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Angelknoten: Liste und Anleitungen

Die besten Angelknoten im Überblick

Selbst wenn die beste Rute, die teuerste Rolle und die tragkräftigste Schnur im Spiel sind, kommt kein Angler daran vorbei, die passenden Angelknoten zu beherrschen. Sie werden benötigt, um Schnüre miteinander zu verbinden, Köder zu befestigen, Haken und Wirbel anzuknoten und vieles mehr. Selbst wenn meist ein Anglerkollege zur Hand ist, der im Notfall den passenden Knoten knüpfen kann, so sollte man sich nicht darauf verlassen. Grundkenntnisse in Knotenkunde sind einfach unverzichtbar.

Dabei ist es durchaus ausreichend, wenn Du fünf bis sechs Knoten beherrschst. Welches dabei genau die richtigen Knoten sind, variiert von Angler zu Angler. Je nach Euren persönlichen Bedürfnissen benötigt Ihr unterschiedliche Knoten. Ob Ihr Fliegenfischer seid, Dropshot-Montagen knüpft, mit monofiler oder geflochtener Schnur angelt – die benötigten Knoten können dabei sehr stark variieren.

Im Folgenden findet ihr daher eine Übersicht aller wichtigen Knoten inklusive einer entsprechenden Anleitung, wie ihr die Knoten ganz einfach selber binden könnt.


Alle Angelknoten im Überblick


Allgemeines über Angelknoten

Einige grundlegende Dinge sind bei allen Knoten zu beachten. So etwa spielt es keine Rolle, welchen Knoten Ihr knüpfen wollt – in jedem Fall müssen die Knoten so genau wie möglich geknüpft werden. Nur so ist die Sicherheit des jeweiligen Knotens gegeben. Auch sollten fast alle Knoten vor dem Zusammenziehen befeuchtet werden. Dies hat den einfachen Grund, dass beim Festziehen Wärme entstehen kann, die die Angelschnur beschädigen könnte. Der Knoten wäre dann nicht mehr haltbar. Wird die Schnur vor dem Zusammenziehen befeuchtet, entsteht diese Wärme nicht.

Wichtige Eigenschaften eines Angelknotens

Um für seine Zwecke den idealen Angelknoten zu finden, gibt es unterschiedliche Eigenschaften, die ein Angelknoten aufweisen sollte. Das wichtigste Kriterium eines Knotens ist sicherlich die Festigkeit, die die Tragkraft der Schnur dementsprechend verringern kann.

Festigkeit

Knoten sind immer Schwachstellen in einer Verbindung. Unter Belastung wird die Angelschnur vermutlich an der Stelle brechen, an der sich ein Knoten befindet. Die Knotenfestigkeit ist jene Zahl, die angibt, wieviel Prozent der angegebenen Tragkraft einer Angelschnur bei Zwischenschaltung eines Knotens noch vorhanden sind. Dies ist einerseits abhängig vom verwendeten Material und andererseits von der Art des Knotens. Im Schnitt reduzieren Knoten die Tragkraft um circa 30 Prozent.

Es gibt aber auch jede Menge Angelknoten, die eine Knotenfestigkeit von über 90 Prozent aufweisen. Dem ist allerdings nur so, wenn die Angelschnur keinerlei Beschädigungen aufweist, nicht aufgerauht ist oder nicht über scharfe Kanten läuft. Jede Quetschung oder Dehnung verändert den Durchmesser der Angelschnur und damit auch die angegebene Reißfestigkeit.

Geeignete Knoten für unterschiedliche Schnüre

Je nachdem, welche Schnüre Ihr mit was verbinden wollt, kommen ganz unterschiedliche Knoten zum Einsatz. Wollt Ihr beispielsweise monofile Schnur mit geflochtener Schnur verbinden oder Vorfächer an Fliegenschnur befestigen, so seid Ihr mit Knoten wie dem Albright-Knoten auf der sicheren Seite. Sollen zwei unterschiedlich starke Schnüre geknüpft werden, so kommt der Grinner-Knoten zum Einsatz. Manche Knoten sind nur für monofile Angelschnur geeignet – so etwa der doppelte Centauri-Knoten. Andere, wie etwa der Blutknoten, der Wasserknoten oder der Chirurgenknoten können mit monofiler oder geflochtener Schnur und auch mit Fliegenschnur verwendet werden. Bevor Ihr Euch also um ein bestimmtes Knoten-Repertoire bemüht, solltet Ihr unbedingt festlegen, was genau Ihr am meisten verbinden müsst und welches Material Ihr dafür verwendet.

Einsatzzwecke von Angelknoten

Für unterschiedliche Einsatzzwecke gibt es natürlich auch unterschiedliche Knotentypen, die eingesetzt werden können. Die meisten der Angelknoten sind multifunktional und können gleich für mehrere Zwecke nützlich sein. Sucht Euch für Eure Zwecke die Knoten heraus, die Eurer Ausrüstung am besten entsprechen und übt sie zu Hause vor. Im Eifer des Gefechts müssen die Knoten oft rasch und unter widrigen Umständen geknüpft werden. Daher ist es von Vorteil, wenn Ihr sie gut beherrscht, bevor Ihr ans Wasser zieht.

Befestigung der Schnur am Köder

Hierbei handelt es sich um Knoten, die zur Befestigung der Angelschnur an Ösen und Wirbeln dienen. Wer hier beispielsweise einen Clinch-Knoten und einige seiner Abwandlungen beherrscht, kann sich bereits in unzähligen Situationen gut behelfen. Ebenso geeignet sind der Weltausstellungs-Knoten, der Trylene-Knoten, der Dynacrown-Knoten, der Grinner-Knoten, der Palomar-Knoten oder der Berkley-Knoten. Alle diese Knoten glänzen durch circa 90 Prozent Knotenfestigkeit.

Während der Grinner-Knoten und der Berkley-Knoten eher für die Anwendung bei geflochtener Schnur ausgezeichnet sind, ist der Palomar-Knoten hingegen ein klassischer Knoten für monofile Schnur. Mit solchen Knoten können alle Dinge, die Ösen oder Öhre aufweisen, sicher angeknotet werden.

Befestigung der Schnur an der Spule

Wenn der Fisch beim Drillen die gesamte Schnur von der Rolle zieht, ist es wichtig, dass die Angelschnur gut an der Spule befestigt ist. Dafür könnt Ihr einen Spulenachsenknoten oder einen Arbor-Knoten verwenden. Letzterer erfreut sich besonders bei Fliegenfischern großer Beliebtheit. Ihr könnt mit diesen beiden Knoten die Schnur einfach und sicher an Eurer Rolle befestigen, ganz egal, ob ihr Monofilament oder Multifilament aufspult. Die Knoten sind nicht zu klobig und beeinträchtigen die gleichmäßige Schnurverlegung auf der Rolle nicht.

Ein weiterer beliebter Knoten zur Befestigung der Schnur an der Spulenachse ist der Doppelte Grinnerknoten. Dieser hat zwar etwas mehr Tragkraft als der Arbor-Knoten, trägt aber dafür um einiges dicker auf. Gerade, wenn Ihr mit einer flachen Spule angelt, kann dies ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl des passenden Knotens sein, denn es darf nicht vergessen werden, dass jede Beule im Wickelbild Wurfweite kostet.

Nur wenn die Schnur sicher an der Spule angeknotet ist, könnt Ihr sicher sein, dass der Fisch nicht mit der kompletten Angelschnur davonfliehen kann. Damit bei geflochtener Schnur ein Durchrutschen derselben verhindert wird, tut man gut daran, zusätzlich noch etwas doppelseitiges Klebeband einzusetzen.

Die Verbindung zweier Schnüre

Wer zwei Schnüre miteinander verbinden muss, der muss sich erstmal im Klaren darüber sein, welche beiden Schnüre das sind. Mit einem Albright-Knoten und seinen Abwandlungen etwa können monofile, geflochtene und auch Fliegenschnüre mit einer Knotenfestigkeit von bis zu 95 Prozent miteinander verknüpft werden. Wer stark unterschiedlich dicke Schnüre verbinden muss, kann neben einem Strenkknoten einen Wasserknoten einsetzen. Sind die Durchmesser der Schnüre ähnlich, so empfiehlt sich ein Blutknoten, ein Doppelter Centauri oder ein Doppelter Grinner-Knoten. Eine monofile Schlagschnur könnt Ihr mit einer geflochtenen Hauptschnur mittels Schlagschnurknoten verbinden.

Stopperknoten

Mit einem Stopperknoten könnt Ihr einen Teil der Hauptschnur verdicken und so beispielsweise das Durchrutschen einer Laufpose verhindern. Bei Bedarf kann er – ähnlich einem Gummistopper – verschoben und so der Wassertiefe angepasst werden. Auch beim Stopperknoten gibt es unterschiedliche Varianten. So steht Euch der Überhand-Stopperknoten, der Schlingen-Stopperknoten oder auch der Ventilgummi-Stopperknoten zur Auswahl. Einmal gelernt, sind solche Stopperknoten vielseitig einsetzbar und helfen dabei, unangenehme Situationen zu vermeiden (Stichwort: keine Stopper mehr in der Tackle-Box auffindbar).

Das Befestigen von Haken an der Schnur

Auch beim Befestigen von Haken an der Schnur hängt es einerseits davon ab, ob Ihr einen Haken mit Öse, oder aber einen Haken mit Plättchen befestigen müsst. Besonders für das Selbstbinden von Plättchenhaken gibt es einige Argumente. Schnurstärke und Hakengröße können so individuell angepasst kombiniert werden, ebenso kann die Vorfachlänge nach Belieben gewählt werden. So weisen maschinell gebundene Plättchenhaken etwa oft Schwachstellen auf. Andererseits spielt auch das Angelschnur-Material eine Rolle. Allen gängigen Hakenknoten gemeinsam ist eine Knotenfetigkeit zwischen 90 und 95 Prozent. Für alle Hakentypen geeignet ist der Grinner-Hakenknoten oder der Clinch-Hakenschaft-Knoten.

Der Plättchenhakenknoten hingegen ist – wie der Name schon erahnen lässt – nur für Plättchenhaken geeignet.

Wer einen Haken mit Öhr anknoten möchte, kann hier einen Palomar-Knoten, einen Centauri-Knoten oder einen Jansik-Knoten einsetzen.

No-Knot Verbindungen

Über 90 Prozent der Schnurstärke tragen auch sogenannte Knotenlos-Verbindungen. Es handelt sich hierbei um kleine Schnurverbinder in unterschiedlichen Stärken, die sowohl für geflochtene, als auch für monofile Schnur verwendet werden können. Dadurch, dass bei solchen No-Knot Verbindungen kein eigentlicher Knoten gemacht wird, dürft Ihr nicht vergessen, dass bei einem Schnurabriss meist die Hauptschnur daran glauben muss.



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