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Angelurlaub: Angeln in Österreich

Christoph beim Angeln
  ca. 11 Min.
  18.02.2022

Österreich bietet mit seinen zahlreichen Flüssen, Seen und der hervorragenden Wasserqualität ein tolles Urlaubserlebnis für Angler und Fischfreunde. In jedem der neun Bundesländer gibt es begehrte Angelregionen und einen großen Fischreichtum, der auf Sportangler und Hobby-Fischer wartet. Was es beim Angeln in Österreich zu beachten gibt, kann man hier nachlesen.

Österreich

Voraussetzungen für das Angeln in Österreich

In Österreich braucht man als Angler grundsätzlich einen Angelschein, doch einige Bundesländer haben auch Sonderregelungen. Worauf gilt es hier als Tourist zu achten?

Angeln ohne Angelschein

In Österreich gibt es in einigen Bundesländern Sonderregelungen was das Angeln ohne Angelschein betrifft. Im Burgenland kann man beispielsweise als Fischergast 14 Tage ohne Angelschein angeln. Mit der Fischereigastkarte, die man mit deinem Personalausweis bekommt, kann man so in jedem Gewässer angeln. Auch in Salzburg können Touristen mit einer Gastfischerkarte und der privatrechtlichen Erlaubnis angeln.

In Vorarlberg bekommt man eine Erlaubnis für maximal zwei Wochen, wer länge angeln will, muss fachliche Kenntnisse nachweisen. Auch in Kärnten gibt es die Fischergastkarte, die für das gesamte Landesgebiet gilt. Sie kann entweder für eine Woche oder für vier Wochen gelten.

Dazu sind noch ein Lichtbildausweis und eine Angelkarte für das jeweilige Gewässer nötig. In Oberösterreich gibt es auch eine Gastfischerkarte, diese ist bis zu drei Wochen lang gültig. Dasselbe gilt auch für das Bundesland Wien. In der Steiermark kann der Fischereiberechtigte die Fischergastkarten bei der Bezirksverwaltungsbehörde beantragen. Diese gibt es für bestimmte Gewässer und sie gelten vier Wochen lang.

Wo benötige ich einen Angelschein?

Grundsätzlich benötigt man in Österreich zum Angeln eine gültige amtliche Fischerkarte, die jeweilige Fischerkartenabgabe und die Angelkarte. Die amtliche Fischerkarte bekommt man durch das Absolvieren der Fischerprüfung. Diese sieht jedoch in jedem Bundesland anders aus. Zusätzlich muss man die jährliche Fischerkartenabgabe zahlen, denn nur so ist die Fischerkarte auch gültig. Die Einzahlungsbestätigung sollte man mit ans Gewässer nehmen.

Die Angellizenz ist die privatrechtliche Erlaubnis, um an einem speziellen Gewässer zu angeln. Auch sie darf nicht fehlen, wenn man sich ans Wasser wagt.

Gewässertypen in Österreich

Österreich ist ein Binnenland und hat daher keinen Meereszugang, dafür aber eine große Auswahl an Flüssen und Seen. Auch die Artenvielfalt der Süßwasserfische kann sich sehen lassen. Wo kann man welche Fische fangen?

Angeln an Flüssen

Österreich wartet mit zahlreichen Seen, Flüssen und Bächen auf den begeisterten Angler. Diese haben sehr gute Wasserqualität und vielfältige Fischbestände. Da kommen sowohl Sportangler als auch Hobby-Fischer auf ihre Kosten. Gerade das Fliegenfischen auf Salmoniden ist in Österreich beliebt.

Das klappt vor allem in der Drau in Oberkärnten sehr gut. Der Fluss hat eine hohe Fließgeschwindigkeit und klares Wasser, darum tummeln sich dort Regenbogen- und Bachforellen, Äschen, Nasen und Barben.

Ebenso gut klappt das Angeln nach diesen Fischen in der Großen Mühl, die durch das Mühlviertel und Oberösterreich fließt. Hier gibt es besonders viele Bachforellen, Aiteln und Äschen. Die Großarler Ache in Salzburg zieht jedes Jahr viele Fliegenfischer an, denn sie wird durch klares Gebirgswasser gespeist und bietet einen wunderbaren Lebensraum für Bachsaiblinge, Bachforellen und Äschen.

Angeln an Seen

In Österreich gibt es auch viele stehende Seen, beispielsweise Stauseen. Dort leben bevorzugt Hecht, Zander, Karpfen, Welse, Aalrutten und Schleien. Das Tannheimer Tal in Tirol bietet gleich acht unterschiedliche Gewässer mit sehr gutem Fischbestand. Dort lässt sich dann nach Können und Schwierigkeitsgrad angeln. Hechte, Renken, aber auch Karpfen, Rotaugen und Schleien warten aufs Zubeißen.

Als Alternative zu den Stauseen gibt es in Österreich auch für den Angelsport angelegte künstliche Teiche. Das niederösterreichische Waldviertel ist zum Beispiel für seine Karpfenteiche berühmt.

In den Bichlacher Teichen in Tirol lassen ich dafür verschiedene Forellen fangen. Diese künstlichen Seen sind vor allem im Sommer praktisch, denn dann wird in den natürlichen Seen gerne gebadet und das Angeln vom Boot aus ist verboten.

Die schönsten Angelgewässer in Österreich

Bei der großen Auswahl an Gewässern in Österreich stellt sich schnell die Frage, welches die besten Reviere für begeisterte Angler sind? Nachfolgend gibt es eine kleine Auswahl an besonders beliebten Hotspots.

1. Angeln am Mondsee

Der Mondsee liegt im Salzkammergut in Oberösterreich und ist der einzige große See in Privatbesitz. Dort tummeln sich Saiblinge, Forellen, Hechte und Karpfen. Gastangler können Angelkarten erwerben, die unterschiedlich lange gültig sind. Zwischen 1. April und 2. November darf geangelt werden.

2. Angeln an der Donau Orth

Am Fluss im Nationalpark Donau-Auen darf das ganze Jahr über geangelt werden. Dort können verschiedene Weißfische, Hechte, Zander, Karpfen, Schleien oder Welse gefangen werden. Aber auch Aale, Barsche und Forellen warten auf den versierten Angler. Auch unterschiedliche Techniken wie Spinnfischen oder Fliegenfischen ist möglich. Hier gibt es ebenfalls Gastfischerkarten.

3. Angeln am Hintersee

Der 700m breite See liegt in der Osterhorngruppe in Salzburg. Gastangler können hier vom 1. April bis zum 30. September angeln. Fischarten wie Bachforellen, Äschen, Regenbogenforellen oder Rotfedern sind hier anzutreffen. Pro Tag dürfen nicht mehr als vier Salmoniden geangelt werden. Geangelt werden darf nur vom Ufer aus.

4. Angeln am Alten Rhein

Der Alte Rhein in Vorarlberg liegt an der Grenze zur Schweiz und ist zugleich ein schönes Naherholungsgebiet. Hier wird dem Angler nicht langweilig, denn es lassen sich verschiedene Raub- und Friedfischarten fangen. Aale, Regenbogenforellen, Saiblinge, Karpfen, Zander, Welse, Schleien und Flussbarsche. Auch verschiedene Angeltechniken wie Spinnfischen oder Fliegenfischen sind erlaubt.

5. Angeln im Millstätter See

Im zweitgrößten See Kärntens können Fischer von März bis Mitte Dezember angeln. Forellen, Karpfen, Hechte und Welse beißen hier gerne an. Man kann aber auch Zander, Seesaibling, Aalrutte oder Brachse erwischen. Hier kann man sowohl vom Ufer als auch vom Boot aus angeln. Ebenso gibt es Angelkarten mit unterschiedlicher Gültigkeitsdauer.

Fischarten in Österreich

Zander

Der Zander ist ein Raubfisch, der in langsamen Flüssen und stehenden Gewässern lebt. Er kann bis zu 130cm groß werden und gilt als einer der besten Speisefische. Zander ernähren sich bevorzugt von Fischen und anderen Wassertieren.

Forelle

Die Forelle gehört zu den Lachsfischen und ist in Österreich ein beliebter und begehrter Fisch. Im Süßwasser finden sich vor allem die Unterarten Bachforelle und Regenbogenforelle, doch es gibt auch die Meerforelle. Der beliebte Speisefisch ernährt sich von Wasserinsekten und fliegenden Insekten.

Karpfen

Karpfen leben gerne in warmen, langsam fließenden oder stehenden Gewässern. Sie können bis zu 100 cm lang und 30 kg schwer werden. Ihre Nahrung besteht aus Kleintieren, Insektenlarven und pflanzlicher Nahrung.

Hecht

Der Hecht lebt in stehenden und langsamen Gewässern und hält sich gern in Ufernähe auf. Der Raubfisch kann bis zu 100 cm und länger werden und ernährt sich von Fischen, Fröschen, Vögeln und kleinen Säugetieren.

Wels

Der Wels fühlt sich in größeren Flüssen und Seen wohl. Diese Fischart kann bis zu stolzen 300cm lang und über 100 kg schwer werden und ist daher für Angler eine echte Herausforderung. Welse ernähren sich von Fischen, Amphibien oder Vögeln.

Flussbarsch

Der Flussbarsch kann sich gut anpassen und lebt in fast allen fließenden und stehenden Gewässern. Durchschnittlich werden die Fische bis zu 30 cm lang. Sie fressen kleine Wassertiere und Fische.

Saibling

Saiblinge gehören wie Forellen zu den Lachsfischen und leben bevorzugt in kaltem, klarem Wasser. Er gilt als hervorragender Speisefisch, denn sein Fleisch ist schmackhaft und hat nur wenig Gräten.

Äsche

Äschen halten sich gerne in kühlen und fließenden Gewässern auf. Sie werden durchschnittlich 35 bis 40 cm lang und ernähren sich von Insekten, Kleintieren aller Art und auch von Fischen. Als Speisefisch ist sie beliebt und man kann sie so zubereiten, wie eine Forelle.

Rotfeder

Rotfedern findet man in Seen und langsamen Gewässern mit Wasserpflanzen. Sie werden im Durchschnitt bis zu 30 cm lang und fressen Wasserpflanzen, Algen, Würmer und Insekten. Charakteristisch sind die roten Schwanz- und Rückenflossen.

Aal

Der Aal hat einen langen, schlangenförmigen Körper und werden durchschnittlich ca. 100 cm lang. Sie ernähren sich von Fischen, Fischlaich und anderen Wassertieren. Aal ist ein beliebter Speisefisch und gilt unter Liebhabern vor allem geräuchert als Delikatesse.

Angeln vom Boot in Österreich

Angeln vom Boot aus ist in Österreich erlaubt bzw. an einigen Gewässern kein Problem. Der Vorteil ist, dass man mit dem Boot leicht an die Stelle jedes Gewässers gelangt. Viele Fische erreicht man zu bestimmten Jahreszeiten auch nur vom Boot aus.

In Oberösterreich eignet sich der Thalinger Stausee im Ennsfluss sehr gut. Mit dem Boot lässt sich gut angeln, man darf zwei Ruten mitführen, zudem tote Köderfische. Auch Nachtangeln und Anfüttern ist erlaubt. in Niederösterreich fährt man mit dem Boot am besten am Lunzer See.

Da hier das Ufer kaum zugänglich ist, ist der beste Angelerfolg vom Boot aus zu erwarten. Es gibt eine eigene Bootsvermietung mit Elektrobooten. In der Steiermark kann man den Stausee Erlaufklause mit dem Boot befahren. Durch die Länge des Gewässers ist es schwierig, vom Ufer aus zu angeln.

Auch hier sind Motorboote erlaubt. Der Kärntner Millstätter See ist zum Bootsangeln bestens geeignet, denn die Uferbereiche sind entweder verpachtet oder stark überlaufen. Hier darf man allerdings nur Ruderboote ausleihen. Der Bodensee in Vorarlberg ist der zweitgrößte See in Mitteleuropa. Hier kann man zahlreiche Fische beanglen und mit Motorboot und Echolot auf den See hinausfahren.

Angelausrüstung für Österreich

Bei der empfohlenen Angelausrüstung kommt es sehr auf die Technik an. Beim Fliegenfischen in Österreich empfiehlt sich einen Fliegenrute mit der Schnurklasse 4-5 und einer Rolle zum Wechseln für die Nass- und Trockenschnur. Beim Nassfischen sind Goldnymphen aller Art und Farben sowie Köcherlarven und Steinfliegen sehr nützlich.

Beim Trockenfischen sollte man die Fliegengröße je nach Saison auswählen. Eventuell können je nach Gewässer auch eine Wathose, Schuhe mit einer Filzsohle oder Hüftstiefel erforderlich sein.

Auch die Technik des Spinnfischens ist in Österreich beliebt und funktioniert gut bei den heimischen Fischen. Hier empfiehlt sich eine Spinnrute mit einer Länge von 2,4m und einem Wurfgewicht von 30 Gramm. Dazu passt eine Frontrolle Größe 1000 bis 2500.

Wer eine geflochtene Schnur benutzt, sollte einen Durchmesser von 0,10mm wählen. Entscheidet man sich für eine monofile Schnur, dann sollte der Durchmesser 0,25mm betragen. Als Vorfach verwendet man am besten ein Fluocarbonvorfach oder eines aus Stahl, wenn man Hechte angeln will.

Wer als Köder Spinner wählt, sollte ein Gewicht von 4 Gramm nicht überschreiten. Blinker können ruhig bis zu 6 Gramm haben. Wobbler sollten nicht größer als 8 cm sein, ebenso wie Gummifische. Zu ihnen muss man dann noch den passenden Jigkopf wählen.

Schonzeiten und Mindestmaße in Österreich

Die folgende Tabelle bietet eine allgemeine Übersicht der Schonzeiten und Mindestmaße beliebter Zielfische in Österreich. Innerhalb der Schonzeiten dürfen keine Fische aus den Gewässern geangelt werden. Wird ein Fisch gefangen, der das vorgegebene Mindestmaß nicht erreicht hat, dann muss dieser ohne weitere Verletzungen zurück ins Wasser gesetzt werden.

Fischart Schonzeit Mindestmaß Bundesland
Aal Wien
Äsche 01.03.-30.04. 30 cm Wien, OÖ
Hecht 01.02.-30.04. 55 cm Wien, OÖ
Zander 01.04.-31.05. 45 cm Wien
Bachforelle 01.09.-15.03. 26 cm Wien
Regenbogenforelle 01.01.-15.03. 26 cm Wien, ST
Bachsaibling 16.09.-15.03. 22 cm Wien, OÖ, ST
Karpfen (Zuchtform) 01.05.-31.05. 35 cm OÖ, NÖ
Karpfen (Wildform) 01.05.-30.06. 35 cm Wien
Rotfeder 01.04.-31.05. 12 cm
Flussbarsch 01.03.-31.05. Wien
Wels 01.06.-30.06. 80 cm
Barbe 01.05.-15.06. 35 cm Wien

Kennzeichnung:

OÖ: Oberösterreich

NÖ: Niederösterreich

ST: Steiermark

Die Schonzeiten und Mindestmaße in Österreich variieren nicht nur von Bundesland zu Bundesland. Selbst für Gewässer im gleichen Bundesland kann es sein, dass es unterschiedliche Vorgaben gibt. Es ist daher wichtig, sich im Vorhinein genau über die Maße und Zeiten zu informieren. Dazu kommt, dass viele Fische das ganze Jahr über eine Schonzeit genießen.

Ausfuhr von gefangenem Fisch nach Deutschland

Die Ausfuhr von Fisch von Österreich nach Deutschland ist für den privaten Gebrauch kein Problem. Österreich ist wie Deutschland ein Teil der EU. So dürfen Waren ohne viele Kontrollen und Zollbestimmungen über die Grenzen gebracht werden.

Die Menge des Fisches muss sich jedoch an die Verbrauchsmenge einer Privatperson anpassen. Ansonsten kann es sein, wie in anderen EU-Ländern, dass die Zollbehörde einen Blick auf das Reisegepäck wirft. Es liegt so auch beim Angler, verantwortungsvoll zu sein und keine Unmengen an Fisch mit sich zu führen.

 

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