Skip to main content

Angelkescher: Der beste Kescher zum Angeln

Hecht im Kescher

Hecht im Kescher (© DeStefano / stock.adobe.com)

Tagelang wurde angefüttert und das Wochenende freigehalten. Das Wetter ist perfekt und die Fische beißen, als wenn sie sich verabredet hätten, einem das schönste Angelwochenende seines Lebens zu bescheren. Doch bereits der erste kapitale Fang endet damit, dass sich der schuppige Freund vom Haken löst und zurück ins kühle Nass flüchtet. Einen Grund für den Verlust zu finden, ist einfach: der Kescher, auf den man verzichtet hat, weil er zu sperrig oder zu teuer war. Keine gute Idee, denn neben der Tatsache, dass der Fang verloren gegangen ist, können Fische durch unsachgemäßes Anlanden schwer verletzt werden. Sei es durch die physische Belastung oder weil der Haken samt Vorfach abreißt. Speziell bei Fischarten, die oftmals aufgrund ihrer geringen Größe wieder eingesetzt werden sollten, kann dies tödlich für den Fisch sein und ist alles andere als waidgerecht. In vielen Angelvereinen und Regionen ist der Kescher deshalb vorgeschrieben.

Doch welche Art von Kescher ist für welchen Zweck geeignet? Man ist versucht im Baumarkt oder im Laden einer Sportmarktkette, einen günstigen Kescher zu kaufen, denn viele denken, dass es keiner besonderen Ansprüche bedarf. Die ist jedoch eine irrtümliche Annahme. Doch welche Arten von Keschern gibt es eigentlich? Und worauf sollte man beim Kauf achten?

Kescherarten

Raubfischkescher

Raubfischkescher

Die Anforderungen an einen Raubfischkescher sind nicht gering, denn bekanntermaßen sind Raubfische große Kämpfer. Und je kapitaler der Fang, desto schwieriger wird es, diesen zu bändigen. So entstehen einige Parameter, die für den Kescher erfüllt sein sollten. Robust muss er sein, dabei aber nicht zu schwer und sperrig, um schnell reagieren zu können. Natürlich sollte der Rahmen massiv und aus Aluminium sein. Ein Gumminetz ist erste Wahl. Denn jeder, dessen Vorfach, Wobbler oder Blinker sich schon einmal im Netz verfangen hat, wird dem Gumminetz den Vorzug vor Kunststoffnetzen geben. Das Dehnen über einen Haken hinaus und dem Entwirren von Verknotungen in einem Gumminetz, birgt immense Vorteile.

 

Watkescher

Watkescher

Es gibt Situationen, in denen ein Watkescher die richtige Wahl ist. Beim Fliegenfischen oder wenn man tiefer im Fluss oder See steht. Mit einem „regulären“ Allroundkescher kommt man nicht sehr weit, da der lange Stab, einen nur behindern würde. Der kurze Griff sorgt für ein einfaches Handling und der kompakte Watkescher kann am Mann getragen werden. Er wird eingehakt oder mit einem Clip befestigt. Das Gewicht ist selbstverständlich auch wichtig. Zwar kann man einen normalen Teleskopkescher nutzen, doch ist dieser schwerer. Und wer mag schon unnötig bepackt durch das Wasser waten. Die Schwimmfähigkeit rundet den perfekten Watkescher ab.

 

Karpfenkescher

Karpfenkescher / Großfischkescher

Beim Karpfenkescher ist die Größe ein nicht zu unterschätzender Faktor. Schaut man sich die Form und Nahrungsaufnahme des Karpfens an, wird recht schnell klar, warum sein Spitzname „Wasserschwein“ ist. Der Staubsauger der Seen, wird bis zu fünfzig Jahre alt und kann eine Größe von 120 Zentimetern erreichen. Doch schon die jüngeren Exemplare wachsen bis zu ihrem siebten Lebensjahr auf 60 Zentimeter an. Ein Vorteil für denjenigen, der seinen Kescher breit gewählt hat und ein tiefes Netz sein eigen nennt. Speziell erfahrene Angler fischen immer wieder größere Exemplare. Somit eignen sich solide Kescher mit einem großen, stabilen Rahmen.

 

Spundwandkescher

Spundwandkescher

Wie der Name schon sagt, wird der Spundwandkescher überall dort eingesetzt, wo steile Bereiche den Zugang zum Wasser erschweren. Ob von der Brücke oder der Hafenmauer, der Kescher hilft beim Anlanden bis zu einer Höhe von rund drei Metern. Durch seine Klappfunktionen ist er weniger platzraubend wie ein regulärer Kescher, jedoch ist ein wenig Erfahrung mit ihm unabdingbar. Das Freilassen kleinerer Fische wird zum Geduldspiel, will man sie nicht aus großer Höhe, wieder ins Wasser fallen lassen.

Was macht einen guten Kescher aus?

Das Gewicht ist genauso ein Qualitätsmerkmal, wie die Haltbarkeit und die Auswechselmöglichkeit der einzelnen Komponenten. Es gilt die alte Weisheit: Wer billig kauft, kauft doppelt. Billige Teleskopstangen verkannten sich nach ein bis zwei Sitzungen. Kunstoffnetze reißen ein und billige Kescherköpfe können brechen, was unter Umständen den Verlust des Fisches oder eine Verletzung zur Folge hat. Natürlich gibt es auch gute Schnäppchen. Doch die Erfahrung lehrt, dass Markenware seine Vorteile hat.

Gummiertes Netz

Das gummierte Netz hat nicht nur den oben genannten Vorteil der Dehnbarkeit. Die Schleimschicht der Fische wird bei richtiger Nutzung nicht verletzt und das „Releasen“ stellt sich wesentlich einfacher dar. Das Abspülen und Saubermachen des Netzes wird immens erleichtert. Das klassische Netzmaterial nimmt den Geruch der Fische an, was in den eigenen vier Wänden oder im Keller schnell unangenehm wird. Da punktet das Material des Gumminetzes. Das Übertragen von Krankheiten wird durch das einfache Säubern verhindert. Zudem bewegt man sich waidmannsgerechts. Als Angler hat man auch die Verpflichtung für einen gesunden Fischbestand zu sorgen.

Kescher mit Gummierung erleichtert das Entfernen von Haken und schont den Fisch

Kescher mit Gummierung erleichtert das Entfernen von Haken und schont den Fisch (© Frank Waßerführer / stock.adobe.com)

Klappmechanismus

Hier scheiden sich die Geister. Der Klappmechanismus hat Vor- und Nachteile. Der Transport ist einfach, doch bei größeren Fischen oder sehr agilen Räubern, kommt man mit dem Klappmechanismus schnell an die Grenzen. Verlust und Verletzungen sind die Folge.

Länge & Größe

Eine Faustformel gibt es nicht, doch logischerweise hat jeder Kescher seine Eigenarten. Hier spielt auch die Physik eine Rolle. Je länger der Stab, desto höher die Chance dass er bei kapitaler Beute bricht. Man sollte ihn grundsätzlich auf die Beute abstimmen. Bei Forellen oder ähnlichen Fische, die ein Stehen im Wasser erfordern, ist ein kurzer Stab vorteilhaft. Der Watkescher ist erste Wahl.

Watkescher durch seine kleine Größe und leichte Bauweise vor allem bei Fliegenfischern beliebt

Der Watkescher ist durch seine kleine Größe und leichte Bauweise vor allem bei Fliegenfischern beliebt (© annieze / stock.adobe.com)

Stangen die bis zu drei Meter ausgefahren werden, gibt es selbstverständlich auch. Das Handling wird aber mit zunehmender Größe schwieriger. Teleskope kann man in der Regel auf die passende Größe arretieren, so dass sich diese Problematik weniger stellt. Mit einem guten Allrounder deckt man eigentlich 80% seiner Fänge ab. Schwierig wird es bei kapitalen Brocken. Die Netzgröße und der Durchmesser des Kescherkopfes sollten auf den erwarteten Fang abgestimmt sein. Klappkescher wären hier nur zweite Wahl. Große Kescher sind wesentlich waidgerechter, wie kleinere Pendants. Der Stress und die Verletzungsgefahr wird verringert, wenn der Kescher größer gewählt wurde.

Haltbarkeit

Kescher können bei richtiger Handhabung ein ganzes Anglerleben überstehen. Hier gilt: Je hochwertiger die Verarbeitung, desto länger ist auch die Haltbarkeit. Der Klappmechanismus spielt natürlich eine Rolle. Denn er ist die Achillesferse eines solchen Keschers und wird unter Umständen nach einiger Zeit nicht mehr funktionieren. Der Kescherkopf hält am längsten, wenn er aus Aluminium oder gar Eisen ist. Bei hochwertigen Keschern kann sowohl Stange als auch Kopf einzeln erworben werden. Am Ende ist nicht nur die Qualität entscheidend, sondern auch der Aufwand, der man mit der richtigen Pflege betreibt.

Fische richtig Keschern

Trotz harten Drills neigen die Fische in der Endphase des Anlandens dazu, nochmals alles zu versuchen, um in die Freiheit zu entkommen. Dies ist eine kritische Situation und bedarf eines kühlen Kopfes. Niemals sollte versucht werden, mit dem Kescher den Fisch zu verfolgen. Er ist schneller, denn das Wasser ist sein Revier. Durch die radikalen Fluchtbewegungen kann es zum Abreißen des Vorfaches kommen. Besser ist es, den Fisch zum Kescher und über ihn zu führen. Durch ein leichtes Anheben ist der Fisch dann sicher im Netz. Wohl dem, der einen Kollegen dabei hat, der einem assistiert. Speziell bei großen Fischen ist es vorteilhaft, zu zweit zu sein. Dass der Kescher bereit liegt, ist selbstverständlich. Ihn während des Drills aufzubauen oder schlimmstenfalls zu suchen, ist schwierig. Die Aufmerksamkeit liegt auf dem Drill, der Kescher in Griffweite.

Kescher richtig säubern

Die Reinigung ist ein wichtiges Thema. Wie schon angesprochen punktet in diesem Fall das Gumminetz. Der Preis ist etwas höher, doch die Vorteile sind nicht nur im Handling zu sehen. Das Säubern der Netze ist wesentlich einfacher und auch nachhaltiger. Falls das Keschernetz gewechselt oder für das Waschen entnommen werden kann, ist eine Pflege kein Problem. Bei den Teleskopstangen sollte nach der Sitzung der Sand aus der Stange gespült werden. Speziell am Meer verdichtet sich die Mischung aus Salzwasser und Sand sehr stark. Unter Umständen lässt sich der Kescher nach längerer Lagerung dann nicht mehr ausfahren. Das Spülen mit Süßwasser schont das Material. Das gilt übrigens für Stange und Netz. Ein gutes Reinigen ist für lange Haltbarkeit unabdingbar. Auch der Klappmechanismus, sofern vorhanden, freut sich über eine Süßwasserdusche.

Alternativen zum Keschern

Handlandung

Geduld und Vorsicht sind das „A und O“ des Handlandens. Um den Fisch nicht unnötig zu stressen, oder unter Umständen zu verletzen, gibt es Techniken, die jedoch eine gewisse Erfahrung voraussetzen. Deshalb sollte man am Anfang den Drill verlängern, um den Fisch zu ermüden.

Kiemendeckelgriff

Beim Kiemendeckelgriff schiebt man vier Finger in die Kiemen, während der Daumen gegen den Unterkiefer drückt. Ein kräftiges und beherztes Zupacken ist wichtig. Zu wenig Kraft aufzuwenden, kann zu einer Verletzung führen. Bei Mensch und Tier übrigens, denn unter Umständen ist der Haken so platziert, dass man sich diesen in die Hand rammt. Bei großen Fischen und auf einem Boot, kommt man damit in richtige Schwierigkeiten.

Nackengriff

Auch beim Nackengriff greift man mit vier Fingern in die Kiemen. Der Zugriff erfolgt von oben und birgt weniger Risiko einer Verletzung beim Fisch. Dieser Griff funktioniert bis zu einer bestimmten Größe. Eventuell sind Handschuhe vonnöten, die für Schutz sorgen.

Schwanzwurzelgriff

Eher selten wird der Schwanzwurzelgriff durchgeführt. Bei einigen Fischarten funktioniert er nicht, da diese zu schleimig sind. Der Griff dient bei schnellem Zupacken dazu, den Fisch schnell anzulanden. Kontrolliert angelandet wird er dabei nicht und der Schwanzwurzelgriff sollte nur im Notfall eingesetzt werden.

Herausheben an der Angelschnur

Bis zu einer bestimmten Größe ist das Herausheben mit der Angelschnur machbar. Das Risiko den Fisch zu verlieren, steigt mit der Größe der Beute. Die Verletzungsgefahr ist für den Fisch erheblich. Deshalb sollte der Fisch solange wie möglich im Wasser gedrillt werden und man nur einen kleinen Hebel einsetzen. Das kommt aber auf die Situation an und es gilt: Erwarte das Unerwartete.

Lipgrip

Für bestimmte Fische mag der Lipgrip funktionieren. Bei anderen, wie zum Beispiel dem Hecht, ist die Verletzungsgefahr für den Fisch sehr groß. Man greift mit ihm den Unterkiefer. Der Fisch kann sich jedoch drehen. Die Schnur dreht sich dann um den Lipgrip und schon wird es kritisch.


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *