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Gummifisch

Gummifisch

Ein überaus beliebter Köder beim Angeln auf Raubfische im Süß- und Salzwasser ist der Gummifisch. Auch wenn dieser Köder bereits seit Jahrzehnten existiert, hat die Branche gerade in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt. Seither sind Gummifisch in allen denkbaren Ausführungen von den unterschiedlichsten Marken und Herstellern erhältlich. Im diesem Artikel möchten wir euch einen kleinen Überblick über alle wichtigen Informationen zum Gummifisch als Köder geben.

Mit Gummifischen perfekt echte Fische imitieren

Ausschlaggebend für den Erfolg ist die mit dem Einsatz des Kunstköders einhergehende spezielle Bewegungsmethode, die Sie als Anwender gekonnt umsetzen sollten, um dem Fisch eine mögliche Beute zu suggerieren. Raubfische haben ein besonders gut ausgeprägtes Organ, die sogenannte „Seitenlinie“. Dieses ermöglicht es den Fischen, auch kleinste Bewegungen oder Druckschwankungen im Wasser wahrzunehmen.

Diesen Umstand machen sich Gummifische und andere Kunstköder zunutze, indem sie genau solche Bewegungen imitieren. Die im Wasser lebenden Prädatoren identifizieren das Objekt als schwachen oder verletzten Fisch, der insofern eine leichte Beute darstellt und infolgedessen angegriffen wird.

Grundlegend reagieren Raubfische auf derartige Kunstköder. Im Bereich des Süßwassers sind dies zumeist Hechte, Zander, Barsche und Forellen. Allerdings zeigten sich auch größere Erfolge im Bereich des Fischens auf Aale, Döbel oder sogar Welse, welche eine unglaubliche Größe erreichen können und den Angler dementsprechend vor so manches Problem im sogenannten Drill stellen.

Die richtige Technik beim Angeln mit Gummifisch

Charakteristisch für das Angeln mit Gummifischen ist die besondere Technik. Sobald Sie in der Lage sind, den Köder in angemessen natürlicher Manier zu präsentieren, werden sich nach und nach häufigere Erfolge einstellen. Ungenaue und infolgedessen uninteressante Bewegungen lassen den Raubfisch das Interesse verlieren oder erst gar keines aufbauen.

Im folgenden Abschnitt lernen Sie die verschiedenen Techniken des Raubfischangelns mit Gummifischen kennen, um auch den stursten Fisch überlisten zu können.

Jiggen / Faulenzen

Eine der erfolgreichsten Methoden in Bezug auf das Angeln mit Gummifischen stellt die Technik des „Jiggens“ dar. Bei dieser Variante wird der Kunstköder mithilfe zweier dicht aufeinandergefolgten Zupfbewegungen und den darauf folgenden Absinkphasen als überaus attraktiv für den jeweiligen Raubfisch präsentiert. Durch in der Regel zwei aufeinanderfolgende schnelle Kurbelumdrehungen werden mehr Bereiche des Grundsegments aufgewirbelt. Der Kunstköder steigt also durch das doppelte Zupfen an der Rute höher auf und sinkt demzufolge auch länger ab. Dieser Umstand führt zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit seitens der Zielfische.

Grundsätzlich ist die Absinkphase des jeweiligen Köders der bedeutsame Faktor. Unterschieden wird hier zwischen kurzen und langen Absinkphasen. Beide Möglichkeiten weisen jeweils Vorzüge auf und sollten je nach Zielfisch entsprechend eingesetzt werden. Kurze Absinkphasen werden durch Köder mit einem größeren bzw. schwereren Bleikopf erreicht. Dies eignet sich besonders für das Angeln auf Zander oder Barsche. Das schwere Gewicht zieht den Köder immer wieder schnell in die zu beangelnde Beißzone.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass auch Fische angesprochen werden, die sich zum Zeitpunkt des Angelns in eher ausharrender Position befinden. Das etwas härtere Aufsetzen des Köders am Grund animiert den Zielfisch in aller Regel, was letztlich zum Biss führen kann.

Langsame und demzufolge langandauernde Absinkphasen dagegen werden mittels leichterer Bleiköpfe erzeugt und sind besonders dann von Vorteil, wenn sich die Räuber in bissfreudiger Laune befinden. Im Allgemeinen wirkt das Fischen mit etwas leichteren Kunstködern als natürlicher, da sich der Gummifisch länger in Bewegung befindet. Insbesondere Hechte lassen sich mit dieser Taktik häufig überführen.

Wahl des richtigen Jigkopfes ist entscheidend

Wahl des richtigen Jigkopfes ist entscheidend

Ausschlaggebend für die jeweilige Dauer der Absinkphase ist die Wahl des richtigen Bleikopfes. Der Erie-Jigkopf-Form eignet sich beispielsweise sehr gut, wenn der Köder langsam Absinken soll.

Dem gegenüber steht der „Rundkopf“, welcher aufgrund des weniger geringen Widerstands schneller auf den Grund absinkt. Der unumstößliche Vorteil dieses Vertreters ist die universelle Einsatzfähigkeit. Er kann in so ziemlich für die meisten Taktiken eingesetzt werden.

Vertikalangeln

Eine weitere Methode stellt das „Vertikalangeln“ dar. Begrifflich gesehen gilt jede Form des Angelns in lotrechter Ausrichtung als „Vertikalangeln“.

Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um das Fischen über einem Steg, einem Boot oder einem Eisloch handelt. Grundlegend hat sich diese Version beim Zander sehr gut bewährt und wird dementsprechend häufig verwendet. Die Ausführung benötigt in aller Regel ein genaues Gespür. Es ist von bedeutender Natur, zu jedem Zeitpunkt des Angelns zu wissen, auf welcher Höhe sich der Köder befindet. Dem Zielfisch gilt es, seine Beute in so naturähnlicher Verfassung wie nur irgend möglich, zu präsentieren, um ihn zum Biss zu verführen. Der Köder wird in unterschiedlicher Geschwindigkeit in vertikaler Ausrichtung auf und ab bewegt. Ratsam bei dieser Variante des Fischens ist die Verwendung eines Gummifisches mit einem schweren Bleikopf, da dieser zielgerichteter absinken kann.

Welche Gummifisch-Größe für welchen Zielfisch?

Die Vielfältigkeit beim Kauf eines Gummifisches kann für so manchen Angler erschlagend wirken. Dennoch lässt sich mit gewissen „Know-how“ schnell Licht ins Dunkel bringen. Mittlerweile sind Kunstköder in wirklich allen Formen und Größen zu finden. Ob große oder kleine, dicke oder eher schmale Gummifische, der Markt für derartige Lockmittel entwickelt sich laufend weiter. Wer allerdings hier nicht genau weiß, auf welchen Fisch er Jagd machen möchte und zu welchen Gegebenheiten er angeln wird, dem wird der Erfolg in jedem Fall nicht vergönnt sein.

Es ist von ausschlaggebender Wichtigkeit, dass Sie sowohl das Gewässer als auch die jeweilig vorherrschende Jahreszeit sowie das Wetter im Allgemeinen bei Ihrer Planung miteinbeziehen.

„Die Kleinen holen die Großen.“ Wer sich mit alt eingesessenen Anglern unterhält, wird diese Halbwahrheit schon so manches Mal gehört haben. Grundsätzlich verhält es sich so, dass Gummifische von eher kleinere Erscheinung durchaus erfolgsversprechend agieren. Das hat den Grund, dass kleine Beutefische perfekt ins Schema eines jeden Raubfisches passen. Dennoch sollte man die jeweilige Jahreszeit berücksichtigen. Besonders zu Zeiten junger Brutfische (meist im Sommer), herrscht ein Überangebot an tendenziell eher kleineren Beutetieren.

Herbst Zander gefangen auf den Fox Rage Slim Shad

Herbst Zander gefangen auf den Fox Rage Slim Shad

Insofern machen zu diesen Zeiten kleine Gummifische wenig Sinn, da der Raubfisch diesem Köder kaum Beachtung schenken wird, sofern er nicht direkt vor seiner Nase schwimmt. Größere Lockmittel sind aus diesem Grund effektiver, da sie sich von der jeweilig vorherrschenden Situation im Wasser abheben und einen „Sonderfall“ darstellen.

Dementsprechend ist eine genaue Zuweisung einer bestimmten Ködergröße zum jeweiligen Zielfisch nicht immer zielführend bzw. sinnvoll. Beispielsweise können sowohl große Hechte aber auch kleine Barsche auf eher kleinere Gummifische reagieren et vice versa.

Dennoch haben wir für Sie einen kleinen Leitfaden zusammengestellt, welcher sich in der Vergangenheit durchaus bewähren konnte.

Mit Gummifisch auf Zander angeln

Zander beißen, besonders zu kälteren Jahreszeiten, sehr gerne auf Gummiköder mit einer Größe von 12-18 cm. Dies liegt daran, dass sich sich weniger bewegen und daher lieber wenige große als viele kleine Fische fressen. Entsprechend funktionieren im Sommer bei wärmeren Temperaturen vor allem kleinere Köder mit einer Größe von 7-12 cm sehr gut.

Wer jedoch gezielt größere Exemplare fangen möchte, der sollte auch im Sommer nicht mit zu kleinen Ködern angeln. 10cm sollten es hier mindestens sein, besser noch sind 12cm.

Zander gefangen auf Gummifisch

Kleiner Zander gefangen auf mittelgroßen Gummifisch (© ConnySkogberg / stock.adobe.com)

Mit Gummifisch auf Hecht angeln

Hechte lassen sich mit ähnlichen Ködergrößen wie auch Zander überlisten. Allerdings darf es hier auch ruhig mal eine Nummer größer sein. Gerade im Herbst und Winter sind Köder mit 20cm und größer oft Garant für große Hechte.

Kapitaler Hecht auf Gummifisch

Kapitaler Hecht auf Gummifisch (© vitaliy_melnik / stock.adobe.com)

Mit Gummifisch auf Barsch angeln

Barsche sind recht aggressive Räuber und attackieren auch gerne Köder, die halb so groß wie sie selber sind. Da sind allerdings deutlich kleiner sind als zB. ein Zander, ist hier meist bei 10cm Schluss.

Gummifische in grellen Farben funktionieren bei Barschen besonders gut

Gummifische in grellen Farben funktionieren bei Barschen besonders gut (© Piotr Wawrzyniuk / stock.adobe.com)

Sehr gut eignen sich vor allem kleine Köder von 5cm, um die Barsche zu lokalisieren. Fängt man einige kleine Barsche, dann lohnt es sich, den Köder eine Nummer größer zu wählen, um gezielt die größeren Exemplare zu fangen. Meist sind Köder mit einer Größe von 7,5cm eine gute Wahl, um mittlere und große Barsche zu fangen.

Anders als bei Zandern gilt der Grundsatz „Je kälter die Jahreszeit, desto größer der Köder“ bei Barschen nicht unbedingt. Aufgrund des aggressiven Jagdverhaltens werden größere Köder auch im Sommer gerne attackiert.

Schwanzformen beim Gummifisch und was sie bewirken

Eine überaus wichtige Rolle spielt die Schwanzform des jeweiligen Köders. Diese bestimmt sowohl die Stärke als auch die Form der erzeugten Druckwellen unterhalb des Wassers.

Nachfolgend finden Sie eine Liste mit allen relevanten Formen und dessen Aktionspotential.

Schaufelschwanz

Diese Form bewirkt eine recht ausladende Bewegung und erzeugt somit sehr starke Druckwellen. Besonders effektiv ist diese Version beim Jiggen und Einkurbeln des Köders.

Sichelschwanz

Dieser sorgt mit seiner Form für eine stark schlängelnde Bewegung, die wiederrum weniger Druck auf das Wasser ausübt. Insbesondere beim Jiggen, Einkurbeln und bei Texas bzw. Carolina Rig-Montagen wirkt sich diese Schwanzform anregend auf den jeweiligen Zielfisch aus.

V-Schwanz

Eine Form, die für diskrete Schwingungen und zarte Zitterbewegungen sorgt. Zusätzlich zum Jiggen, Jerken und Vertikalangeln hat sich diese Schwanzform auch bei den Texas- und Carolina Rig-Montagen als erfolgreich herausgestellt.

Keilschwanz

Ein weiterer Vertreter, der mittels schnellen und engeren Bewegungen für starke Druckwellen unter Wasser sorgt. Speziell beim Einkurbeln, Jiggen und Vertikalangeln konnten in der Vergangenheit bereits zahlreiche Erfolge verbucht werden.

Fransenschwanz

Durch ein Aufplustern und Wackeln der feingliedrigen und faserigen Enden dieser Schwanzform entstehen viele feine Schwingungen, die sich sowohl beim Jiggen und Vertikalangeln aber auch bei der Texas bzw. Carolina Rig-Montage beweisen konnten.

Biberschwanz

Der Biberschwanz sorgt mit seiner Form für ein dezentes Wackeln und demzufolge leicht schlängelnden Bewegungen. Auch diese Variante der Schwanzform konnte sich beim Jiggen, Vertikalangeln und den beiden Montagevarianten beweisen.

Fadenschwanz

Die letzte Version bildet diese eher unscheinbar wirkende Schwanzform eines Gummifisches. Durch seine schmale Gestalt sorgt der Fadenschwanz für sehr feine Schwingungen und ein leichtes Zittern, was sich besonders beim Jiggen, Vertikalangeln und den bereits genannten Montagen positiv gezeigt hat.

Hakenformen

Nicht nur die Form des Gummifisches, sondern auch der dazugehörige passende Haken stellt beim Raubfischangeln einen imminent wichtigen Part dar. Sitzt der Haken nicht richtig im Kunstköder, verschlechtert er den Bewegungsablauf unter Wasser. Infolgedessen wirken sämtliche Schwingungen eher unnatürlich. Als Faustregel gilt: Der Gummiköder sollte mit etwa 60% seines Körpers auf der Hakenfläche des Bleikopfes liegen. Auf diese Weise ist er in der Lage, ein effektives Laufverhalten zu imitieren.

Fehlbisse beim Angeln mit Gummifisch vermeiden

Stinger am großen Gummifisch

Stinger am großen Gummifisch

Viele Fehlbisse können schnell für Frustration beim Angler sorgen. Beißen die Fische sehr spitz, so macht es Sinn, einen Angstdrilling, auch Stinger genannt, am Köder anzubringen.

Dieser wird in die Öse des Jighakens eingehängt und im hinteren Drittel des Gummifisches eingehakt. So erhöht sich die Chance, Bisse in diesem Bereich des Köders besser zu verwerten.

Ausführliche Informationen zum Anbringen und Selbstbau eines Stingers findet ihr in unserem Artikel.

Die Farbe des Gummiköders macht’s!

Der Umstand der Farbe nimmt im Zuge der Auswahl eines Kunstköders ebenso einen wichtigen Platz ein und sollte unbedingt berücksichtigt werden. Hierbei sollte sich die Farbe nach der jeweiligen Trübe und vor allem Tiefe des Wassers richten. Nachfolgend sind alle relevanten Farben bzw. Farbtöne aufgelistet:

  • Blau: gut sichtbar bei einer Wassertiefe von 5-15 m.
  • Grün: universell einsetzbar bis zu einer Tiefe von etwa 5 m.
  • Gelb: eignet sich gut für trübes und tieferes Gewässer (5-20 m).
  • Rot: sollte nur in Wassertiefen bis zu 3 m eingesetzt werden, da es unter Wasser schnell die Farbe bei hoher Sonneneinstrahlung ändern kann.
  • UV-aktive Köder: Eignen sich hervorragend bei trübem Wasser oder dämmrigen Lichtverhältnissen. Wirken überaus reizend auf Raubfische.

Aromatisierte Gummiköder

Nicht nur besondere Formen oder Größen von Kunstködern halten Einzug in Angelläden. Auch aromatisierte Gummifische gewinnen immer mehr an Attraktivität.

Gummiköder mit Aroma (Hier der Dude in 12,5cm von Zeck)

Gummiköder mit Aroma (Hier der Dude in 12,5cm von Zeck)

Insbesondere im Bereich des Fischens auf Zander und Barsch hat sich das Einsetzen zusätzlicher Aromen als erfolgreich herausgestellt. Aromen wie beispielsweise Knoblauch, Krebs und Fisch (besonders vom Stint) lösten bei vielen Zielfischen den Beißreflex aus.

Dem gegenüber stehen die Wasserräuber, die hinreichend bekannt als „Augenjäger“ auftreten und sich bei der Jagd vor allem auf ihre Sinnesorgane verlassen. Hechte oder Rapfen sind Vertreter dieser Gruppe und zeigten sich in der Vergangenheit wenig interessiert am speziellen Geruch der Gummiköder.

Wann sollte ich einen Gummifisch auswechseln?

Bei der Pflege der Angelausrüstung sollte der Fokus unter anderem auch auf den Ködern, insbesondere der Gummifische gelegt werden. Sind diese infolge eines kräftigen Bisses beschädigt worden, empfiehlt es sich, diese zeitnah auszuwechseln. Unebene Flächen oder fehlende Stücke am Köder sorgen für eine unnatürliche Bewegungsabfolge und wirken dementsprechend unattraktiv auf Raubfische. In aller Regel sind Gummifische nicht allzu kostenintensiv und werden zumeist in 3er oder 5er Packungen angeboten.


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