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Angeln ohne Angelschein in Deutschland

Angeln ist eine außergewöhnliche Erfahrung, die viele Menschen hierzulande gerne einmal erleben möchten. Dieses Hobby ist in Deutschland jedoch, wenn du es dauerhaft ausüben möchtest, mit einem gewissen bürokratischen Aufwand und einer Prüfung für den offiziellen Fischereischein (Angelschein) verbunden. Für ein kurzes Urlaubsabenteuer oder ein Schnupper-Erlebnis gibt es für das Angeln ohne Angelschein Ausnahmen und Möglichkeiten in einigen Bundesländern. Insgesamt bestehen 4 verschiedene Möglichkeiten, ohne Angelschein zu angeln.

Möglichkeiten für das Angeln ohne Angelschein

  • Angeln an Besatzseen

    Desweiteren ist es in allen Bundesländern erlaubt, an sogenannten Besatzseen zu angeln. Dies sind vor allem die klassischen Forellenseen, welche künstlich mit Fischen besetzt werden. Hier bedarf es keinen Angelschein. Lediglich eine Erlaubniskarte muss gelöst werden, um hier angeln zu können.

  • Angeln mit dem Jugendfischereischein

    Eine weitere Möglichkeit, in Deutschland auch ohne abgelegte Fischerprüfung zu angeln, ist der Jugendfischereischein. Dieser ist vor allem für sehr junge Angler unter 16 Jahren ausgelegt. Allerdings gibt es auch hier einige Einschränkungen. So muss immer ein volljähriger Angler anwesend sein, der im Besitz eines gültigen Fischereischeins ist.

  • Angeln in den deutschen Nachbarländern

    Etwas anders sieht es dagegen in den deutschen Nachbarländern aus. Eine abgelegte Prüfung ist hier nicht notwendig, lediglich eine Erlaubniskarte muss gelöst werden, um dort angeln zu können. Vor allem die Niederlande, Dänemark, die Schweiz, Polen und Österreich punkten hier mit komfortablen Lösungen, die den Einstieg in den Angelsport problemlos ermöglichen.

Grundlagenwissen für das Angeln ohne Angelschein

Angeln ohne das entsprechende Grundlagenwissen kann zu einem ungewollten Abenteuer und vor allem auch sehr kostspielig werden. In Deutschland gibt es exakte Vorschriften, welche Fischarten geangelt werden dürfen, wann welche Schonzeiten zu berücksichtigen sind und welche Fanggeräte zum Einsatz autorisiert sind. Dies gilt es im Vorfeld zu wissen, vor allem für die Möglichkeit dem Angeln ohne Angelschein nachgehen zu dürfen.

Einen besonders hohen Stellenwert genießt dabei der waidgerechte Umgang mit den Fischen nach dem Fang, damit dies nicht zur Tierquälerei für die Fische wird.

Erlaubnisschein ist meistens erforderlich

Wichtig ist in diesem Kontext für Angler, dass selbst beim Angeln ohne Angelschein für die meisten Gewässern in Deutschland ein Erlaubnisschein erworben werden muss. Dieser wird auch oftmals als Tageskarte oder Gewässerkarte bezeichnet und kann regional bei zuständigen Behörden, Vereinen und Einrichtungen wie Tankstellen oder Geschäften erworben werden. Angeln ohne Erlaubnisschein kann hohe Strafen nach sich ziehen.

Bundesländer für Angeln ohne Angelschein

Falls dich die Lust am Angeln packen sollte, gibt es in ausgewählten Bundesländern spezielle Genehmigungen und Regelungen, die das Angeln ohne Angelschein ermöglichen. Dazu zählen Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bremen, NRW und Brandenburg. Da diese gesetzlichen Regelungen stetigen Änderungen unterliegen können, solltest du dich im Vorfeld noch einmal explizit auf den Informationsseiten des jeweiligen Bundeslandes umsehen.

Brandenburg

Das Bundesland Brandenburg bildet in Deutschland eine Ausnahme. Hier haben Angler die Möglichkeit seit dem 1. August 2006 ohne Fischereischein dem Friedfischangeln nachzugehen. Voraussetzung für das Angeln von Friedfischen ist die Zahlung der Fischereiabgabe sowie der Erwerb eines Erlaubnisschein für das jeweilige Gewässer. Die Angler sollten das Mindestalter von 8 Jahren überschritten haben und sich bei einer Kontrolle ausweisen können (Personalausweis oder Reisepass). Hast du größere Ambitionen im Bezug auf Raubfische, ist ein Angelschein und die damit verbundene Fischereiprüfung notwendig.

Angeln ohne Angelschein in Brandenburg

Bremen

Im Bundesland Bremen wurde das Stockangelrecht als eine Ausnahme vom Fischereischein eingeführt. In den Genuss des Stockangelrechtes kommen volljährige Personen, die ihren Hauptwohnsitz in der Hansestadt haben. Es ermöglicht das Angeln ohne Angelschein an der Weser, der kleinen Weser sowie mehreren weiteren Gewässern. Eine Übersicht dazu erhältst du auf dem Serviceportal der Stadt Bremen, wo der Stockangelschein auch beantragt werden kann.

Angeln ohne Angelschein in Bremen

Mecklenburg-Vorpommern

Das nördliche Bundesland mit der herrlichen Ostseeküste ist von jeher ein beliebtes Ziel von Anglern. Mecklenburg-Vorpommern hat sich auf die hohe Nachfrage eingestellt und einen Touristenfischereischein ins Leben gerufen, der es sowohl Besuchern des Bundeslandes als auch Einheimischen erlaubt diesen einmal im Jahr für vier Wochen zu beantragen. Der Touristenfischerschein kann bei den Ordnungsämtern sowie in zahlreichen Touristenbüros in Mecklenburg-Vorpommern beantragt werden.

Angeln ohne Angelschein in Mecklenburg Vorpommern

Niedersachsen

In Niedersachsen besteht die Möglichkeit ohne Angelschein zu angeln. Dies betrifft vor allem die aufregende Nordseeküste und einige ausgewählte freie Gewässer, die als Küstengewässer eingestuft werden. Dazu zählen Teile der Elbe, Ems, Leda oder Oste. Mitgeführt werden muss dabei ein Personalausweis oder ein Reisepass, um sich bei möglichen Kontrollen ausweisen zu können.

Angeln ohne Angelschein in Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

In NRW ist das Schnupperangeln eine Option sich mit dem Angelsport vertraut zu machen. Laut dem Rheinischen Fischereiverband dürfen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Begleitung von verbandszugehörigen Angelvereinen sich mit diesem außergewöhnlichen Erlebnis vertraut machen ohne im Besitz eines eigenen Angelscheines zu sein. Dies muss aber stets in Begleitung eines erwachsenen Fischereischeininhabers erfolgen, der außerdem die „tierschutzrelevanten Vorgänge“ übernimmt. Dazu gehört unter anderem das Töten der gefangenen Fische oder die Auswahl des Fanggerätes.

Angeln ohne Angelschein in Nordrhein-Westfalen

Schleswig-Holstein

Im nördlichsten Bundesland von Deutschland kann für Interessierte ein Urlaubsfischereischein (Urlaubsangelschein) ausgestellt werden, der an 28 aufeinanderfolgenden Kalendertagen seine Gültigkeit besitzt. Voraussetzung für den Urlaubsangelschein ist, dass der Antragsteller seinen ersten Wohnsitz nicht in Schleswig-Holstein hat. Der Urlaubsfischereischein kann bei allen Ordnungsämtern im Bundesland gegen Vorlage eines Personalausweises oder eines Reisepasses ausgestellt werden. Er ermöglicht das Angeln an allen Gewässern in Schleswig-Holstein, wobei insbesondere das Angeln in der Nord- und Ostsee einen großen Reiz auf Urlauber ausübt.

Angeln ohne Angelschein in Schleswig Holstein

Thüringen

Im Bundesland Thüringen gibt es ebenfalls eine Möglichkeit dem Angeln ohne Angelschein nachzugehen. Hier kann der Vierteljahresschein ohne Fischereiprüfung einmal im Jahr beantragt werden. Alle notwendigen Informationen zum Vierteljahresschein erhalten interessierte Angler beim Landwirtschaftsministerium des Freistaats Thüringen oder dem Landesanglerverband Thüringen. Das notwendige Grundlagenwissen wird über eine Broschüre vermittelt.

Angeln ohne Angelschein in Thüringen

 

  • Erlaubniskarte trotzdem fast immer notwendig!

    Bitte nicht vergessen: Bei allen Sonderregelungen, die durch die Bundesländer getroffen werden, ist an den meisten Gewässern ein Erlaubnisschein oder eines Tageskarte für das Angeln notwendig.

 

Angeln ohne Angelschein in den deutschen Nachbarländern

Niederlande

Das Angeln in den Niederlanden ist ohne einen Angelschein problemlos möglich. Hier ist es Vorschrift, dass der VisPas für das Angeln erworben wird. Der niederländische Fischereischein kann online oder bei Angelgeschäften vor Ort beantragt werden. Weil es auf dem postalischen Weg zu Verzögerungen kommt, kann ein vorläufiger VisPas mit einer Gültigkeit von vier Wochen ausgestellt werden. Die Kosten liegen zwischen 30 und 45 Euro jährlich und sind verbunden mit einer Mitgliedschaft in einem Angelverein. Empfehlenswert für die Niederlande ist eine Gewässerliste (Lijsten van Viswateren) mit den gewässerspezifischen Reglementierungen, damit nicht unwissentlich Straftaten begangen werden. Alternativ lohnt sich die VisPlanner-App, die alle praktischen Informationen auf dem Smartphone vereint.

Wichtig: Auch in den Niederlanden gibt es gesetzliche Vorschriften, die zu berücksichtigen sind. So ist das Angeln von mehr als zwei Zandern oder von Aal untersagt, ebenso wie die Mitnahme von mehr als zehn getöteten Süßwasserfischen von einer Größe über 15 cm aus einem Gewässer.

Angeln ohne Angelschein in den Niederlanden

Dänemark

Das Angeln ohne Angelschein ist in Dänemark vor allem problemlos möglich, wenn du jünger als 18 Jahre bist oder älter als 65. In diesem Fall brauchst du keinen staatlichen dänischen Angelschein. Befindest du innerhalb dieser Altersspanne ist der staatliche dänische Angelschein eine Pflicht, der allerdings ohne eine Prüfung online unter www.fisketegn.dk beantragt werden kann. Dank moderner Technik kann nach der Entrichtung der Gebühr der Angelschein direkt auf das Smartphone geladen werden und ist immer dabei. Die Kosten betragen umgerechnet rund 25 Euro.

Wichtig: In Dänemark muss für das jeweilige Gewässer eine Tages-, Wochen- oder Jahreskarte erworben werden, für die ebenfalls Kosten anfallen können. Alle Informationen dazu finden sich unter www.danskfiskekort.dk. Zu berücksichtigen sind außerdem die Schutzzonen im Meer, in denen das Angeln untersagt ist.

Angeln ohne Angelschein in den Dänemark

Schweiz

In der Schweiz gibt es das sogenannte Freiangelrecht, das an bestimmten Gewässern das Angeln ohne Sachkunde-Nachweis (SANA) oder Patent erlaubt. Dazu zählen der Zürichsee, Greifensee, Pfäffikersee und Türlersee sowie der Bodensee und der Walensee. Voraussetzung ist allerdings, dass nur vom Ufer aus mit einer Angel oder Schnur gefischt werden darf. Köderfische sind in diesem Kontext ebenso untersagt. Eine Erweiterung ist die Patentfischerei für 25 Schweizer Franken, die vor Ort erworben werden kann. Mit der Patentfischerei ist das Angeln für einen Tag oder eine Woche an bestimmten Gewässern auch vom Boot und mit Ködern erlaubt. Ein Sachkundenachweis ist dafür nicht notwendig.

Angeln ohne Angelschein in den Schweiz

Polen

Angeln in Polen ist ohne eine Prüfung möglich und angesichts der zahlreichen Gewässer auch besonders reizvoll. Dafür muss im Vorfeld eine Angelgenehmigung beantragt werden, die in der Regel umgehend vom polnischen Anglerverband PZW ausgestellt wird. Die Kosten können aufgrund keiner gesetzlichen Regelung von Jahr zu Jahr variieren.

Angeln ohne Angelschein in den Polen

Österreich

Das Angeln ohne Angelschein ist in Österreich in den meisten Fällen nur an privaten Angelteichen möglich. Ansonsten sind die Mitgliedschaft in einem Angelverein sowie eine fachliche Unterweisung notwendig.

Angeln ohne Angelschein in den Österreich

Angeln an Besatzseen

Das Angeln ohne Angelschein ist an sogenannten Besatzseen problemlos möglich. An diesen wird eigens ein Fischbestand in regelmäßigen Abstanden eingesetzt. Hobbyangler haben die Möglichkeit eine Tageskarte zu erwerben und Fische für den eigenen Bedarf zu angeln. Es gibt es auch andere Abrechnungsmodelle beispielsweise an Forellenteichen, bei denen am Ende der Fang in Kilogramm abgerechnet wird. Diese Besatzseen werden oft privat betrieben, sind aber eine gute Möglichkeit, um einen Einstieg in das Angeln zu finden.

Wichtig: Auch an diesen kommerziellen Angelteichen gilt das deutsche Tierschutzgesetz und für das Töten eines Wirbeltieres sind auch hier die notwendigen Kenntnisse notwendig. Der Betreiber darf entsprechendes Wissen im Vorfeld abfragen.

Jugendfischereischein: Angeln ohne Angelschein für Minderjährige

Eine gute Lösung für junge angehende Angler ist der Jugendfischereischein in zahlreichen Bundesländern. Dafür ist das Ablegen der Fischerprüfung nicht notwendig, allerdings muss in der Regel die Anwesenheit eines volljährigen Fischereischeininhabers sichergestellt werden. Das Alter für den Jugendfischereischein variiert von Bundesland zu Bundesland. Es kann dabei zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr liegen. Nicht wenige jugendliche Angler, die den Sport für sich entdeckt haben, sind ohnehin in einem Angelverein vertreten und wollen möglichst frühzeitig die Fischereiprüfung ablegen, um eigene Abenteuer zu erleben. Dies ist bereits ab 14 Jahren möglich. Eine Ausnahme in dieser Hinsicht bildet Sachsen-Anhalt. Hier müssen Kinder und Jugendliche eine eigens auf sie abgestimmte Prüfung ablegen. Damit entfällt hier aber die Begleitpflicht eines erwachsenen Fischereischeininhabers.

 

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