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Huchen© Rostislav / stock.adobe.com

Huchen angeln (Hucho hucho)

Der Huchen, lateinisch Hucho Hucho genannt, gehört zur Familie der Lachsfische. Da er besonders in der Donau vorkommt, wird er auch gerne als Donaulachs bezeichnet. Huchen sind große Fische die bis zu 170 cm lang und bis zu 50 kg schwer werden können. Sie leben in stark strömenden Flüssen mit klarem, kaltem, sauerstoffreichem Wasser.

Der Fisch hat einen abgeflachten Kopf und einen beinahe drehrunden Körper. Er lässt sich gut beim Spinn- oder Fliegenfischens angeln. Die beste Zeit dafür sind die kalten Wintermonate. In der Abenddämmerung sind die Fische besonders beißfreudig.

Wissenswertes

Der Huchen ist ein äußerst beliebter Speisefisch. Er ist zudem relativ selten und auch teuer. Für Fischliebhaber gehört zu den feinsten Sorten unter den Lachsfischen. Sein Fleisch schmeckt ähnlich wie das Thunfisch, ist jedoch etwas milder.

Am leckersten sind junge Huchen. Ihr Fleisch ist fest und äußerst aromatisch. Die Haut des Huchens ist nicht zum Verzehr geeignet. Der Fisch schmeckt poschiert, gebraten oder geräuchert sehr lecker. Sein Fleisch eignet sich auch für die Zubereitung von Tatar.

Lebensraum

Der Huchen lebt bevorzugt in größeren Fließgewässern und lebt dort in tiefen Gumpen. Er ist ein Jäger, der seinem Standort treu ist und hat er erst einmal ein Revier für sich gefunden, dann verteidigt er es auch mit aller Kraft. Früher beschränkte sich das Vorkommen dieser Fischart auf die mittlere und obere Donau, weswegen man ihn auch als „Donaulachs“ bezeichnet.

Leider wurden die Bestände des Huchen aufgrund von Gewässerverschmutzung, einer Reduktion seiner Beutefische und der Behinderung der Laichwanderungen erheblich verkleinert. Durch Besatz vergrößerte sich auch ein sein Verbreitungsgebiet. Heute ist er in Österreich, der Slowakei, Tschechien und weiteren Gebieten zu finden. Sogar in der Schweiz und in Marokko finden sich mittlerweile größere Bestände.

Huchen lieben klare, steinige Gewässer© Jozef / stock.adobe.com

Huchen lieben klare, steinige Gewässer

Bevorzugte Beute / Nahrung

Huchen sind Räuber und ernähren sich fast ausschließlich von anderen Fischen. Jungtiere fressen neben Fischbrut aber auch Krebse und Insektenlarven. Aber auch kleine Wirbeltiere wie Amphibien, im Wasser schwimmende Mäuse oder Entenküken gehören zu ihrer Beute.

Zudem ist der Huchen ein sehr aufmerksamer und vorsichtiger Jäger.

Bei klarem Wasser kann er seinen Beute schnell erkennen und zuschlagen. Das macht es dem Angler schwer, sich dem Fisch zu nähern, da dieser ihn am Ufer schnell entdeckt und dann nicht auf den Köder zugeht. Da der Huchen auch große Beutetiere wie Mäuse frisst, muss er nicht jeden Tag Nahrung zu sich nehmen.

An diesen Tagen bleibt er in der Nähe des Flussbodens und schaltet in den „Sparmodus“. Der Angler braucht so viel Geduld und am besten ein paar Tage Zeit, um den Raubfisch erfolgreich zu fangen.

Größe und Lebenserwartung

Der Huchen kann zwischen 60 und 120 cm groß werden. Doch Ausnahmeexemplare bringen es auch bis zu 170 cm und über 50 kg. 1897 fing ein Angler in Niederösterreich ein Exemplar mit 175 cm Länge und einem Gewicht von 52 kg.

Auch Fänge von Huchen mit 140 cm und 40 kg Gewicht sind bestätigt. Das Durchschnittsalter des Fisches liegt bei etwa 15 Jahren, doch in Ausnahmefällen kann er bis zu 40 Jahre alt werden.

Huchen können sehr groß werden© xtr2007 / stock.adobe.com

Huchen können sehr groß werden

Fortpflanzung

Der Huchen laicht in der Zeit von März bis April, damit liegt seine Laichzeit deutlich später als die der anderen Lachsartigen (Salmoniden). Die Männchen haben zur Laichzeit eine dickere Haut und verformen ihr Unterkiefer zum sogenannten „Laichhaken“. Die Laichplätze der Fische liegen meist stromaufwärts oder in kleinen Nebenbächen, die sich in flachem, sauerstoffreichem Wasser mit starker Strömung befinden.

Das Weibchen hebt dann eine flache Laichgrube aus und legt darin bis zu 10.000 Eier ab. Dies bedeckt es dann mit Kies. Nach ca. 35 Tagen schlüpfen dann die jungen Fische. Die jungen Huchen fressen zuerst Wirbellose, erst ab dem 2. Lebensjahr und einer Größe von 15 cm wechseln sie zur Fischnahrung. Die Geschlechtsreife erreichen die Fische nach drei bis vier Jahren.

Huchen im Laichkleid© Adachi / stock.adobe.com

Huchen im Laichkleid

Merkmale

Der Körper des Huchen ist langgestreckt und fast drehrund. Der Kopf ist in die Länge gezogen und deutlich abgeflacht. Ein kräftiges Kiefer mit spitzen Zähnen und eine tiefe, bis hinter das Auge reichende, Mundspalte zeichnen den Fisch aus.

Der Huchen besitzt eine große und lange Fettflosse, wohingegen seine anderen Flossen eher klein sind. Die Schwanzflosse ist eingekerbt. Der Rücken des Fisches ist grau bis braun gefärbt. Der Bauch ist hingegen hell, Rücken und Flanken sind heller und zudem mit kleinen, dunklen Flecken bedeckt.

Die Flanken der kapitalen Exemplare schimmern oft kupferfarben. Diese Fischart besitzt 107 bis 197 Schuppen entlang der Seitenlinie.

Verwandte Fischarten

Der Huchen kann mit der Bach- und Regenbogenforelle verwechselt werden, aber auch mit dem Bachsaibling. Er unterscheidet sich von diesen Arten in erster Linie durch seine drehrunde Körpergestalt und den langgestreckten und abgeflachten Kopf. Auch fehlen ihm im Vergleich zu seinen Verwandten das rote Flankenband, rote Körperflecken und weiße Flossensäume.

Angelausrüstung

Rute

Bei der Jagd nach Huchen muss der Angler schweres und zuverlässiges Gerät auswählen, denn Huchen können sehr groß und sehr schwer werden und zeichnen sich durch gelegentliche Kopfschläge aus. Wer sich für Spinnfischen entscheidet, der sollte ein Wurfgewicht von 40 g und aufwärts wählen.

Aber auch das Fliegenfischen hat sich bewährt. Hier sind Fliegenruten der Klasse 12 gut geeignet, da sie auch mit den schwersten Huchen zurechtkommen. Neben einer Einhandrute kann auch eine Zweihandrute verwendet werden, wie oft beim Lachsfischen üblich.

Köder

Besonders gut eignet sich der klassische Huchenzopf als Köder. Aber auch andere Kunstköder wie Wobbler, Gummifische, Crankbaits, Swimbaits oder auch Mäuseattrappen sind vielversprechend. Die Größe des Köders sollte etwa 15 bis 25 cm betragen.

Von der Farbe her macht es Sinn, sich nach der Beute in der jeweiligen Region auszurichten. Die Köder sollte man langsam an den Rändern von Pools oder hinter Steinen im Wasser langgeführt. Erfolgversprechend sind auch Köderfischmontagen.

Beim Fliegenfischen sind Streamer und große Woolly Bugger oder Mäuseattrappen sinnvoll. Wer kapitale Exemplare angeln möchte, sollte auf eine Ködergröße von ca. 15 cm achten. Auch stabile Haken zum Binden von Hechtstreamern sind sinnvoll, denn sie verhindern, dass sich der fisch aufbiegt oder verloren geht.

Schnur

Beim Spinnfischen auf den Huchen sollte eine Hauptschnur mit etwa 15 kg Tragkraft gewählt werden. Dazu passt ein dickeres Fluorocarbon- oder Monovorfach. Sowohl auf das Gerät als auch die Knoten sollte Verlass sein.

Beim Fliegenfischen ist auf eine hochwertige und sinkende Schnur, sowie auf starke Vorfächer zu achten. Damit lassen sich auch die schwersten Huchen absichern.

Rolle

Zur Hauptschnur beim Spinnfischen passt eine mittelgroße bis große Rolle. So ergänzen sich Schnur und Rolle am besten. Egal ob Spinn- oder Fliegenfischen, die Rolle muss zuverlässig sein und eine gute Bremse besitzen.

Kescher/ Abhakmatte

Beim Angeln auf Huchen sollte man auf einen ausreichend großen Kescher setzen. Das meint nicht nur den Durchmesser, sondern auch die Tiefe. Schließlich ist der Huchen ein großer Salmonid und braucht ausreichend Platz. Ein starker und leichtgewichtiger Kescher mit robustem, knotenlosen Netz eignet sich beispielsweise sehr gut. Die Tiefe sollte schon etwa 100 cm betragen.

Das knotenlose Netz oder gummierte Netz ist sehr fischfreundlich, da es die Schleimschicht des Tieres nicht angreift. Auch eine Abhakmatte kann von Vorteil sein, besonders dann, wenn der Angelplatz keinen passenden Untergrund bietet, um den Fisch schonend abzuhaken und zu versorgen.

Jahreszeiten

Frühling

Das Frühjahr ist nicht die Hauptzeit, um Huchen zu angeln. Einerseits findet in den Frühlingsmonaten, vor allem März und April, die Laichzeit dieser Fischart statt. Andererseits haben Huchen teilweise, je nach Standort, auch Schonzeit zu dieser Jahreszeit. Vor dem Frühjahr geraten die Fische aber oft in richtige Fressorgien, was einen guten Fang verspricht.

Sommer

Obwohl der Huchen in unseren Breitengraden eher als Winterfisch gilt, lässt er sich auch im Sommer erfolgreich angeln. Dabei ist es wichtig, vor allem in den Morgen- und Abendstunden aktiv zu sein.

Tagsüber besteht zwar auch die Möglichkeit, die Fische zu überlisten, doch Huchen sind schlaue Tiere. Am besten überlistet man sie an einem bewölkten oder regnerischen Tag, denn dann ist das Wasser trüb und der Fisch nimmt den Angler nicht sofort wahr.

Herbst

Der Herbst gehört zur Hochsaison für das Fischen nach Huchen. Besonders Ende Oktober wird es interessant. Dann wird das Nahrungsangebot knapper und die fische dafür um so beißfreudiger. Tage, an denen sich kaltes Wasser aufwärmt, sind besonders vielversprechend. Trübe Gewässer, zum Beispiel nach einem Regenschauer, können den Fisch täuschen und ein guter Fang ist so möglich.

Huchen im Herbst an einem Bergsee gefangen© Jozef / stock.adobe.com

Huchen im Herbst an einem Bergsee gefangen

Winter

Der Winter ist die beste Jahreszeit, um Huchen zu fangen. In den Wintermonaten von Dezember bis Februar beißen die Fische gerne an, denn sie finden nicht so viel natürliche Nahrung. Gerade im Februar vor der Laichzeit geraten die Fische oft in einen richtigen Fressanfall. Bei Hochwasser sollte man die Huchen an den Rändern suchen, bei Niedrigwasser in der Mitte des Gewässers.

Beisszeiten

Tagsüber

Huchen beißen grundsätzlich bei Tag und bei Nacht. Tagsüber sind die Morgenstunden eine gute Zeit, aber auch zu Mittag kann ein toller Fang gelingen. Ganz besonders aktiv sind die Fische dann in den frühen Abendstunden bzw. in der Dämmerung.

Nachts

Auch in der Nacht kann man auf die Jagd nach Huchen gehen, wobei hier zu berücksichtigen ist, dass das Angeln an manchen Huchenstrecken in der Nacht verboten ist. Wichtig ist eine Taschenlampe oder andere gute Lichtquelle mitzunehmen.

Schonzeiten und Mindestmaße

Für den Huchen gibt es nur in wenigen Bundesländern von Deutschland Mindestmaße und Schonzeiten. Die Schonzeit bestimmt, in welchen Zeitraum der Fisch nicht gefangen werden darf. Wer sich nicht an diese Zeiten hält, kann mit hohen Strafen rechnen. Beim Mindestmaß handelt es sich um die Angabe der Größe, die der Fisch haben darf. Ist der Huchen kleiner als das Mindestmaß angibt, muss dieser sofort zurück ins Wasser.

Da der Huchen sich vor allem in der Donau und in den Nebenströmen aufhält, gibt es nur für wenige Bundesländer in Deutschland diese Vorgaben. In Bayern gilt die Schonzeit nur für die Donau und ihre Gewässersysteme.

BundeslandSchonzeitenMindestmaß
Baden-Württemberg01.02. – 31.05.70 cm
Bayern15.02. – 31.05.90 cm
Brandenburg--
Berlin--
Bremen--
Hamburg--
Hessen--
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengew.)--
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengew.)--
Niedersachsen (Binnengew.)--
Niedersachsen (Küstengew.)--
Nordrhein-Westfalen--
Rheinland-Pfalz--
Saarland--
Sachsen--
Sachsen-Anhalt--
Schleswig-Holstein (Binnengew.)--
Schleswig-Holstein (Küstengew.)--
Thüringen--

Gewässertypen

Fluss

Huchen halten sich vor allem in starken bis mäßig strömenden Gewässern auf. Große Fließgewässer sind ihre Heimat. In ihrem Revier gibt es oft auch Äschen und Barben. Huchen finden sich auch bevorzugt in der Donau und ihren Nebenflüssen.

Die Fische mögen kühles und sauerstoffreiches Wasser. Kiesiger und steiniger Untergrund zieht sie ebenfalls an. Sie sind oft in Flussmulden, Gumpen, unterwegs, mögen aber auch große Steine und Uferunterhöhlungen.

Lebensraum des Huchen: Kiesige Flussbetten

Lebensraum des Huchen: Kiesige Flussbetten

Kanal

Man findet Huchen aber auch in Kanälen. Hier bevorzugen sie strömungsreiche Buchten und klares Wasser. Generell lässt sich sagen, dass sich die Fische aber fast nur in Flüssen aufhalten und Kanäle eher eine Ausnahme sind.

See

Seen gehören nicht zum bevorzugten Lebensraum dieser Fischart. Huchen sind typischer Flussfische, die sich in stehenden Gewässern nicht wirklich wohlfühlen und lieber starke Strömungen mögen.

 

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