Skip to main content

Angelurlaub: Angeln in Frankreich

Christoph beim Angeln
  ca. 12 Min.
  10.02.2022

Frankreich verfügt über mehr als 3.000 km Meeresküste und dazu über viele Seen und Flüsse. Die naturbelassenen Anglerreviere mit sehr guter Wasserqualität locken viele Süßwasserangler an. Auf was ihr beim Angeln in Frankreich achten müsst, wo ihr einen Angelschein benötigt, welches die schönsten Angelreviere sind und wie ihr den gefangenen Fisch mit nach Deutschland nehmen könnt, erklären wir euch in diesem Artikel.

Frankreich

Voraussetzungen für das Angeln in Frankreich

Wer in Frankreich die Angel auswirft, kann mit tollen Fängen rechnen, sowohl im Salz- als auch im Süßwasser. Zum Meeresangeln benötigt man nicht einmal einen Angelschein. Doch welche Regeln müssen beim Fischen in den unterschiedlichen Gewässern beachtet werden?

Angeln ohne Angelschein

Normalerweise benötigt man einen Angelschein, um in Frankreich zu fischen. Doch das betrifft nur Binnengewässer wie Flüsse, Bäche oder Seen. Wer dort ohne einen Angelschein erwischt wird, dem drohen saftige Bußgelder. Ohne einen Angelschein lässt sich am besten an den Meeresküsten fischen.

Trotzdem muss man sich an die dort geltenden Regeln halten. An der Küste darf mit einer Rute und maximal zwei Haken geangelt werden. Fische, welche nicht verzehrt werden sollen oder kleinere Fische müssen wieder ins Meer zurückgegeben werden.

Angeln an Frankreichs Küste auch ohne Angelschein möglich© aquaphoto / stock.adobe.com

Angeln an Frankreichs Küste auch ohne Angelschein möglich

Seine gefangenen Fische darf man auch nur mit einer besonderen Erlaubnis verkaufen. Als Hobby-Angler darf man nur für den eigenen Bedarf bzw. zu Unterhaltungszwecken angeln. Auch gilt zu beachten, dass nicht überall an der Küste geangelt werden darf, beispielsweise nicht an diversen Häfen, Militärbasen oder in der Nähe von Fabriken.

Wo benötige ich einen Angelschein?

Wer einen deutschen Angelschein besitzt, muss beim Angeln in Frankreich trotzdem einen französischen erwerben. Diesen gibt es entweder für das jeweilige Department oder man kauft einen Angelschein online. Die Angelrechte gehören entweder dem Staat oder den Anrainern als Eigentümern. Anglervereine pachten oder erwerben das Recht, um den Anglern die Ausübung ihres Sportes bzw. Hobbys zu ermöglichen.

Mit dem Angelschein darf man in jedem Gebiet angeln, für das der Verein die Zulassung hat bzw. in jedem Gebiet, für das der Schein erworben wurde. Ein Jahresschein für einen Erwachsenen kostet etwa zwischen 70 und 80 Euro. Es gibt auch einige günstigere Kennenlernscheine für Jugendliche oder Frauen.

Angelscheine können bequem unter de.cartedepeche.fr erworben werden.

Angelschein Frankreich

Angelregionen und Gewässer in Frankreich

Frankreich gehört zu den beliebtesten Ländern für den Anglersport, denn neben der kilometerlangen Küste kann auch an zahlreichen Binnengewässern geangelt werden. Besonders beliebt sind etwa die Seen, Flüsse und Bäche in der Auvergne, der Franche-Comté oder in den Pyrenäen.

Meeresangeln

Beim Meeresangeln in Frankreich ist die sogenannte “Pêche a Pied” beliebt. An Tagen, wo durch die Ebbe mehr Land, als üblich, freigesetzt wird, kommen viele Angler in die Wattgebiete. Mit Schaufeln, Harken und Keschern machen sie Jagd auf Mollusken und Schalentiere. Mit etwas Glück fängt man auch einen Hummer.

Angeln bzw. Sammeln von Muscheln bei Ebbe in Frankreich© Delphotostock / stock.adobe.com

Angeln bzw. Sammeln von Muscheln bei Ebbe in Frankreich

Für diese Art des Fischens ist kein Angelschein nötig, doch manchmal wird sie zum Schutz der Arten für einige Zeit ausgesetzt. Deshalb ist es wichtig, sich vor Ort über die genauen Regeln zu informieren. In den Häfen ist es teilweise möglich, Törns zum Hochsee-Angeln zu buchen. Natürlich kann man auch selbst Boote mieten und von dort aus fischen.

Angeln an Binnengewässern

Die Binnengewässer in Frankreich werden in zwei unterschiedliche Kategorien unterteilt. Je nach Kategorie ist nur eine bestimmte Anzahl an Ruten gestattet oder es darf nur zu bestimmten Zeiten gefischt werden.

Die erste Kategorie umfasst Flüsse und Seen mit Forellenpopulation oder ähnlichen Fischen. Hier sind Ruten mit zwei Haken oder drei künstlichen Fliegen erlaubt. Die zweite Kategorie sind Flüsse und Seen mit Karpfenfischen, Weißfischen und Raubfischen. Hier sind bis zu vier Ruten mit je zwei Haken oder drei künstliche Fliegen erlaubt.

Die schönsten Angelgewässer & Regionen in Frankreich

Die Pyrenäen – Angelurlaub in der Bergidylle

Die Pyrenäen sind die ideale Gegend für alle Fliegenfischer, die in dieser rauen Bergwelt Forellen angeln wollen. Der Gebirgszug bietet zahlreiche Bergseen und reißende Gebirgsbäche, in denen ganze Schwärme von Regenbogenforellen zu finden sind. Am besten stellt man den flinken Fischen am Morgen nach, denn da beißen die hungrigen Forellen auf fast alle Köder.

Angeln in den Pyrenäen, Frankreich© Lars Niebling / stock.adobe.com

Angeln in den Pyrenäen, Frankreich

Die Region Rhône-Alpes

Diese Region befindet sich zwischen Grenoble und Nizza im Osten des Landes. Die Haut-Savoie nahe der Grenze zu Italien bietet kilometerlanges Flussufer und viele Seen. Hier kann man auf Jagd nach Forellen und Hechten gehen. Aber auch Saibling und Karpfen lassen sich hier fangen.

Angeln in den Rhone Alpes, Frankreich© into the wild / stock.adobe.com

Angeln in den Rhone Alpes, Frankreich

Die Küste Korsikas – Angeln im Mittelmeer

Frankreich bietet den Zugang zu zwei verschiedenen Meeren. Im Süden liegen die Strände der Coté d’Azur, die zum Angeln allerdings nicht so geeignet sind. Dafür lassen sich an der Küste Korsikas kapitale Fische fangen. Besonders lohnenswert ist es, den Schwärmen von Sardinen zu folgen.

Angeln auf Korsika, Frankreich© arnaud laqueyrie / stock.adobe.com

Angeln auf Korsika, Frankreich

La Rochelle und die Nordküste

La Rochelle ist ein interessantes Angelrevier für alle Fischfans. Hier gibt es Makrele, Heilbutt, Dorsch und sogar exotische Fische wie den Red Snapper. Durch die Klimaerwärmung und den Golfstrom kommen diese Fische bis an die Nordküste Frankreichs.

Angeln in La Rochelle, Frankreich© Picturereflex / stock.adobe.com

Angeln in La Rochelle, Frankreich

Angeln im Loire-Tal

Wer gerne seine Ruhe beim Fischen hat, der ist in der Loire-Gegend gut aufgehoben. Die zahlreichen Bäche und Flüsse wurden hier über die Jahrhunderte miteinander verbunden. Zwar finden sich hier selten Forellen, dafür aber Aal, Hecht, Saibling, Karpfen und Zander.

Angeln im Loire Tal, Frankreich© hassan bensliman / stock.adobe.com

Angeln im Loire Tal, Frankreich

Fischarten in Frankreich

In Frankreich lassen sich über 80 verschiedene Fische fangen, die Auswahl ist also riesig. Nachfolgend werden die häufigsten und wichtigsten Zielfische aus Salz- und Süßwasser aufgeführt.

Salzwasser

Wolfsbarsch

Neben der Dorade gehört der Wolfsbarsch zu den beliebtesten Mittelmeerfischen. In der Gastronomie gehört er aufgrund seines weißen, saftigen Fleisches zu den edelsten Fischen.

Seezunge

Die Seezunge gehört zur Familie der Plattfische. Sie ist einer der begehrtesten und teuersten Speisefische. Diese Fischart wird etwa 70 cm lang und lebt in küstennahen, tiefen Gewässern.

Gefleckter Seewolf

Der Gefleckte Seewolf kommt vor allem im nördlichen Atlantik vor und ist eng mit dem gestreiften Seewolf verwandt. Auch er ist als Speisefisch äußerst beliebt.

Steinbutt

Auch der Steinbutt ist ein Verwandter aus der Familie der Plattfische. Sein leicht nussiger Geschmack macht ihn als Speisefisch begehrt, außerdem enthält er viele gesunde Vitamine.

Meerbrasse

Meerbrassen sind eine Familie der Barschartigen. Dazu gehören zum Beispiel die Gemeine Meerbrasse oder die Goldbrasse. Diese Fische schmecken besonders gut gefüllt oder gebraten.

Stachelrochen

Der Stachelrochen hat seinen Namen durch einen Giftstachel an seinem Hinterleib. Die friedlichen Unterwasserbewohner greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Ein Sich kann durchaus tödlich enden, darum ist hier Vorsicht geboten.

Süßwasser

Hecht

Der Hecht gehört zu den Raubfischen und ist in Frankreichs Flüssen weit verbreitet, vor allem in der Loire-Gegend. Er gehört zu den beliebtesten Speisefischen und ist für viele Angler ein gern gesehener Fang.

Barsch

Barsche sind Süßwasserfische und sind in ganz Europa beheimatet. Dieser Fisch, auch Flussbarsch genannt, wird zu den Raubfischen gezählt, da er sich überwiegend von anderen Fischen ernährt.

Zander

Der Zander gehört zur Familie der Barsche. Er ist bei Anglern ein beliebter Zielfisch und hat auch als Speisefisch eine große Bedeutung. Er schmeckt sowohl gekocht, als auch gebraten sehr gut.

Wels

Welse lieben warmes Wasser und leben daher meist in großen und stehenden Gewässern. Er gehört zu den größten Süßwasserfischen Europas und kann bis zu 200 kg wiegen.

Karpfen

Karpfen gehören zu den Weißfischen und sind in Europa bzw. in Frankreich weit verbreitet. Er ist ein beliebter Speisefisch, der gern zu besonderen Anlässen auf den Teller kommt und als eiweißreich und gesund gilt.

Forelle

Die Forelle gehört zu den lachsartigen Fischen und ist wohl einer der beliebtesten Speisefische in Europa. Frankreich züchtet besonders viele Forellen und gehört damit zu den größten Züchtern in Europa.

Angeln vom Boot in Frankreich

Angeln vom Boot aus kann man in Frankreich auf verschiedene Art und Weise. Mieten kann man sowohl Segelboote als auch einen Törn zum Angeln auf hoher See. Motorboote und Hausboote bieten sich für alle an, die lieber in den Binnengewässern angeln. Beim Hochsee-Angeln gilt es nur ein begrenztes Volumen zu beachten, das gefangen werden darf. Für das Angeln in den Binnengewässern ist ein spezieller Anglerschein nötig.

Angelausrüstung für Frankreich

Je nachdem, in welcher Region geangelt wird, bedarf es einer anderen Ausrüstung. Im Folgenden werden beliebte Methoden für das Angeln am Meer und an Binnengewässer erläutert.

Meeresangeln

Beim Angeln an der Nordküste Frankreichs kommt es auf die richtige Ausrüstung an, denn hier herrschen raue Bedingungen. Zum Klippenangeln nimmt man am besten eine 3,50 m lange Angelrute mit einem Wurfgewicht von mehr als 100 Gramm.

Mit dieser lässt es sich gut Naturköderangeln und eine Pose mit Grundmontage einsetzen. Die Rolle wird mit einer 0,45mm monofilen Schnur bespult. Naturköder kann man entweder je nach Verfügbarkeit kaufen oder vor Ort sammeln. Hier gilt es nur auf die geschützten Arten zu achten.

Brandungsangeln in Frankreich© aquaphoto / stock.adobe.com

Brandungsangeln in Frankreich

Wer lieber am Mittelmeer angelt, der profitiert von leichtem Spinnfischen. Dazu braucht man eine Spinnrute, wie sie sich für das Fischen von Forellen oder Barschen eignet, eine kleine Stationärrolle mit 0,10 bis 0,12 mm und geflochtener 0,25 mm monofiler Schnur.

Dazu eine Box mit Wobblern und eventuell ein paar Twistern. Die Wobbler sollten eine Größe von 7 bis 10 cm haben und Farbakzente in Rot, Gelb oder Orange eignen sich gut. Wer es auf Meeresräuber wie den Wolfsbarsch abgesehen hat, sollte Modelle mit 8 bis 10 cm Länge auswählen.

Angeln auf Wolfsbarsche in Frankreich© battler / stock.adobe.com

Angeln auf Wolfsbarsche in Frankreich

Angeln an Binnengewässern

An den französischen Seen ist vor allem das Barschangeln sehr beliebt. Hier geht der Angler auf Jagd nach Schwarzbarschen. Diese gibt es in Deutschland so gut wie nicht, denn dort ist der Flussbarsch heimisch. Schwarzbarsche sind größer und aggressiver als seine deutschen Verwandten und wehren sich mit aller Kraft. Die Drop-Shot-Montage eignet sich für diese Art von Fisch am besten.

Angeln auf Schwarzbarsche in Frankreich© FedBul / stock.adobe.com

Angeln auf Schwarzbarsche in Frankreich

Ursprünglich in Amerika erfunden, hat sich diese Methode aber auch in Frankreich durchgesetzt. Ein Stabblei stabilisiert die Schnur am Gewässerboden. Für die Hauptschnur eignet sich eine 16er geflochten. Dazu kommt noch ein 150 cm Vorfach mit 22er Fluorocarbon. Diese beiden werden mit einem Albright-Knoten verbunden. Als Köder eignet sich ein Gummifisch mit Offset-Haken.

Fliegenfischen in Frankreich

Fliegenfischen in Frankreich

Schonzeiten und Mindestmaße in Frankreich

Die folgende Tabelle gibt Auskunft zu den Schonzeiten und Mindestmaßen einiger beliebter Zielfische in Frankreich. Werden Fische außerhalb der angegebenen Schonzeit gefangen, können hohe Bußgelder folgen. Sollte bei einem Fang der Fisch nicht das vorgeschriebene Mindestmaß haben, muss dieser so schnell wie möglich und ohne Verletzungen wieder zurück ins Meer gesetzt werden.

Fischart Schonzeit Mindestmaß Gewässertyp und Kategorie
Wolfsbarsch und Seebarsch 42 cm Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik
Wolfsbarsch und Seebarsch 30 cm Mittelmeer
Seezunge 24 cm
Steinbutt 30 cm
Hecht 01.01.– 18.04. 50 cm Kategorie 2
Barsch 01.01.– 18.04.
Forellenbarsch (Black Bass) 30 cm Kategorie 2
Zander 40 cm Kategorie 2
Forelle 23 cm

Die Angaben in dieser Tabelle sind Anhaltspunkte. Genaue Informationen zu Fang- und Schonzeiten sowie den Mindestmaßen der jeweiligen Regionen sollten vorab bei den verantwortlichen Ämtern erfragt werden.

Die allgemeinen Fangzeiten werden je nach Kategorie festgelegt:

  • Kategorie 1 (Salmonidenflüsse): 26.03. bis 12.09.
  • Kategorie 2 (sonstige Gewässer): 12.06 bis 07.03., reguläre Schonzeiten können im Osten unterbrochen werden.

Genaue Angaben zu den Gewässerkategorien laut Tabelle gibt es im Abschnitt 3 -Angelregionen und Gewässer (Süßwasser)

Ausfuhr von gefangenem Fisch nach Deutschland

Die Regelungen für die Ein- und Ausfuhr von Lebensmitteln für den Eigenbedarf ist zwischen Frankreich und Deutschland nicht eingeschränkt. Bei Reisen per Flugzeug oder Schiff gelten für das Gepäck jedoch andere Bestimmungen, über die man sich im Vorhinein informieren sollte.

Beide Länder gehören der EU an, wodurch die meisten Waren ohne große Kontrollen und ohne Zoll über die Grenze gebracht werden können. Dasselbe gilt auch für Fisch und Fischerzeugnisse. Solange sich die Menge im normalen Bereich für den Eigenverbrauch befindet, gibt es keine Einschränkungen.

Häufige Fragen zum Angeln in Frankreich

In Frankreich kann sowohl an der Küste als auch im Binnenland geangelt werden. An welchem Gewässer mit einem Angelschein geangelt werden darf, ist online in verschiedene Kategorien eingeteilt und einsehbar.
Ist Frankreich ist das Angeln an der Küste ohne Angelschein möglich. Dazu gehört auch das Graben nach Muscheln und das Fischen mit kleinen Netzen.
In Frankreich gibt es verschiedene Arten von Angelscheinen. Am interessantesten sind hier vor allem der Urlaubs-Angelschein. Dieser ist 7 aufeinanderfolgende Tage gültig und kostet 32 Euro.
 

Fandest du den Artikel hilfreich?

0 / 5 Gesamt: 5

Your page rank: