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Bitterling© Rostislav / stock.adobe.com

Bitterling (Rhodeus amarus)

Der Bitterling zählt zu der Karpfenfamilie, auch wenn man es ihm wegen seiner geringen Größe nicht ansieht. Er ist in langsam fließenden Gewässern von Mitteleuropa bis Osteuropa zu finden. Seinen Namen verdankt der Fisch seinem bitteren Geschmack, weshalb er eher weniger zum Verzehr geeignet ist.

Wissenswertes über den Bitterling

Lebensraum

Der Lebensraum der Bitterlings erstreckt sich fast über ganz Mittel- und Osteuropa. Nördlich der Alpen schwimmt der Fisch gerne in Flüssen und Bächen, die eine geringe Strömung aufweisen. Lediglich Im Süden Spaniens und Italiens sowie im nördlichen Skandinavien und auf den britischen Inseln ist der Bitterling nicht beheimatet. Allerdings kann er vereinzelt auch in Groß Britannien oder in irischen Gewässern gefunden werden. Das ist aber nicht auf eine natürliche Ursache zurückzuführen. Es ist wahrscheinlicher, dass Züchter den Bitterling erst für die Aquariumshaltung gezüchtet haben und ihn dann später aussetzten, weil er sich in ihren Aquarien nicht wohlfühlte.

Bitterlinge bevorzugen relativ klares, unverschmutztes Wasser. Darum sind größere Ansammlungen des Bitterlings in einem Gewässer ein guter Indikator für die Wasserqualität.

In Bayer und Franken findet man ihn häufiger in Fischteichen. Außerdem gibt es vereinzelte Vorkommen in Kleinasien.

Gruppe Bitterlinge am Grund© Rostislav / stock.adobe.com

Gruppe Bitterlinge am Grund

Bevorzugte Nahrung

Als Mitglied der Karpfenfamilie frisst der Bitterling nahezu alles, was er finden kann. Nach Möglichkeit frisst er Algen oder die Blätter von Pflanzen, die in den Gewässern wachsen. Aber der Bitterling ernährt sich auch von kleinen wirbellosen Tieren wie Würmern, kleinen Krebsen oder den Larven von Insekten. Andere Fische frisst er allerdings nicht, was für ein Mitglied der Karpfenfamilie nicht unbedingt typisch ist.

Größe & Lebenserwartung

Der Bitterling wird im Durchschnitt zwischen 5cm und 9cm groß. Sein durchschnittliches Gewicht liegt bei 15g. Allerdings kann er auch bis zu 60g schwer werden. Seine Lebenserwartung liegt bei 5 Jahren. Die Lebenserwartung kann stark schwanken. Sie hängt damit zusammen, wie die Wasserqualität des Gewässers ist, in dem der Bitterling sich aufhält und wie das Nahrungsangebot bestellt ist. Raubfische spielen eher weniger eine Rolle, weil der Bitterling durch seinen Geschmack auch für größere Fische meistens nicht besonders attraktiv erscheint.

Fortpflanzung

Bitterlinge werden bereits mit zwei oder drei Jahren geschlechtsreif. Die Fortpflanzung ist allerdings sehr speziell. In den Gewässern, in denen Bitterlinge stärker vertreten sind, finden sich auch häufiger sogenannte Malermuscheln. Diese Muscheln sind für den Bitterling überlebenswichtig.

Ab einer Wassertemperatur von 17°C fängt das Bitterling-Männchen an, sich eine Malermuschel oder im Notfall auch eine Teichmuschel auszusuchen. Anschließend lockt er das Weibchen durch spezielle Schwimmbewegungen zu der Muschel. Das Weibchen bildet während der Fortpflanzungszeit eine Legeröhre aus, die ca. 5cm lang ist.

Indem das Weibchen die Legeröhre in den After der Muschel einführt, kann es Eier in er Muschel ablegen. Das Männchen wiederum gibt seinen Samen ab, den die Muschel über ihr Atemwasser aufnimmt. Weil Bitterlinge während der Fortpflanzungszeit zwischen 40 und 100 Eier ablegen, wiederholen die Fische den Vorgang an mehreren Muscheln.

Bitterling Männchen und Weibchen vor Eiablage in Muschel© neil / stock.adobe.com

Bitterling Männchen und Weibchen vor Eiablage in Muschel

Nachdem die Eier im Inneren der Muscheln befruchtet wurden, schlüpfen die ca. 1cm langen Jungfische nach zwei bis drei Wochen im Kiemenraum der Muscheln. Durch die Schale der Muscheln geschützt, sind die kleinen Bitterlinge während des Reifungsprozesses vor Fressfeinden geschützt. Nach ihrem Schlüpfen verlassen sie die Muscheln wieder. Malermuscheln tragen weder durch die Eiablage, noch die Reifung der Jungfische irgendwelche Schäden davon.

Auch wenn die Muschel sich der Jungfische nicht bewusst ist, die in ihr heranwachsen, achtet sie auf ihre Sicherheit. So bewegt sie sich beispielsweise selbstständig in tiefere Gewässer, wenn sie feststellt, dass an ihrer aktuellen Position die Austrocknung droht.

Merkmale des Bitterlings

Der Bitterling zeichnet sich durch eine graugrüne Körperfärbung aus. Mittlerweile gibt es auch gezüchtete Varianten, die eher goldfarben schimmern. Sein Körperbau ist wie bei vielen Karpfenarten recht bauchig. Auffällig ist allerdings der hochgezogene Rücken und dazu im Vergleich einen relativ kleinen Kopf. Außerdem sind seine Schuppen im Vergleich zu anderen Vertretern der Karpfenfische recht groß, sodass von der Schwanzflosse bis zum Kopf zwischen 30 und 40 Schuppen gezählt werden können. Die blaugrünen Längsstreifen leuchten bei der richtigen Lichteinstrahlung deutlich auf.

Die Männchen entwickeln mit der Zeit einen rosafarbenen Bauch und außerdem noch rötlich schimmernde Flossen. Diese Färbung wird auch als Hochzeitskleid bezeichnet, weil es anzeigt, dass die Fische im geschlechtsreifen Alter sind.

Schuppenkleid des Bitterlings© hadot / stock.adobe.com

Schuppenkleid des Bitterlings

Verwandte Fischarten des Bitterlings

Bitterlinge sind mit Karauschen und Schuppenkarpfen verwandt.

Kann man gezielt auf den Bitterling angeln?

Bitterlinge dürfen innerhalb der normalen Regularien beangelt werden. Es kommt allerdings eher selten vor, dass Angler wirklich gezielt Bitterlinge angeln. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Fische aufgrund ihrer Körpergröße keine lohnende Beute sind. Außerdem sind sie durch ihren bitteren Geschmack kaum genießbar und eignen sich weniger für den Verzehr. Er wurde lediglich in Zeiten von großer Armut oder beispielsweise während einer Wirtschaftskrise häufiger geangelt, um ihn zu essen. Heutzutage ist es aber unüblich, einen Bitterling zu angeln, um ihn zu essen.

Angler fangen Bitterlinge meistens eher, um sie als Lebendköder für andere Fische zu verwenden.

Wo und wie kann der Bitterling am besten geangelt werden?

Die beste Chance auf einen Fang haben Angler in Gewässern, die eine eher ruhige Strömung haben. Außerdem empfiehlt es sich, auf mögliche Bepflanzungen in den Gewässern zu achten. Da die Tiere eher Pflanzen als Lebendfutter fressen, halten sie sich auch gerne in der Nähe von Wasserpflanzen auf.

Die beste Zeit für das Angeln von Bitterlingen ist der Frühling vor der Laichzeit. In der Zeit trägt der Fisch sein sogenanntes Hochzeitskleid und seine Farben schillern besonders schön. Für das Angeln nach Bitterlingen empfehlen sich Lebendköder, die das Interesse des kleinen Karpfenfisches auf sich ziehen. Hierfür können beispielsweise die Larven von Zuckmücken verwendet werden. Andere spezielle Angelausrüstung ist nicht notwendig.

Schonzeiten und Mindestmaße des Bitterlings

Lediglich in einem Bundesland darf gezielt auf den Bitterling geangelt werden, dies ist Mecklenburg-Vorpommern. In allen anderen Bundesländern ist das gezielte Angeln auf den Bitterling verboten. Außerdem sollten darauf geachtet werden, dass in den Angelgründen keine Muscheln beschädigen oder entfernen. Da die Muscheln der natürliche Brutraum für die Jungfische darstellen, würde jede Form der Störung dazu führen, dass weniger Bitterlinge aufwachsen und so eventuell der Bestand der Fische mit der Zeit gefährdet wird.

BundeslandSchonzeitenMindestmaß
Baden-Württembergganzjährig-
Bayernganzjährig-
Brandenburgganzjährig-
Berlinganzjährig-
Bremenganzjährig-
Hamburgganzjährig-
Hessenganzjährig-
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengew.)01.04. bis 30.06.-
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengew.)ganzjährig-
Niedersachsen (Binnengew.)ganzjährig-
Niedersachsen (Küstengew.)ganzjährig-
Nordrhein-Westfalenganzjährig-
Rheinland-Pfalzganzjährig-
Saarlandganzjährig-
Sachsenganzjährig-
Sachsen-Anhaltganzjährig-
Schleswig-Holstein (Binnengew.)ganzjährig-
Schleswig-Holstein (Küstengew.)ganzjährig-
Thüringenganzjährig-
 

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