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Nase© Sandner.Bernhard / stock.adobe.com

Die Nase (Chondrostoma nasus)

Die Nase (lat. Chondrostoma nasus) wird auch als Näsling oder Schnabel bezeichnet. Diese Fischart gehört zu den Karpfenfischen. Sie ist sowohl ein Fried-, als auch ein Schwarmfisch und hält sich daher gerne in großen Gruppen auf. Ihr Vorkommen beschränkt sich auf Mittel- und Osteuropa.

Dieser Fisch liebt sandigen und kiesigen Untergrund in klaren Gewässern. Für Angler ist die Nase ein spannender Zielfisch, denn sie liefert einen guten Drill und ist sehr wehrhaft. Aufgrund ihrer Vorsicht ist sie jedoch nicht leicht zu angeln und stellt daher eine Herausforderung für jeden Angler dar.

Wissenswertes

Die Nase ist als Speisefisch nicht unbedingt beliebt, denn sie besitzt sehr viele „Y-förmige“ Gräten. Ihr Fleisch ist oft etwas weich und nicht besonders aromatisch. Viele Menschen mögen den „Karpfengeschmack“ nicht besonders.

Die Fischart gilt als stark gefährdet, denn der Verbau ihrer Laichplätze, die Wasserverschmutzung und der Massenfang sorgen für einen dezimierte Bestände. Darum gibt es in vielen Gebieten Schonzeiten, in denen der Fisch nicht geangelt werden darf. 2020 wurde die Nase in Deutschland zum „Fisch des Jahres“ gekürt.

Lebensraum

Die Nase ist vor allem in Europa verbreitet. Ihre Verbreitungsgrenze reicht von Mitteleuropa bis nördlich der Alpen bis hin zu Osteuropa. Mittlerweile sind die Fische auch in der Elbe, im Rhein- und Donaugebiet anzutreffen. Sie kommen dagegen in Skandinavien, Großbritannien, Irland, Italien, Südfrankreich und der Pyrenäenhalbinsel nicht vor. Diese Fischart mag schnell fließende Gewässer und ist auch in der Äschen- und Barbenregion unterwegs.

Die Nasen halten sich gerne im Schwarm auf und sind Grundfische. Sie mögen schnell strömende Abschnitte der Flussmittelläufe und einen kiesigen Untergrund. Dieser Fisch kann aber auch im stehenden Wasser und in Staubecken leben. Die Schwärme dieser Fischart sind oft aber auch am Ufer zu finden.

Lebensraum der Nase© Rostislav / stock.adobe.com

Lebensraum der Nase

Bevorzugte Nahrung / Beute

Die Nase ist ein wahrer Nahrungsspezialist. Sie ernährt sich hauptsächlich von Pflanzen wie Algen, welche sie von den Steinen abschabt. Ihr schabenartiger Überzug am Unterkiefer hilft ihr dabei. Die Fische fressen aber auch wirbellose Tiere, die am Boden leben.

Sie suchen am Grund nach Nahrung, drehen sich dabei auch oft auf die Seite, wobei die silbrigen Schuppen glitzern und den Standort des Fisches dann verraten. Grundsätzlich sind Nasen also Vegetarier, aber sie fressen auch gerne einmal Insekten oder andere Kleintiere.

Größe und Lebenserwartung

Nasen werden durchschnittlich ca. 25-30 cm groß. Ihre maximale Größe liegt bei 50 bis 60 cm. Das höchste Gewicht liegt bei 1,5 bis 2 kg. Diese Fischart kann aber doch 15 bis 20 Jahre alt werden. Rekordfänge gab es in Deutschland in den Jahren 2005, 2006 und 2008. Die Fische hatten eine Länge von 57 bis 60 cm und brachten stolze 2,5 bis 2,65 kg auf die Waage.

Fortpflanzung

Die Laichzeit der Nase findet von März bis Mai statt. Beide Geschlechter bekommen zu dieser Zeit einen Laichausschlag am Kopf. Die Fische unternehmen zur Laichzeit große Wanderungen flussaufwärts, dabei sind sie meist in großen Gruppen unterwegs. Die besten Laichplätze sind flache, überströmte Stellen mit kiesigem Untergrund.

Bei dieser Fischart finden heftige Paarungsspiele statt. Das Weibchen legt dann etwa 20.000 bis 100.000 Eier mit einer Größe von 1,5mm im kiesigen Untergrund ab. Die Fischlarven verstecken sich nach dem Schlüpfen zwischen den Steinen am Boden. Sie ziehen dann in beruhigte Zonen und ernähren sich von Plankton.

Junge Nase im Freiwasser© FitchGallery / stock.adobe.com

Junge Nase im Freiwasser

Merkmale

Der Körper der Nase ist langgestrickt und spindelförmig. Im Querschnitt erscheint er beinahe oval. Der Rücken ist graulich grün und dunkler als der Rest vom Körper. Die Flanken schimmern silbrig und glänzen oft metallisch. Die Bauchseite hat eine weiße bis gelbliche Färbung. Die Flossen erscheinen gräulich-rot oder auch gelblich-rot.

Der Kopf der Nase ist relativ klein und beinahe kegelförmig. Die querliegende Mundspalte ist unterständig und das Unterkiefer des Fisches hat einen hornigen harten Überzug. Die Oberlippe ist zu einem dicken, nasenartigen Fortsatz vergrößert.

Daher kommt wohl auch der Name der Fischart. Ihre Schuppen sind mittelgroß. Beide Geschlechter bekommen in der Laichzeit einen Laichausschlag. Bei den Männchen ist er stärker ausgeprägt. Das Weibchen hat einen roten Bauch.

Maulform - Von ihr hat die Nase ihren Namen© Michaela / stock.adobe.com

Maulform – Von ihr hat die Nase ihren Namen

Verwandte Fischarten

Verwechslungsgefahr ist bei der Fischart Zährte geboten. Die Zährte ist auch unter dem Namen Blau- oder Rußnase bekannt. Dieser Fisch hat auch einen nasenartigen Fortsatz, doch seine Mundspalte ist eher hufeisenförmig.

Dazu hat er keinen hornigen Unterkiefer und seine Afterflosse ist länger. Bei der „Rußnase“ ist der nasenförmige Oberkiefer leicht bläulich bis grau gefärbt. Bei der Nase hingegen ist dieser hell bis leicht rosa.

Angelausrüstung

Rute

Das Posenfischen bzw. die Posenangel ist die bevorzugte und klassische Methode, um die Nase zu angeln. Hier ist gutes Ausloten auf jeden Fall wichtig. Feedern wird aber auch immer beliebter, denn der Fisch macht sich nicht immer sofort bemerkbar und daher eignet sich auch eine Matchrute zum Angeln.

Die Nase ist ein wehrhafter Fisch und bietet einen guten Drill. Ebenso gut klappt das Grundfischen mit Futterkorb. Denn die Nase hält sich gerne in tiefen und strömenden Gewässerabschnitten auf. Die Ruten sollten leicht bis mittel sein und etwa 3,60 bis 4m messen. Das Wurfgewicht sollte 30 bis 60g betragen.

Köder

Typische Köder für die Nase sind Maden, Köcherfliegenlarven, kleine Würmer und Mückenlarven. Aber auch nicht tierische Leckerbissen wie Nudeln, Teig, Pelletköder oder Käse funktionieren gut. Das Anfüttern sollte nur in Maßen geschehen. Im Sommer ist das eher unnötig.

An großen Strömen kann man aber gerne mit einem Futterkorb arbeiten. Der Köder sollte allerdings nicht süßlich duften, vor allem ist hier bei Teig aufzupassen. Der süßliche Duft schreckt die Fische eher ab.

Schnur

Als Schnur zum Angeln von Nasen eignet sich eine feine Angelschnur sehr gut. Eine monofile 12er bis 14er Schnur passt ebenso gut wie eine Schnur mit einer Größe von 0,16 bis 20 mm. Monofil bedeutet, dass die Schnüre einfädig sind und hauptsächlich aus Nylon bestehen. Im Gegensatz zu mehrfaserigen Schnüren können die monofilen nicht verrotten oder faulen.

Der große Vorteil besteht darin, dass die Schnur im Wasser so gut wie unsichtbar ist. Zudem weist sie eine hohe Dehnung auf, wodurch im Drill Fluchten und Kopfschläge der Fische sanfter abgefangen werden.

Rolle

Die Wahl der Rolle sollte auf eine klassische Stationärrolle fallen. Diese ist eine Bauform der Angelrolle, bei welcher die Rollenachse parallel zum Rutenschaft steht. Sie gilt als meistverwendete Rolle unter Anglern. Wichtig ist, dass Rolle und Rute aufeinander angepasst sind. In der Rolle sollten sich auch gute Bremsen befinden, da die Nase äußerst wehrhaft sein kann.

Kescher/ Abhakmatte

Ein stabiler Kescher gehört zu einer guten Ausrüstung dazu, schließlich müssen die Fische sicher und schonend gelandet werden. Gummierte Kescher schützen die empfindliche Schleimhaut des Fisches. Sehr beliebt ist auch ein Spinnkescher. Eine Abhakmatte wird immer mehr zur Pflicht für Angler.

Diese muss nicht riesig sein, aber der Fischer sollte sie auf jeden Fall dabei haben. Sie muss vorher nass gemacht werden und erst dann kann der Fisch darauf landen. Die Matte eignet sich vor allem dann gut, wenn es keinen passenden und ebenen Untergrund gibt.

Jahreszeiten

Frühling

Der Frühling ist keine gute Zeit, um auf die Jagd nach Nasen zu gehen. Denn jetzt findet die Laichzeit des Fisches statt und in viele Bundesländern ist Schonzeit, was bedeutet, dass der Fisch zu dieser Zeit nicht gefangen werden darf. Wer die Fische in dieser Zeit trotzdem angelt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Strafen in Höhe von 5.000 Euro sind hier noch die untere Grenze.

Sommer

Generell ist der Sommer eine gute Zeit zum Beangeln von Nasen. In der Zeit von Ende Juni bis Anfang Oktober sind die Fische sehr beißfreudig. Man braucht sie dann auch nicht anzufüttern, denn sie schnappen gerne zu und fressen viel. Die Köder können vegetarisch oder tierisch sein. Da die Nase eher dämmerungsaktiv ist, sollte man am bestens morgens und abends nach ihr angeln.

Herbst

Auch im Herbst sind die Fische sehr beißfreudig, denn sie wollen sich vor dem Winter eine ordentliche Fettschicht anfressen. Die Monate September und Oktober sind am besten zum Angeln von Nasen geeignet. Käseköder funktionieren in dieser Jahreszeit gut. Die Fische beißen nicht nur in den Morgen- und Abendstunden, sondern können auch in der Mittagszeit an die Angel gehen.

Winter

Im Winter ist es nicht so leicht, einen guten Fang zu machen, aber unmöglich ist es auch nicht. Wer intensive Köder verwendet, um die Fische anzulocken, kann Erfolg haben. Besonders am Anfang des Jahres und in der Zeit vor dem Laichen fressen die Fische viel.

Beißzeiten

Tagsüber

Die Nase ist ein dämmerungsaktiver Fisch, der vor allem morgens und abends aktiv ist und zu dieser Zeit natürlich gerne zubeißt. Aber auch wenn die Dämmerung seine bevorzugte Zeit ist, ist es keinesfalls unmöglich, eine Nase in den Mittagsstunden zu fangen.

Nachts

In den Abendstunden sind die Fische noch beißfreudig, doch in der Nacht stellen sie ihre Aktivität ein und befinden sich dann sozusagen im Ruhemodus. Dann interessiert sie auch kein noch so leckerer Köder. Ab den frühen Morgenstunden wird der Fisch dann wieder beißfreudig.

Nasen in der Dämmerung / Nacht zu fangen ist gar nicht so einfach© Vladimir Wrangel / stock.adobe.com

Nasen in der Dämmerung / Nacht zu fangen ist gar nicht so einfach

Schonzeiten und Mindestmaße

Folgende Tabelle gibt Auskunft über die Schonzeiten und Mindestmaße der Nase in den verschiedenen Bundesländern Deutschlands. Während der Schonzeit dürfen die Fische nicht gefangen werden. Wenn der Fisch nicht das Mindestmaß erreicht hat, muss er wieder ins Gewässer entlassen werden.

BundeslandSchonzeitenMindestmaßAnmerkungen
Baden-Württemberg15.03. - 31.05.35 cm
Bayern01.03. - 30.04.30 cm
Brandenburgganzjährig-
Berlinganzjährig-
Bremen--
Hamburg--
Hessen15.03. - 30.04.25 cm
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengew.)ganzjährig-
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengew.)ganzjährig-
Niedersachsen (Binnengew.)ganzjährig25 cmDie Nasen sind ganzjährig geschützt, außer in Gewässern, wo sie als Besatz eingebracht wurden.
Niedersachsen (Küstengew.)-25 cm
Nordrhein-Westfalen01.03. - 30.04.30 cm
Rheinland-Pfalz15.03. - 30.04.20 cmAusnahme: Rhein, Lahn, Mosel
Saarland01.10. – 30.04.35 cm
Sachsen-ganzjährigAusnahme: Elbe vom 01.01. - 15.06.
Sachsen-Anhalt-ganzjährig
Schleswig-Holstein (Binnengew.)--
Schleswig-Holstein (Küstengew.)--
Thüringen-ganzjährig

Gewässertypen

Fluss

Die Nase mag strömende Gewässer, tiefe Flüsse und Becken. Die Fische halten sich dort meist in der Nähe des Grundes auf. Die Flussmitte und die tiefen Rinnen sind für die Schwärme am besten geeignet. Wo es Barben und Haseln gibt, da gibt es ziemlich sicher auch Nasen.

Diese Fische mögen klare Gewässer und ihr Vorkommen ist auch ein Zeichen für eine gute Wasserqualität. Durch die anhaltenden Verschmutzung der Gewässer durch den Menschen hat sich die Zahl dieser Fische aber bereits stark dezimiert.

Kanal

Der Kanal ist nicht das typische Zuhause der Nase, es ist aber keinesfalls unmöglich, die Fische dort anzutreffen. Wenn die Wasserqualität gut ist und sie Anschluss zu einem Fluss haben, dann leben sie auch in einem Kanal. Zu den Laichplätzen unternehmen sie dann natürlich Wanderungen.

See

Die Nase kommt in stehenden Gewässern nicht wirklich vor. Wenn dieses jedoch Anschluss an ein Fließgewässer hat, dann kann es vorkommen, dass sich einige dieser Fische dort niederlassen. Ein See mit einem steinigen und harten Untergrund ist ebenfalls kein schlechter Platz für die Fische. Abgeschlossene Stillgewässer gehören jedoch nicht zum Lebensraum dieser Fischart.

 

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