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Rapfen© Dudarev Mikhail / stock.adobe.com

Rapfen angeln (Leuciscus aspius)

Der Rapfen ist kein typisch beliebter Speisefisch, denn er hat viele Zwischenmuskelgräten. Allerdings schmeckt er als Frikadelle sehr gut. Unter Angler-Profis weiß man, dass der Raubfisch nicht leicht zu fangen ist. Was beim Fischen nach Rapfen zu beachten ist und was ihn auszeichnet, beinhaltet der nachfolgende Artikel.

Steckbrief

Rapfen Körperbau© Witold Krasowski / stock.adobe.com

Körper

  • Körperform: torpedoförmig
  • Maul: oberständig
  • Bezahnung: zahnlos, Schlundzähne
  • Schuppen: klein, oval
  • Besonderheiten:
    • langer, abgeflachter Kopf
    • grün-blaue Absätze in den Flossen
  • Rückenflosse: konkav geformt
  • Spitzname: Süßwasser-Tarpon
  • Schwanzflosse: groß
  • Mittlere Länge: 50 – 60 cm
  • Maximale Länge: 120 cm
  • Gewicht: bis 10 kg

 

Lebensweise

  • Lebensweise: Raubfisch, jagt vorzugsweise an der Oberfläche
  • Lebensraum: vorzugsweise Fließgewässer mit stärkerer Strömung, kommt aber auch in Seen vor

 

Fortpflanzung

  • Laichzeit: Frühjahr bis Sommer (April – Juni)
  • Laichablage: Haftlaicher, meist an Kieselsteinen am Gewässergrund
  • Besonderheiten: Ein Weibchen kann bis zu 100.000 Eier ablegen

Wissenswertes

Der Rapfen gehört zur Familie der Karpfenfische und ist als Oberflächenjäger bekannt. Er jagt gern in schnell fließenden Gewässern. Jungtiere leben im Schwarm, ältere Tiere sind Einzelgänger. Wird er beim Angeln gefangen, bietet er viel Gegenwehr, was ihn zu einem beliebten Sportfisch macht. Besonders gerne fischen Angler im Sommer nach ihm. Ursprünglich kommt er aus Osteuropa, hat aber den Weg in unsere heimischen Gewässer gefunden.

Lebensraum

Der Rapfen kommt in Südskandinavien genauso vor wie auch in Mitteleuropa und im kaspischen Meer. Er lebt gerne in fließenden Gewässern, fühlt sich aber auch in größeren Seen und Häfen wohl. Ausgewachsene Exemplare mögen besonders gern schnelle Fließgewässer und starke Strömung, denn ihre Jagd findet an der Oberfläche statt.

Jungtiere tun sich in Schulen zusammen, welche sich vor allem in der Nähe des Ufers befinden. Sie werden erst dann Einzelgänger, wenn sie erwachsen werden. In unseren Breitengraden kommt diese Fischart oft in den Zuflüssen und Abwässern der Donau vor, aber auch in einigen Seen.

Bei markierten Exemplaren zeigt sich, dass sie bis zu 160 km lange Wanderungen unternehmen. Der Rapfen hat seine Heimat in den Flüssen Rhein, Donau, Main, Oder und Elbe. Aber er bewohnt auch einige größere Seen. Eine seiner Unterarten bewohnt das Kaspische Meer als Wanderfisch.

Bevorzugte Nahrung & Beute

Rapfen ernähren sich ausschließlich von anderen Fischen, sind also echte Raubfische. Kleinere Rapfen, die noch in Schulen leben, essen vor allem Kleintiere. Dazu gehören Insekten, die sie an der Ufernähe finden. Erwachsene Fische jagen an der Oberfläche andere Beutefische.

Größe & Lebenserwartung

Der Rapfen ist durchschnittlich etwa 50-60 cm lang, kann aber auch bis zu max. 120 cm lang werden. Das höchste Gewicht, das je bei einem solchen Fisch gemessen wurde, beträgt neun kg. Rekordfische aus Deutschland waren ein Exemplar mit neun kg und 92cm Länge und eines mit acht kg und 90cm Länge. Die Fische werden im Normalfall zehn bis zwölf Jahre alt.

Alter (Jahre)Länge (cm)Gewicht (kg)
1120,08
2220,13
3350,35
5500,90
7651,7
9754,5
11806,0
13907,0
15958,7
2010011,5

Die Tabelle gibt hier Richtwerte an, in welcher Geschwindigkeit ein Rapfen wachsen kann und wieviel er dabei womöglich an Gewicht zulegt. Die Werte können aber je nach Gewässergröße und Nahrungsangebot stark variieren.

Fortpflanzung

Der Rapfen hat seine Laichzeit von April bis Mai oder Juni. Die Fische legen ihre Eier an stark überströmten Kiesbänken ab. Wie es auch bei vielen anderen Karpfenfischen üblich ist, zeigt sich bei den Männchen ein starker Laichausschlag. Rapfen lieben eine aufregende Balz mit Sprüngen aus dem Wasser.

Ihre Eier legen sie in kleinen Gruppen ab. Dabei kann ein Weibchen mit einem Gewicht von zwei bis drei kg bereits 80.000 bis 100.000 Eier ablegen. Diesen bleiben dann am Geröllgrund. Nach zwei Wochen schlüpfen dann die Jungtiere und gelangen durch die Strömung zu den ruhigen Wasserzonen.

Dort fressen sie erst einmal tierisches Plankton. In einem Alter von zwölf Wochen besteht ihre Ernährung dann auch schon aus anderen Fischen. Dieser Fisch zeichnet sich durch ein schnelles Wachstum und eine rasante Gewichtszunahme aus. Ihre Geschlechtsreife erlangen die Fische mit vier bis fünf Jahren.

Junger Rapfen© Geza Farkas / stock.adobe.com

Junger Rapfen

Merkmale

Rapfen besitzen einen langen Körper, der zur Seite hin etwas abgeflacht ist. Ihr Rücken hat eine dunkelolive bis bläuliche Färbung, wobei die Flanken eher eine helle und gelbliche Farbe haben. Sein Bauch ist silbrig-weiß. Der deutliche Kiel hinter der Afteröffnung fällt auf und ältere Fische bekommen oft einen Buckel.

Der Kopf des Rapfens verläuft zugespitzt und zeichnet sich durch einen verlängerten Unterkiefer mit Höcker aus. Dieser passt genau in die Kerbe des Oberkiefers. Er hat eine große Mundspalte, die bis tief unter die Augen geht und durch den vorgeschobenen Oberkiefer ist sie oberständig. Der Rapfen hat keine Zähne im Maul und dazu kleine Augen.

An seinen seitlichen Linien befinden sich kleine Schuppen. Er verfügt über eine sichelförmige Afterflosse, diese und die Rückenflosse sind dazu konkav geformt. Rötliche Brust-, Bauch- und Afterflossen sind typisch für die Fischart. Verwechselt wird der Rapfen wegen seiner Körper- und Kopfform manchmal mit den Salmoniden. Er hat kleinere Schuppen als beispielsweise der Döbel. Jungtiere haben etwas Ähnlichkeit mit dem Moderlieschen, doch besitzen sie ein größeres Maul und kleinere Augen.

Verwandte Fischarten

Der Rapfen gehört zur Familie der Karpfenfische. Sein lateinischer Name ist Leuciscus Aspius. Es gibt eine verwandte Unterart dieses Fisches, unter dem Namen Aspius Taeniatus bekannt, welche im Kaspischen Meer lebt. Eine weitere verwandte Schwesternart, der Aspius Vorax, hat seine Heimat im oberen Euphrat auf syrischem Gebiet.

Ausrüstung

Rute

Eine gut abgestimmte Rute ist wichtig für das Angeln von Rapfen, denn diese Fische können ziemlich schnell viel Energie freisetzen, weswegen eine nicht passende Rute sogar brechen könnte. Damit der Fisch im Biss abgefedert wird, sollte man eine Rute mit einer durchgehenden oder halbdurchgehenden Aktion und einem Wurfgewicht von max. 30 gr benutzen.

Wie lang die Rute sein soll, hängt natürlich vom Gewässer ab. An einem reißenden Fluss muss diese länger sein als beispielsweise an kleineren Flüssen. Wer aber mit Oberflächenködern fischt, sollte eine kürzere Rute verwenden, da es mit einer langen sehr anstrengend sein kann.

Köder

Gerade im Sommer können Topwaterbaits (Oberflächenköder) oder flachlaufende Wobbler (Hardbaits) bzw. Jerkbaits hilfreich sein. Beißt der Rapfen trotzdem nicht an, kann man von oben nach unten durchgehen.

Zuerst versucht man es mit dem Oberflächenköder, dann mit den flachlaufenden Wobblern und den Jerks und wenn das nicht hilft, können auch noch tiefer liegende Wobbler, Rattlebaits oder Zikaden verwendet werden. Die letzte Ebene wären Jigspinner und Gummifische am Bleikopf.

Kleiner Rapfen auf flachlaufenden Wobbler© Vitaly Volosevich / stock.adobe.com

Kleiner Rapfen auf flachlaufenden Wobbler

Schnur

Für die Schnur ist es am besten, dünne geflochtene Schnüre zu verwenden. Es spielt auch die Größe des Köders eine Rolle. Die Schnüre in den Stärken von 0,10mm bis 0,15mm sollten gut passen. Fluorocarbon in der Stärke von 0,30mm eignet sich perfekt als Vorfach.

Da es denselben Lichtbrechfaktor wie Wasser hat, sehen es die Fische so gut wie gar nicht. Seine Vorteile sind eine hohe Abriebfestigkeit, sein Tarneffekt und dass es sehr leise ist.

Rolle

Die Rolle sollte ein Modell von der Größe 2500 bis 4000 sein und eine hohe Übersetzung besitzen. Eine große Rolle sorgt schließlich dafür, dass die Köder schneller eingeholt werden können und der Angler nicht so schnell ermüdet. Die Bremse sollte man leicht geöffnet haben, denn dann kann der Fisch nach dem Biss sofort Schnur nehmen.

Kescher

Um den Fisch richtig zu landen, sollte der Angler einen gummierten Kescher wie zum Beispiel einen Spundwandkescher benutzen. Da die Kiemenpartei dieser Fischart nicht gerade robust ist, sollte man auf keinen Fall eine Handlandung per Kiemengriff durchführen. Wenn die dünne Haut am Ende des Kiemendeckels reißt, kann der Fisch jämmerlich verenden und sich dazu noch eine bakterielle Infektion einhandeln.

Jahreszeiten

Rapfen kann man grundsätzlich das ganze Jahr über angeln, doch sind die Bedingungen für einen erfolgreichen Fang je nach Jahreszeit recht unterschiedlich. Der Fisch lässt sich also keineswegs immer gleich angeln. Nachfolgend gibt es die wichtigsten Tipps beim Fischen rund ums Jahr.

Frühling

In den Monaten von März bis Mai fehlt es den Fischen noch an Jagdpower und sie attackieren nicht gleich alles. Ein Blinker kann hier als Köder sehr gut funktionieren. Das Mittelwasser ist im Frühjahr der bevorzugte Ort, das heißt der Bereich zwischen Ufer und tiefen Stellen.

Dazu zählen zum Beispiel Buhnenfelder. Man findet die Rapfen meist dort, wo wenig Strömung ist. Strömungskanten sind kein guter Platz. Auch sollte man den Köder nicht zu schnell führen. Die beste Tageszeit für das Fischen im Frühjahr ist zu Mittag. Scheint die Sonne, stehen die Chancen gut, einen Fang zu machen.

Sommer

Im Juli bis August ist die Hochsaison für das Angeln von Rapfen. Im Sommer halten sich die fische vor allem dort gerne auf, wo sie schnelles Wasser und starke Strömungen finden. Das kann beispielsweise unterhalb eines Wehres sein. Andere beliebte Orte sind Einläufe von Kühlwasser, Wasserkraftwerke, Strömungskanten und an Schleusen.

Der Angler sollte dabei so vorgehen, dass er die Fische aus der Hauptströmung hält, da sie sonst schnell weg sein können. Auch im Sommer ist die Chance am größten bei Sonnenuntergang.

Herbst

Neben den Sommermonaten sind auch die Monate September bis November gut geeignet, um ein paar schöne Rapfen zu fangen. Es braucht jedoch andere Strategien und die Fische suchen sich andere Plätze. Starke Strömungen sind im Sommer beliebt, im Herbst sind es eher ruhigere Flüsse.

Man findet sie aber auch dann eher in tiefen Gewässern. Im Herbst ist es gut, das Angeln früh anzugehen. Mittags kann aber auch eine tolle Zeit sein, je nach Gewässer. Um die Chancen aber zu erhöhen, sollte man am Nachmittag und in den frühen Abendstunden angeln gehen. Die Abenddämmerung ist im Herbst eine vielversprechende Zeit.

Winter

Wer das Rapfen angeln in den Monaten von Dezember bis Februar versucht, der muss einiges an Ausdauer mitbringen. Die Fische beißen meist nicht sofort. Einige Stunde bei Kälte auszuharren und zu warten, gefällt sicher nicht jedem.

Die richtigen Köder sind hier wichtig, denn die Lieblingsstellen der Fische sind nicht so leicht zu finden. Es gibt jedoch einige Stellen, an denen man es auf jeden Fall versuchen sollte. Dazu zählen:

  • Stromschatten im flachen Bereich
  • nicht am Ufer
  • Übergang zwischen Flachwasser- und Tiefwasserzone
  • Buhnenfeldmitten
  • Flachwasser ohne viel Strömung

Beisszeiten

Die liebste Zeit, um zu fressen ist für Rapfen tatsächlich morgens und abends bei Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang. Hier stehen die Chancen auf einen tollen Fang sehr gut.

Tagsüber

Hungrige Rapfen gibt es aber natürlich auch tagsüber anzutreffen. Doch die Chance ist weit geringer als in der Dämmerung. Bei hohen Temperaturen von 30 Grad und wärmer jagen aber viele dieser Fische auch am Tag. Zu dieser Zeit finden Angler sie aber in größeren Tiefen und man sollte auch mehr Geduld mitbringen und verschiedene Köder ausprobieren.

Nachts

Rapfen gehen aber auch mitten in der Nacht auf Raubzug, vor allem an Stellen mit Licht wie zum Beispiel einer Laterne. Besonders gut stehen die Chancen auch bei Vollmond. Der Angler sollte auf eine Stirnlampe verzichten, um die Fische nicht zu verwirren.

Die Fische halten sich in der Nähe des Ufers auf, im Schutz von Felsformationen und an Wurzeln. Bei der Geschwindigkeit des Köders sollte man nicht zu schnell sein, ein gemäßigtes Einziehen passt nachts sehr gut.

Rapfen auf Topwater Wobbler© neon_ti / stock.adobe.com

Rapfen auf Topwater Wobbler

Schonzeiten & Mindestmaße

Die nachfolgende Tabelle gibt genau Auskunft darüber, wann der Rapfen in welchen Bundesländern Schonzeit hat, also nicht gefangen werden darf. Das Mindestmaß gibt an, welche Größe der Fisch mindestens haben muss, um entnommen werden zu können.

BundeslandSchonzeitenMindestmaß
Baden-Württemberg01.03. – 31.05.40 cm
Bayern01.04. – 31.05.40 cm
Brandenburg01.04. – 30.06.40 cm
Berlin01.04. – 30.06.40 cm
Bremenkeine40 cm
Hamburgkeine50 – 70 cm
Hessenkeinekeine
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengew.)keine35 cm
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengew.)keine35 cm
Niedersachsen (Binnengew.)keine35 cm
Niedersachsen (Küstengew.)keine35 cm
Nordrhein-Westfalenkeinekeine
Rheinland-Pfalzkeinekeine
Saarlandkeinekeine
Sachsen01.01. – 31.05.40 cm
Sachsen-Anhaltkeine40 cm
Schleswig-Holstein (Binnengew.)keine50 cm
Schleswig-Holstein (Küstengew.)keine50 cm
Thüringenganzjährigkeine

Gewässertypen

Fluss

In Flüssen und schnell fließenden Gewässern leben Rapfen vor allem im Sommer gerne. Unterhalb eines Wehrs, einer Schleuse oder eines Kühlwassereinlaufs sind bevorzugte Plätze der Fische. Sie lieben aber auch Stellen, wo Buhnen in den Fluss ragen und Strömungskanten im Kehrwasser zustande kommen.

Rapfen vom Boot an der Strömungskante angeln© FedBul / stock.adobe.com

Rapfen vom Boot an der Strömungskante angeln

Kanal

Da Rapfen es lieben, in der Strömung zu jagen, sind Strömungen am Kanal attraktiv. Diese entstehen nur an den Schleusen. Öffnet sich diese, dann fließt das Wasser ab und die Fische schwimmen mit der Strömung.

See

Während der Rapfen im Sommer vor allem im Fluss lebt, wo es reißende Stellen gibt, kann er sich im Winter schon auch in einem ruhigen Gewässer wie einem See finden lassen. Er mag anschließende Flachwasserbereiche. Im See gibt es den Fisch aber meist nicht zu zahlreich wie in den Flüssen.

 

 

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