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Güster© Sergey Semyonov / stock.adobe.com

Güster angeln (Blicca bjoerkna)

Die Güster ist in Deutschland nicht gerade ein beliebter Speisefisch. Zu viele Gräten und kein aufregender Geschmack sind wohl der Grund dafür. Doch als Frikadelle oder geräuchert wird sie durchaus von einigen geschätzt. Alles Wissenswerte über diesen Fisch und wie ihr ihn an den Haken bekommt erfahrt ihr in diesem Artikel.

Steckbrief

Die Güster© Edvard Ellric /stock.adobe.com

Die Güster

Körper

  • Körperform: hochrückig, seitlich abgeflacht
  • Maul: endständig
  • Bezahnung: Schlundzähne
  • Schuppen: groß, oval
  • Besonderheiten:
    • Flanken heller gefärbt als der Bauch
    • Rote Flossensäume an Brust und Bauchflossen
  • Rückenflosse: klein
  • Spitzname: Blicke, Halbbrachse
  • Schwanzflosse: groß
  • Mittlere Länge: 15-25 cm
  • Maximale Länge: ca. 50 cm
  • Gewicht: bis 1,5 kg

 

Lebensweise

  • Lebensweise: Friedfisch, meist am Gewässergrund
  • Lebensraum: Flüsse, Seen und Kanäle in Bereichen mit wenig Strömung

 

Fortpflanzung

  • Laichzeit: Frühjahr (Mai – Juni)
  • Laichablage: strömungsarme, pflanzenreiche Uferbereiche

Wissenswertes

Die Güster, lateinisch Blicca bjoerkna, gehört zur Gruppe der Süßwasserfische bzw. zur Familie der Karpfenartigen. Sie sind in Europa weit verbreitet und bewohnen Flüsse, Seen und Kanäle. Beim Angeln nach der Güster sollte man ähnlich vorgehen wie beim Fischen nach Brassen.

Die Hauptsaison ist dabei in den Monaten März bis Oktober, denn im Winter sind diese Fische sehr inaktiv. Entgegen dem landläufigen Glauben fühlen sich Güstern auch in größerer Strömung sehr wohl.

Lebensraum

Die Güster kommt vor allem in den Binnengewässern Mitteleuropas nördlich der Alpen und in den Pyrenäen vor. In Großbritannien gibt es diese Fischart nur in einigen wenigen Flüssen. Im nördlichen Skandinavien und auf dem Balkan ist die Güster gar nicht beheimatet. Sie fühlt sich vor allem in stehenden und langsam fließenden Gewässern wohl, sowie in der Ufernähe zwischen den Wasserpflanzen.

Im Grunde bevorzugt sie die gleichen Lebensräume wie die Brasse: Kanäle, Flachlandseen, langsame Flüsse und Entwässerungsgräben. Die Fische lieben warmes Wasser, darum sind sie auch im Sommer und Herbst am aktivsten und sind ständig auf Nahrungssuche. Bei kalten Temperaturen ziehen sie sich gerne in tiefere Regionen zurück. Meist sind sie in großen Schwärmen unterwegs, doch diese werden kleiner, je älter und größer die einzelnen Fische.

Güster Jungfisch© Rostislav / stock.adobe.com

Güster Jungfisch

Bevorzugte Nahrung

Die Güster frisst vor allem kleine bodenbewohnende Wirbellose wie zum Beispiel Muscheln, Schnecken und Würmer. Der Fisch ernährt sich aber auch von Wasserpflanzen. Sie stellt keine allzu großen Ansprüche an die Qualität des Wassers. Am Grund und im Mittelwasser sucht sie neben Schnecken und Würmern auch nach Krebstierchen und Insektenlarven.

Sie fressen im Schwarm, welcher ständig in Bewegung ist, damit jedes Mitglied genug Futter findet. Beim Suchen der Nahrung wirbeln die Fische viel Schlamm auf. Dieser steigt zum Teil mit den freigesetzten Glasblasen zur Oberfläche auf.

Größe & Lebenserwartung

Die maximale Länge der Güster beträgt bis zu 45 cm. Durchschnittlich werden die Fische ca. 20 cm lange und bis zu 1.000 gr schwer. Das durchschnittliche Gewicht des Fisches sind jedoch meist nicht mehr als 150 bis 350 gr. Diese Fischart kann bis zu zehn Jahre alt werden.

Fortpflanzung

Güstern wachsen nicht so schnell wie beispielsweise Brassen und bleiben daher auch kleiner. Ihre Geschlechtsreife erreichen sie nach drei bis vier Jahren und einer Länge von ca. 15-20 cm. Die Laichzeit ist bei diesen Fischen von Mai bis Juni. Dann ziehen sie in großen Schwärmen zu den flachen und krautreichen Uferbereichen.

Das Weibchen legt dann in der Nacht nach den Paarungsspielen etwa 15.000 bis 100.000 Eier, die ca. 2mm groß sind. Die klebrigen Eier haften an Pflanzenstengeln. Die Männchen haben einen starken Laichausschlag. Die jungen Fische erreichen nach einem Jahr eine Größe von sechs bis acht cm. Erst nach zwei Jahren bilden sie ihren hohen Rücken aus. Die Güster paart sich auch mit anderen Cyprinidenarten, wodurch Hybride entstehen.

Merkmale

Die Güster hat einen hochrückigen Körperbau, der auf der Seite stark abgeflacht ist. Ihr Rücken hat eine grau- bis schwarzgrüne Färbung. Die Flanken sind hell und der Bauch weist eine weiße bis rötliche und silbrig glänzende Farbe auf. Der Fisch besitzt recht große Schuppen und meist sind es 44 bis 50 Schuppen an der Seitenlinie.

Die Mundspalte der Güster kann man als end- bis leicht unterständig beschreiben. Ihre großen Augen stehen ziemlich weit nach vorne. Zudem besitzt diese Fischart eine recht lange Afterflosse, während die Brustflossen kurz sind und nicht die Basis der Bauchflossen erreichen.

Sowohl die Rücken- als auch die Schwanz- und Afterflossen sind in einer dunkelgrauen Farbe gehalten, während die Brust- und Bauchflossen eine rötliche Farbe aufweisen. Die Flossenspitzen sind grau.

Verwandte Fischarten

Güstern können leicht mit Brassen verwechselt werden, doch diese besitzen weit hinten stehende Augen. Auffällige Unterschiede bestehen auch bei den verschiedenen Brustflossenlängen und der Flossenfarbe: Die Güster hat rötliche Flossen mit grauen Spitzen und die Brasse verfügt über komplett dunkelgraue Flossen.

Ähnlich sehen auch Zobel und Zope aus, doch deren Afterflosse ist viel länger. Der Bitterling hat keine vollständige Seitenlinie. Hybriden zwischen Güstern und Brassen haben Merkmale beider Arten und lassen sich nicht leicht bestimmen.

Hier noch einmal die wichtigsten Unterschiede der Fischarten im Überblick:

MerkmaleGüsterBrasse
Augengroße Augen, nach vorne stehendkleinere Augen, nach hinten stehend
Flossenlängekurze BrustflossenBrustflosse bis Ansatz der Bauchflosse
Flossenfarberötliche Flossen mit grauen Spitzendurchgehend dunkelgraue Flossen

Ausrüstung

Beim Angeln auf die Güster kann man im Grunde dieselben Methoden anwenden, wie beim Fischen von Brassen. Es kann auch leicht passieren, dass man statt der Güster auch eine Brasse oder ein Rotauge an die Angel bekommt, denn diese beiden Arten gehen im gleichen Habitat auf Nahrungssuche.

Rute

Nach Güstern kann mit einer einfachen Grundrute oder mit einer Feederrute und Futterkorb gefischt werden. Leichte Montagen bieten sich hier an. Bei starken Strömungen oder wenn man mit anderen starken Fischen wie Karpfen rechnen muss, dann sollte der Angler eine Rute mit höherem Wurfgewicht und höherer Schnurstärke verwenden.

Köder

Verschiedenen Köderarten kommen bei der Güster gut an. Maden und Caster gehöre zu den Klassikern, aber auch Würmer in verschiedenen Größen wie kleine Mistwürmer können Verwendung finden. Pflanzliche Köder wie beispielsweise Mais, Weizen oder Brotflocke können mit der Pose oder der Grundmontage zum Einsatz kommen. Anfüttern macht bei der Güster auch Sinn.

Kleine Güster auf Wurm als Köder© Piotr Wawrzyniuk / stock.adobe.com

Kleine Güster auf Wurm als Köder

Schnur

Die Art und Stärke der Schnur hängen natürlich von der Rute, von der Stärke der Strömung und von den anderen Fischen, die sich neben der Güster im Wasser befinden, ab. Wird eine Rute mit mehr Wurfgewicht verwendet, dann passt dazu gut einen 25-30er monofile Schnur oder eine 8-12er geflochtene.

Rolle

Zur vorher beschriebenen Ausrüstung passen Stationärrollen in der Größe 35 bis 50 sehr gut. Die Rolle sollte ein stabiles Getriebe haben und eine kräftige Bremse besitzen. Natürlich funktioniert aber auch ein freilaufendes Modell gut.

Kescher

Damit beim Landen der Güster alles klappt, sollte ein Kescher zum Einsatz kommen. Dieser sollte lang sein und ein großes Netz haben. Spundwandkescher sind ebenfalls gut geeignet, denn einerseits sind sie schonend für den Fisch und andererseits passen sowohl kleine als auch große Fische gut hinein.

Jahreszeiten

Frühling

Güstern kann man gut im späten Frühling angeln. Zu dieser Zeit sind die Chancen, auf kapitale Exemplare besonders groß.

Sommer

Der Sommer eignet sich sehr gut, um auf die Jagd nach den Güstern zu gehen. Denn auch in dieser Jahreszeit hat man gute Chancen große Exemplare zu erwischen. Gerade im Frühsommer, zur Laichzeit der Fische, sind sie besonders aktiv.

Herbst

Der Herbst gehört ebenfalls zur Hochsaison für das Fischen nach Güstern. Im September und Oktober sind die Güstern noch sehr beißfreudig, was einen guten Fang verspricht.

Winter

Im Winter ziehen sich diese Fische in tiefere Gewässerzonen zurück und es wird wesentlich schwerer sie zu fangen. Die Beißfreudigkeit nimmt auch ab, weswegen die Wintermonate nicht gut zum Angeln nach Güstern geeignet sind.

Beisszeiten

Tagsüber

Die beste Zeit, um nach Güstern zu fischen ist die Dämmerungszeit und die Zeit um den Sonnenaufgang herum. Zu dieser Zeit beißen diese Fische besonders gut. Da sie stille Gewässer lieben, sind die besten Plätze fürs Angeln Hafenbecken, Altarme und Buhnenzonen.

Nachts

Die Dämmerung am Abend ist auch eine gute Zeit, um Güstern zu fangen. Ist das Licht jedoch komplett verschwunden, verschwinden auch die Fische. Nachtangeln lohnt sich für diese Tiere daher nicht.

Schonzeiten und Mindestmaße

Die deutschen Bundesländer haben keine gesetzliche Regelung was die Schonzeit oder das Mindestmaß der Güster betrifft. Mindestmaß meint in diesem Fall, dass der Fisch eine gewisse Länge haben muss, damit der Angler ihn fangen darf. In der Schonzeit ist es verboten, nach den Fischen zu angeln. Die Güster darf also ohne Einschränkungen das ganze Jahr über gefischt werden.

Gewässertypen

Fluss

Güstern lieben langsam fließende Flussabschnitte. Dasselbe gilt auch für Bäche. Man findet sie auch häufig in Binnenflüssen wie dem Rhein oder der Elbe. Dort halten sie sich gern in den Häfen, in Altarmen und ruhigen Buchtenzonen auf. Der Untergrund sollte dabei eher weich und schlammig sein und dazu einen guten Bestand an Wasserpflanzen haben.

Kanal

Nährstoffreiche Entwässerungskanäle sind ebenso beliebt bei diesen Fischen. Die Güster stört üppiges Algenwachstum gar nicht. Finden sie genug Nahrung, dann leben sie gerne in Kanälen. Bei einem natürlichen Vorkommen in Kanälen halten sie sich oft in ufernahen Gebieten auf. Aber auch zur Grenze von Freiwasser lässt sich der Fisch gut angeln. Die Güster bevorzugt auch pflanzenreiche Gewässerabschnitte, da sie dort mit Artgenossen auf Nahrungssuche gehen.

See

Auch stille Seen sind eine gute Heimat für diese Fische. Darum findet man auch hier gute Bestände und kann beim Angeln nach dieser Fischart großen Erfolg haben. Selbst große Exemplare lassen sich oft im See finden. Gezielte Angelplätze für Güstern aussuchen ist sehr schwierig. Es gibt keinen speziellen Köder, den man auswerfen kann, damit nur diese Art im Kescher landet.

 

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