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Hecht angeln

Kapitaler Hecht auf Gummifisch

Kapitaler Hecht auf Gummifisch (© vitaliy_melnik / stock.adobe.com)

Unter den Anglern gilt der Hecht als reizvolle Herausforderung. Der aggressive Raubfisch erreicht eine Körpergröße von bis zu 1,50 m und ein stattliches Gewicht von bis über 20 kg. Zudem ist er kampfstark und gibt im Gegensatz zu anderen Raubfischen wie dem Zander nicht so schnell auf. Ein Drill mit einem großen Exemplar kann daher schon einmal einige Minuten dauern.

Um einen Hecht zu überlisten, ist es nicht nur wichtig, den richtigen Köder zu kennen. Auch bei der Ausrüstung, den örtlichen Gegebenheiten sowie der richtigen Angelmethode gibt es einiges zu beachten. In diesem Artikel erfährst du daher, worauf es beim Hechtangeln ankommt. Wir geben dir einen Überblick über alle wichtigen Details. Detaillierte Informationen zu speziellen Themen findest du dann jeweils in den einzelnen Detail-Artikeln.

Steckbrief

Hecht Angeln

Der Hecht © FedBul – stock.adobe.com

Körper

  • Körperform: pfeilförmig
  • Maul: oberständig
  • Bezahnung: Hunds- oder Fangzähne sowie viele kleine weitere Zähne
  • Schuppen: klein, festsitzend, schleimig
  • Besonderheiten:
    • Färbung des Schuppenkleides sehr unterschiedlich je nach Wasserfärbung
    • Floßen haben orangene Säume
  • Rückenflosse: beginnt sehr weit hinten am Körper
  • Schwanzflosse: mittel groß
  • Mittlere Länge: 40 – 80 cm
  • Maximale Länge: 150 cm
  • Gewicht: bis 30 kg

 

Lebensweise

  • Lebensweise: Raubfisch, frisst vor allem andere Fische und Krebstiere
  • Lebensraum: tiefe Flüsse, Seen, mag Vegetation und Versteckmöglichkeiten

 

Fortpflanzung

  • Laichzeit: Frühjahr (März – Mai)
  • Laichplatz: Haftlaicher
  • Laichablage: Wurzelwerk, Steine, Pflanzen
  • Besonderheiten: Laicht wenn möglich jedes Jahr am gleichen Platz

Der Hecht bevorzugt spezielle Gebiete, in denen er die Beute jagt. Diese sind ebenso für Angler relevant. Denn der Raubfisch frisst zwar Fische und kleinere Krebse. Auf der anderen Seite verspeist er genauso gerne die eigenen Artgenossen. Durch die kannibalistische Ader avanciert der beliebte Speisefisch zu einem Einzelgänger. Für Angler spielt der natürliche Lebensraum vom Hecht deshalb eine wichtige Rolle. Wer das Jagdrevier des Fisches bestimmen kann, steigert die Erfolgsaussichten beim Angeln.

Der Hecht nutzt gerne die Deckung für seine Beutezüge. Andere Fische ahnen nicht sofort, dass sie ein potenzielles Opfer sind. Daher sind Hechte nahe Gewässerufern aufzuspüren. Seerosen, Schilfkanten, überhängende Äste oder Treibgut steigern die Wahrscheinlichkeit, den Raubfisch zu finden. Ruhige Wasserströmungen oder Anlegestellen für Boote gehören ebenfalls zum Lebensraum des Esox. Da er schnell und effizient agiert, ist er grundsätzlich überall zu finden, wo seine Beute ist. Sehr große Exemplare sind oftmals auch im Freiwasser zu finden.

Ausrüstung beim Angeln auf Hecht

Für den Erfolg ist die richtige Ausstattung elementar. Häufig geben Angler teures Geld für Angelruten und Zubehör aus. Aber was lohnt sich wirklich und worauf solltet ihr beim Kauf Wert legen? In diesem Abschnitt erfährst du, worauf du bei deiner Ausrüstung achten solltest und welche Merkmale wesentlich sind.

Rute

Ein ausgewachsener Hecht bringt ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Zudem sind auch kleine Hechte schon gute Kämpfer. Je nachdem wie geangelt wird, fällt die Wahl der Rute ganz unterschiedlich aus.

Eine normale Spinnrute für Spinner, Gummifisch oder Wobbler sollte so zwischen 2,40 & 2,80 m haben. Zudem sind zu weiche Ruten nicht so gut geeignet, um bei einem Biss den Anhieb durch das harte, knochige Hechtmaul gut zu setzen. Eine mittelharte Rute ist daher meist die beste Wahl.

Für das Vertikalangeln vom Boot benötigt ihr eine deutlich kürzere Rute, 1,80 – 2,00 m sind hier angemessen. Achtet auch hier darauf, keine zu weiche Rute zu verwenden.

Für das Angeln mit Swimbaits oder Jerkbaits benötigt ihr ebenfalls keine allzu lange Rute 2,00 – 2,40 m reichen hier für die allermeisten Anwendungszwecke völlig aus.

Achtet jedoch immer darauf, dass die Rute ein ausreichendes Wurfgewicht hat. Gerade Hechtköder sind häufig deutlich schwerer als Köder für Zander und Barsch, sodass der Blank entsprechend mehr aushalten muss.

Schnur

Die Angelschnur muss beim Hechtangeln tragfähig sein, um starke Fische nicht zu verlieren. Eine geflochtene Schnur ist hier eigentlich immer die beste Wahl. Der Anhieb kann so sauber gesetzt werden und es gibt keine Schnurdehnung. Zudem kann der Köder so besser geführt werden.

Vorfach

Durch die vielen kleinen sehr scharfen und spitzen Zähne, muss in Gewässern, in denen mit Hecht zu rechnen ist, immer ein Stahlvorfach verwendet werden. Dieses hält den scharfen Zähnen der Hechte mühelos stand, sodass euch auch kapitale Fische nicht im letzten Moment durch die Lappen gehen. Neben Stahl kann auch Titan verwendet werden, außerdem sind auch hechtsichere monofile Schnüre erhältlich.

Da Hechte jedoch aus meiner Erfahrung keinerlei Unterschiede machen und sich einen gut geführten Köder so oder so einverleiben, solltet ihr hier auf Nummer sicher gehen und auf Stahl setzen.

Scharfe Zähne eines Hechts in der Nahaufnahme

Scharfe Zähne eines Hechts in der Nahaufnahme (© Wolfilser / stock.adobe.com)

Rolle

Je nach Art des Angels kann entweder eine Stationärrolle oder eine Multirolle verwendet werden. Dies ist natürlich auch ein Stück weit davon abhängig, wie gut man mit einer Multirolle werfen kann. Anfänger fällt dies oftmals noch schwer.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass für das Vertikalangeln auf Hecht eine Multirolle immer die bessere Wahl ist. Auch beim Werfen mit großen Ködern kann die Multirolle punkten, da sich die nur nicht so sehr in die Finger schneidet und die Rolle den Köder im Flug von alleine ausbremst.

In den allermeisten Fällen ist eine 3000er Rolle hier gut geeignet, um sowohl vom Boot als auch von Land auf Hecht zu Angeln.

Kescher

Der Kescher braucht eine ausreichende Größe für den Hecht. Entsprechend muss er auch stabil sein, wenn es sich um ein größeres Exemplar handelt. Zudem sollte der Kescher nach Möglichkeit immer gummiert sein. Dies schützt zum einen den Hecht, als auch euch. Gerade wenn der Hecht versucht, sich beim keschern noch einmal zu befreien, kann das Netz schnell in die scharfen Zähne geraten. Dies hat zur Folge, dass der Fisch dann im Netz hängen bleibt. Eine Befreiung vom Netz kann dann ganz schnell mit blutigen Fingern enden. Dies kommt gar nicht so selten vor, wenn sich der Fisch nochmal kräftig schüttelt.

Kescher mit Gummierung erleichtert das Entfernen von Haken und schont den Fisch

Kescher mit Gummierung erleichtert das Entfernen von Haken und schont den Fisch (© Frank Waßerführer / stock.adobe.com)

Köder

Beim Hechtangeln kommen unterschiedliche Köder zum Einsatz. Welche das sind, entscheiden die Methode und das Gewässer, in dem du dein Glück versuchst.

Gummifisch

Der Gummifisch ist bei Anglern beliebt. Du findest ihn im Handel in vielen Varianten. Hechte erreichen eine ansehnliche Größe. Deshalb wählen sie möglichst reichhaltige Beutefische. Deswegen lohnt es sich, größere Köder zu verwenden. Die idealen Gummifische bieten eine Mindestlänge von 12-15 cm für das Hechtangeln. Wird gezielt auf sehr große Hechte geangelt, dann sind auch Köder mit 20-25 cm keine Seltenheit.

Blinker / Spinner

Blinker & Spinner zählen zu den Ködern, die bereits seit Ewigkeiten beim Hechtangeln eingesetzt werden. Damit sind sie praktisch eine Tradition im Angelsport. Die Spezialität der Köder besteht in ihrer einfachen Anwendung. Sie locken den Hecht mit Druckwellen und Lichtreflexen an.

Gerade für Anfänger sind sie daher ideale Köder, da sie lediglich eingekurbelt werden müssen. Zwar kann man das Tempo variieren, allerdings genügen meist schon sehr langsame Umdrehungen, um im Wasser trotzdem ordentlich für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Wobbler

Wobbler findest du in vielen verschiedenen Ausführungen. Sie bestehen aus Kunststoff oder Holz. Im Handel gibt es Varianten, die sich für mehrere Zielfische eignen, da beispielsweise beim Schleppen auf Hecht auch mal ein Zander beissen kann. Du kannst sie als schwebende, sinkende oder schwimmende Variante kaufen. Zudem ist die Lauftiefe sehr entscheidend, je nachdem, in welcher Tiefe die Fische sich zu der entsprechenden Jahreszeit aufhalten.

Bei Wobblern sind vor allem rundliche Modelle im Einsatz. Sogenannte Floater eignen sich für das Frühjahr. Im Frühling sind Hechte rege aktiv, um kleinere Fische an der Wasseroberfläche zu erbeuten. Crankbaits sind dagegen im Herbst besser. Sie sind bauchig geformt, was dem Raubfisch suggeriert, fette Beute vor sich zu haben.

Kleiner Hecht auf Wobbler am Stahlvorfach

Kleiner Hecht auf Wobbler am Stahlvorfach (© Piotr Wawrzyniuk / stock.adobe.com)

Twitchbaits

Im Gegensatz zum Wobbler sind Twitchbaits schlanker. Sie sind ebenfalls schwimmend, schwebend oder sinkend erhältlich. Um sie richtig zu führen, twitcht man den Köder mit der Rutenspitze nach unten oder zur Seite. Dadurch bricht der Köder unberechenbar zu den Seiten aus und simuliert so perfekt einen flüchtenden Fisch.

Swimbaits

Swimbaits sind Köder, die aus Hartplastik bestehen. Manche bestehen aus nachgiebigen Gummimischungen. Die Swimbaits sind realitätsnah geformt. Ihre Bewegungen erinnern an echte Fische. Das übt beim Angeln auf Hechte einen besonderen Reiz aus.

Jerkbaits

Im Gegensatz dazu tragen Jerkbaits ihre Bezeichnung vom englischen Verb »to jerk«, was übersetzt »Schlagen« heißt. Du hast hier ein Lockmittel aus Kunststoff oder Holz vor dir, bei dem die Führung bedeutsam ist.

Die Köder zeichnen sich durch eine Art »Zick-Zack-Lauf« im Wasser aus. Du schlägst die Spitze der Rute nach unten und in die Schnur. Durch dieses Vorgehen bewegt sich der Kunstköder im Zick-Zack durch das Gewässer. Manche Modelle nutzen zugleich Rasseln, um den Hecht mit den Geräuschen zu provozieren.

Methode

Die gewählte Angelmethode entscheidet oft über den Erfolg beim Angeln. Die folgenden Techniken sind speziell für das Angeln auf Hechte beliebt:

Jiggen

Jiggen bereitet Anfängern mitunter Schwierigkeiten. Bei dieser Technik hüpft der Köder über den Bodengrund. Das gelingt, indem du die Spitze der Rute schlagartig anhebst. Der Rhythmus ist wichtig. Deine Aufmerksamkeit ist zusätzlich gefordert, denn die meisten Hechte beißen exakt in dem Moment, wenn der Köder nach unten sinkt. Die Schnur spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Geübte Angler achten darauf, die Angelschnur straff zu halten. Dadurch lässt sich der Biss des Fisches im Handgelenk erspüren. Speziell im seichten Gewässer (z. B. vom Ufer aus) kommt es auf den Winkel an. Dieser beträgt zwischen der Schnur und der Wasseroberfläche mehr als 30 Grad. Ansonsten funktioniert das Jiggen nicht sonderlich gut, weil die Schnur zu flach auf der Oberfläche des Gewässers aufliegt.

Faulenzen

Die Faulenzen-Technik ist eine weitere Art, um den Gummiköder über den Bodengrund hüpfen zu lassen. Es ähnelt aus dem Grund dem Jiggen und stellt eine bequemere und vereinfachte Abwandlung der Methode dar. Obwohl das Hüpfen des Köders das Ziel ist, ist beim Faulenzen kein schlagartiges Heben der Rutenspitze erforderlich. Vielmehr übernimmt die Angelrolle und deren Kurbelumdrehung diese Aufgabe. Dadurch ist die Technik entspannend und leicht erlernbar. Bisse sind einfacher zu erkennen, da die Schnur nie erschlafft, sondern zu jeder Zeit gespannt bleibt.

Angeln mit Wobbler

Beim Angeln auf Hechte mit einem Wobbler beeinflusst das Wasser großteils die Wahl des Modells. Flache Gewässer erlauben den Gebrauch schwimmender Wobbler. Sinkende Wobbler kommen am besten in tieferen Seen zum Einsatz. Die schwebende Variante imitiert einen verletzten Fisch und erlaubt deshalb das Angeln in verschiedenen Wassertiefen.

Posenmontage mit Köderfisch

Du kannst den Köderfisch mit Segelposen oder Schleppposen verwenden. Dabei ist es unerlässlich, dass der Fisch nicht an die Oberfläche treibt. Ansonsten würde er durch den Auftrieb der Schwimmblase neben der Pose auftauchen anstatt unter ihr. Um das zu verhindern, stechen Angler die Schwimmblase beim toten Köderfisch auf.

Vertikalangeln vom Boot

Das Vertikalangeln geschieht in vielen Fällen eher zufällig. Bei dieser Technik sind deine Rute, Schnur und der Köder senkrecht ausgerichtet. Die Methode ist relativ entspannt durchführbar. Es lässt sich aber kaum orakeln, wie erfolggekrönt diese Technik bei einem Hecht ist. Hier helfen nur die eigenen Erfahrungen.

Ein Risiko besteht jedoch beim Vertikalangeln vom Boot auf Esox: Sobald der Fisch angebissen hat, kann es vorkommen, dass er unter dem Kahn durchschwimmt. Das Manöver belastet die Angelschnur stark, da sie am Bootsrumpf entlang scheuert. Es kann deshalb passieren, dass sie sich aufreibt und dadurch reißt.

Jahreszeiten

Der Hecht lässt sich generell zu jeder Saison angeln. Allerdings bestehen Unterschiede. Hier erfährst du, was beim Angeln auf Hecht im Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu beachten ist.

Frühling

Im Frühjahr sind Hechte in einem regelrechten Fressrausch. In den Frühlingsmonaten beginnt für die Tiere die Laichzeit und das Nahrungsangebot nimmt wieder zu. Daher sind die Fische außerordentlich aktiv und beißen gut an. Aber Vorsicht: Beachte die gesetzlichen Schonzeiten für Hechte, um die Bestände zu schützen und Strafen zu entgehen!

Sommer

Die Wärme der Sommermonate beeinflusst das Wasser und das Verhalten der Tiere. Hohe Wassertemperaturen und eine geringe Strömung senken den Anteil an Sauerstoff im Wasser. Dadurch sind Hechte im Hochsommer eher faul bei der Jagd. Sie bewegen sich in der Hitze weniger und schnappen praktisch nach allem, was ihnen vor das Maul kommt. Für Angler ist es deshalb lohnenswerter, in den Dämmerungszeiten zu angeln. Der frühe Morgen und Abend sind ideale Zeiträume, um Hechte zu fangen. Zu diesen Tageszeiten sind die Temperaturen niedriger, sodass der Esox vermehrt auf Jagd geht.

Herbst

Für das Angeln auf Hecht ist der Herbst die optimale Jahreszeit. Zwischen der Wärme des Sommers und der frostigen Kälte des Winters sind die Temperaturen über und unter dem Wasser frischer. Das erhöht den Sauerstoff im Wasser, wodurch der Hecht wieder verstärkt aktiv wird. Das gilt speziell für die tieferen Gewässer. Die Hechtaktivität hängt stark mit der Strömung zusammen. Aber auch die Wassertemperatur ist relevant. Der Fisch beugt im Herbst der Nahrungsknappheit des Winters vor. Das Herbstlaub auf den Gewässern und in Ufernähe dient dem Hecht außerdem als zusätzliche Deckung. Im Altweibersommer lohnen sich vor allem die größeren Köder. Auf diese Weise sieht es für den Hecht aus, als würde »fette Beute« in seiner Reichweite schwimmen. Das Ergebnis: Er beißt eher an.

Winter

In den kalten Monaten beeinflussen sinkende Temperaturen auch den Hecht und sein Jagdverhalten. Am besten verlangsamst du die Köderführung in der kalten Jahreszeit. Der Hecht ist im Winter eher gemächlich unterwegs. Er nutzt seine Reserven wegen der Kälte besser als sonst. Eine langsamere Führung verführt ihn zu einer Attacke. Zusätzlich ist der Fisch am frühen Morgen aktiver.

Beißzeiten – tagsüber vs. nachts

Der Hecht ist grundsätzlich ein tagaktives Tier. Das bedeutet, dass er nachts ruht und kaum nach Beute jagt. Die taghellen Stunden helfen dem Esox, andere Fische im Wasser zu sehen. Das gilt ebenso für die Köder der Angler. Daher verspricht das Angeln auf Hecht tagsüber am meisten Erfolg.

Gesetzliche Regelungen

Das Angeln ist ein Sport, bei dem es zunehmend auch um Nachhaltigkeit und Tierschutz geht. Deshalb existieren gesetzliche Vorschriften für Petrijünger. Diese Regeln dienen dazu, die Bestände des Esox zu schonen. In Deutschland unterscheiden sich die Schonzeiten und Mindestmaße für den Hecht nach den Bundesländern.

Für die meisten Bundesländer sind die Schonzeiten von Anfang Januar oder Februar bis Ende April angelegt. Das ist die Zeit im Jahr, in dem sich die Hechte fortpflanzen. In Bremen und Hamburg sind die Schonfristen bis Ende Mai ausgedehnt. Das liegt vorrangig an ihrer unmittelbaren Nähe zu Flussmündungen und Gewässernähe. In dieser Zeit dürfen Angler die Hechte in der jeweiligen Region nicht angeln.

Zugleich gelten in Deutschland Regeln für die Mindestmaße der Hechte. Um den Bestand zu schonen, ist je nach Bundesland die Mindestgröße des Fisches zu beachten. Demnach benötigt der Hecht eine Körperlänge von mindestens 45 oder 50 cm, damit du ihn entnehmen darfst. Bremen stellt auch beim Mindestmaß wieder eine Ausnahme dar: Hier gilt die Mindestkörperlänge von 60 cm.

BundeslandSchonzeit StartSchonzeit EndeMindestmaß
Baden-Württemberg15.02.15.05.50 cm
Bayern15.02.15.04.50 cm
Brandenburg01.02.31.03.45 cm
Berlin01.01.01.05.45 cm
Bremen01.02.15.05.60 cm
Hamburg01.01.15.05.50 cm
Hessen01.02.15.04.50 cm
Mecklenburg-Vorpommern14.03.13.05.45 cm
Niedersachsen01.01.30.04.45 cm
Nordrhein-Westfalen15.02.30.04.45 cm
Rheinland-Pfalz01.02.15.05.50 cm
Saarland15.02.30.04.50 cm
Sachsen01.02.30.04.50 cm
Sachsen-Anhalt15.02.30.04.50 cm
Schleswig-Holstein15.02.30.04.45 cm
Thüringen15.02.30.04.45 cm

Gewässertypen

Das Hechtangeln unterscheidet sich je nach Gewässer. Der Fisch findet sich vor allem in Flüssen, Kanälen und Seen ein. Dennoch sind die Hotspots keineswegs identisch. Hier erfährst du, wo die Chancen auf Erfolg beim Angeln auf Esox am größten sind. Wo hält sich der Hecht am liebsten auf?

Hechte lieben solche Verstecke mit Totholz

Hechte lieben solche Verstecke mit Totholz (© Rostislav / stock.adobe.com)

Fluss

In Flüssen bevorzugt der Hecht ruhigeres Wasser. Starke Strömungen sind für ihn nicht attraktiv, da er ein Standfisch ist. Er lauert seiner Beute auf und agiert zügig und offensiv aus der Deckung heraus. Daher findest du diese Fische in Flüssen vor allem an Flussmündungen und Zuflüsse. Brücken stellen für den Hecht ebenfalls interessante Hotspots dar. Die Tiere halten sich gerne rund um Brückenpfeiler auf, da sie hier im Strömungsschatten jagen.

Kanal

Brücken spielen für den Angler entlang der Kanäle ebenso eine herausragende Rolle. Hechte suchen sich im Kanal genauso wie in Flüssen vorwiegend Orte mit geringer Strömung aus. In der Binnenwasserstraße sind die Bedingungen, um auf Hechte zu angeln, ähnlich wie bei Flüssen: Die Fische bevorzugen Stellen, an denen die Aussicht auf Beute besonders groß ist. Da der Raubfisch ruhigere Gewässer bevorzugt, sind sie unter Brücken zu finden. Gleichzeitig suchen sie Einläufe auf und warten im tieferen Kanalbett auf ihren Fang.

Als Angler erkennst du einen Kanaleinlauf an einer Eintrübung des Wassers. Dort vereinen sich zwei verschiedene Fließquellen (Kanal plus Einlauf), wodurch sich das Aussehen des Wassers verändert. Das Kanalbett erscheint dunkler als der Rest vom Kanalwasser. Diese Rinnen sind ausgewaschene Areale, die die Strömung hinterlassen hat.

See

Hechte jagen in Seen nach kleineren Fischen. Für Angler von Raubfischen sind diese Gewässer besonders spannend, wenn sich Seerosenfelder darauf ausbreiten. Treibholz oder Schilfkanten bilden ebenfalls gute Verstecke für den Hecht. Zugleich bieten Anlegestellen für Boote günstige Möglichkeiten für den Esox. Da in diesen Gebieten mehr Beutefische sind, treibt sich auch der Hecht in der Nähe herum.