgt für eine hohe Bissquote der Aale.

Herbst

September, Oktober, November:

Im September und Oktober findet man die Aale eher in ruhigen Flussarmen. Sie folgen kleineren Fischen, die sie in der kälteren Jahreszeit bevorzugt fressen. Köderfische und Fischfetzen eignen sich am besten zum Fang. Im November lässt sich am besten bei Einbruch der Dämmerung angeln. Die besten Chancen einen Aal zu fangen hat man in Altwassern und Kiesgruben zusammen mit einem Köderfisch.

Winter

Dezember, Januar, Februar:

In den Wintermonaten lassen sich keine Aale fangen, dafür hat der Angler sonst das ganze Jahr über Möglichkeit diesen Fisch an Land zu ziehen.

Beisszeiten von Aalen

Tagsüber

Der Tag ist nicht die typische Beisszeit von Aalen, die Chancen einen zu fangen stehen aber nicht gering. So kann man im Juli in der Mittagssonne auch ein sehr guter Fang machen. Es lassen sich aber eher einzelne Fische fangen.

Nachts

Die beste Zeit, in der Aale sehr viel beißen, ist in den ersten zwei bis drei Stunden nach der Dämmerung. Auch von drei Uhr morgens bis zur Morgendämmerung sind die Fische sehr aktiv.

Aalangeln in der Nacht© Piotr Wawrzyniuk / stock.adobe.com

Aalangeln in der Nacht

Schonzeiten und Mindestmaße von Aalen

Für Aale gibt es keine einheitlich geregelten Schonzeiten. Den Fisch kann man also ganzjährig fangen. Es gibt in Deutschland ein paar Bundesländer, die eine Schonzeit festgelegt haben. Daher sollte man sich vor dem Anglerausflug auf jeden Fall vor Ort nochmal genau informieren.

Das kleinste Mindestmaß für den Aal beträgt 35 cm. Unter dieser Größe darf man keinen Fisch fangen und muss ihn wieder zurück ins Wasser geben. Es ist jedoch empfehlenswert, derart kleine Aale nicht mitzunehmen und diese zum Wohle des Fischbestandes wieder ins Gewässer zu setzen.

BundeslandSchonzeitenMindestmaß
Baden-Württembergganzjährig50 cm
Bayernkeine50 cm
Brandenburgkeine50 cm
Berlinkeine50 cm
Bremenkeine45 cm
Hamburgkeine45 cm
Hessen01.10. bis 01.03.50 cm
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengew.)01.12. bis 28.02.50 cm
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengew.)01.12. bis 28.02.50 cm
Niedersachsen (Binnengew.)keine35 cm
Niedersachsen (Küstengew.)keine45 cm
Nordrhein-Westfalen01.10. bis 01.03. (nur im Rhein Hauptstrom, Nebengewässer ohne Schonzeit)50 cm
Rheinland-Pfalzkeine50 cm
Saarlandkeine50 cm
Sachsenkeine50 cm
Sachsen-Anhaltkeine50 cm
Schleswig-Holstein (Binnengew.)keine45 cm
Schleswig-Holstein (Küstengew.)keine45 cm
Thüringenkeine50 cm

Gewässertypen beim Aal angeln

Fluss

In Flüssen halten sich die Aale vor allem im April und Mai auf. Aber auch im Juni und Juli bevorzugen sie dieses Gewässer. Im September und Oktober findet man sie eher in kleineren Flussarmen, da sie dort auf die Jagd nach kleineren Fischen gehen.

Kanal

Die künstlichen Wasserstraßen weisen meist sehr gute Aalbestände auf. Vor allem, da sie mit vielen Jungaalen besetzt sind. Bei tieferen Stellen lassen sich auch tagsüber bei Sonnenschein eine gute Anzahl von Fischen fangen.

See

Den Aal gibt es auch in zahlreichen Seen. Meist gelangen die Fische über Zuflüsse in diese stehenden Gewässer. In einem See findet man sehr häufig auch große Fische. Man braucht nicht vor trüben, stehenden Gewässern zurückschrecken. Nach einem Gewitter mit Platzregen jagen die Fische gerne im ufernahen Gewässern.

 

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