Zum Inhalt springen
Angelmagazin.de

Gib mindestens zwei Zeichen ein.

    Das Petermännchen (Trachinus draco)

    Christoph HeinAutorChristoph Hein
    Erstellt am
    Aktualisiert am
    Petermännchen
    Petermännchen

    Das Petermännchen gehört zu den barschartigen Fischen und lebt vor allem an den Küsten des Atlantiks. Aber auch in der Nordsee und in der westlichen Ostsee fühlt sich der Fisch wohl. In Tiefen zwischen 10 und 150 Metern tummeln sich die maximal 45 Zentimeter großen Fische gern in Bodennähe und graben sich dort ein. Das oberständige Maul und die nach obenstehenden Augen sind typisch dafür. Das Petermännchen zählt dabei zu den giftigsten Tieren Europas und sorgt regelmäßig für Notfälle bei Badeurlaubern. Auch wenn das Petermännchen kein typischer Zielfisch für Angler ist, so schmeckt es richtig versorgt und zubereitet jedoch ganz hervorragend.

    Steckbrief zum Petermännchen

    Körperbau des Petermännchens
    Körperbau des Petermännchens

    Wie gefährlich ist das Petermännchen?

    Das Petermännchen ist der giftigste Fisch, der an deutschen Küsten vorkommt. Gefährlich wird er nicht, weil er angreift, sondern weil er sich im Sand vergräbt und dort kaum zu sehen ist. Wer barfuß durch flaches Wasser watet, tritt ihn schlicht nicht rechtzeitig. Genauso trifft es Angler, die einen zappelnden Fisch vom Haken lösen wollen.

    An den deutschen Küsten werden nach Angaben des ADAC jährlich 30 bis 40 Menschen gestochen. Todesfälle sind aus Deutschland nicht bekannt. Die Schmerzen gelten aber als außergewöhnlich stark, deutlich heftiger als bei einem Bienen oder Wespenstich.

    Wo das Gift sitzt

    Das Petermännchen setzt sein Gift nur zur Verteidigung ein. Es sitzt an zwei Stellen, die beide leicht zu übersehen sind:

    • Erste Rückenflosse: fünf bis sieben spitze Stacheln, jeweils mit einer Giftdrüse am Ansatz
    • Kiemendeckel: auf jeder Kopfseite ein nach hinten gerichteter Stachel, ebenfalls mit Giftdrüse
    • Übrige Flossen: ungiftig, aber die Hartstrahlen sind spitz genug für Schnittverletzungen

    Die Stacheln sind keine Injektionsnadeln. Das Gift läuft beim Eindringen an einer Rinne entlang in die Wunde. Je tiefer der Stich, desto mehr Gift gelangt hinein.

    Im Sand eingegrabenes Petermännchen
    Im Sand eingegraben ist das Petermännchen kaum zu erkennen

    Symptome nach einem Stich

    Der Schmerz setzt innerhalb von Sekunden ein und nimmt in den ersten Minuten weiter zu. Typisch ist folgender Verlauf:

    • Sofort: brennender, stechender Schmerz, der vom Einstich in Richtung Rumpf ausstrahlt
    • Nach Minuten: Rötung, deutliche Schwellung, oft Taubheitsgefühl rund um die Wunde
    • Nach Stunden: Höhepunkt der Schmerzen, gelegentlich Blasenbildung am Einstich
    • Über Tage: abklingende Schwellung, die je nach Stich eine Woche und länger anhalten kann

    Seltener kommen Kreislaufbeschwerden, Übelkeit, Fieber oder Atemnot dazu. Solche Anzeichen sind ein Fall für den Notruf, ebenso jeder Stich bei Kindern, älteren Menschen und Allergikern.

    Erste Hilfe nach einem Stich

    Das Gift des Petermännchens besteht aus Eiweißen. Eiweiß gerinnt bei Hitze und verliert dabei seine Wirkung. Deshalb steht Wärme im Mittelpunkt der Erstversorgung und nicht Kälte, wie viele vermuten.

    So schützt du dich beim Baden

    Ein Petermännchen weicht aus, wenn es die Gelegenheit bekommt. Die meisten Stiche lassen sich deshalb einfach vermeiden:

    • Badeschuhe mit fester Sohle tragen. Sie sind der wirksamste Schutz, denn die Stacheln durchdringen dünnes Material mühelos
    • Watend ins Wasser gehen statt hineinzuspringen. Die Erschütterung vertreibt den Fisch, bevor du ihn erreichst
    • Nicht in den Sand fassen beim Schnorcheln oder Muschelsammeln
    • Beim Angeln Handschuhe griffbereit halten und den Fang nie mit bloßer Hand anfassen

    Wann und wo die Gefahr am größten ist

    Fast alle Stiche ereignen sich zwischen Mai und September, also mitten in der Badesaison. Das hat einen einfachen Grund: Im Sommer zieht das Petermännchen zum Laichen in flaches Küstenwasser, im Winter steht es in Tiefen bis 150 Meter. Tagsüber liegt es eingegraben, nachts schwimmt es frei umher.

    Betroffen ist in Deutschland vor allem die Nordsee. In der Ostsee beschränkt sich das Vorkommen auf den westlichen Teil, weiter östlich reicht der Salzgehalt für die Fortpflanzung nicht aus. Im Wattenmeer ist das Gewöhnliche Petermännchen nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer seit etwa 1960 verschwunden, vermutlich infolge der Krabbenfischerei. Berichte über eine sich ausbreitende Plage sollte man vor diesem Hintergrund mit Zurückhaltung lesen.

    An flachen Badestränden ist ohnehin meist nicht das Große Petermännchen im Spiel, sondern das deutlich kleinere Zwergpetermännchen. Giftig sind beide.

    Wissenswertes zum Petermännchen

    Der Ursprung des Namens Petermännchen liegt in den Niederlanden. Der niederländische Name Pieterman erklärt sich daraus, dass die Fischer den giftigen Fisch gleich wieder ins Meer warfen. Sie nannten es Opfergabe an den Schutzheiligen Petrus und hofften, daraufhin bessere und genießbarere Fische zu fangen.

    Vorkommen und Lebensraum

    Das Große Petermännchen kommt im gesamten Ostatlantik, im Schwarzen Meer und im Mittelmeer vor. Der Fisch liebt die Nähe der Küste und den Sandboden, in den er sich eingräbt. Im Sommer zieht es die Petermännchen in Küstennähe in Tiefen von fünf bis 15 Meter. Im Winter ziehen sie sich in tiefere Gewässer bis zu 150 Meter zurück. Am Tage vergraben sich die Petermännchen im Sand und warten auf Beute. In der Nacht schwimmen sie frei, oft in Schwärmen, umher.

    In der Ostsee findet sich das Petermännchen nur im westlichen Teil. Der Grund liegt in der Fortpflanzung: Die Eier brauchen einen hohen Salzgehalt, und den bietet die mittlere und nordöstliche Ostsee nicht mehr. Bemerkenswert ist außerdem, dass der Fisch im Winter monatelang fastet. Diesen Rhythmus behält er sogar dann bei, wenn er in einem Aquarium gehalten wird und durchgehend Futter bekommt.

    Nahrung und Beute

    Das Petermännchen ist sehr hungrig und frisst viel. Bevorzugt verspeist der Fisch Garnelen, Grundeln, Sandaale und Würmer. Auch Leierfische und Krabben zählen zu den Leibspeisen des Petermännchens. Auf seine Beute wartet das Petermännchen geduldig im Sand eingegraben. Oft schauen nur die Augen heraus. Sichtet es ein Beutetier, schießt es in Sekundenschnelle aus dem Sand oder Schlamm.

    Umgekehrt hat das Petermännchen selbst kaum Feinde. Die meisten Raubfische meiden es. Kormorane vertragen das Gift dagegen offenbar problemlos und fressen es.

    Größe und Lebenserwartung

    Das Große oder Gewöhnliche Petermännchen ist im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Zentimeter groß. Einzelne Exemplare erreichen aber auch gern 45 Zentimeter. Das größte bisher gesichtete Petermännchen war 53 Zentimeter groß.

    Zur Lebenserwartung gehen die Angaben weit auseinander. Untersuchungen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer fanden Tiere von fünf bis sechs Jahren. Eine Auswertung aus der Nordsee kam 2024 auf ein deutlich höheres Höchstalter, weil die Forscher die Gehörsteine im Schnitt statt im Ganzen betrachteten und dabei Jahresringe fanden, die zuvor übersehen worden waren. Verbreitet sind heute Angaben von zehn bis 14 Jahren.

    Fortpflanzung

    Über die Fortpflanzung der Petermännchen wissen die Experten recht wenig. Ab Juni, wenn die Fische in die flacheren Küstengewässer gezogen sind, erfolgt die Laichablage. Die etwa einen Millimeter großen Eier schwimmen frei im Wasser. Auch die Larven sind pelagisch. Für die Fortpflanzung brauchen die Petermännchen einen hohen Salzgehalt im Wasser. In der nordöstlichen und mittleren Ostsee können sie sich daher nicht fortpflanzen.

    Merkmale

    Petermännchen besitzen einen langgestreckten Körper. Sie sind typische Bodenfische, haben also ein schräg nach oben gerichtetes Maul. Die Augen liegen auf der Kopfoberseite.

    Die Färbung der Fische ist oft dem Untergrund angepasst. Sie schwankt daher zwischen gelblich-grau bis hin zu dunklem Grün an der Oberseite. Die Unterseite ist heller gefärbt, manchmal sogar fast Weiß. Der Kopf besitzt keine Schuppen. Den übrigen Körper bedecken kleine Rund- und Kammschuppen.

    Das Petermännchen besitzt wie alle Barschartigen eine zweigeteilte Rückenflosse. Auf der ersten sitzt ein schwarzer Punkt. Zudem finden sich hier auch die fünf bis sieben Stacheln. Auf der zweiten Rückenflosse sitzen noch einmal 21 bis 32 Weichstrahlen. Noch einmal 24 bis 34 Weichstrahlen finden sich auf der Afterflosse. Auch an den kehlständigen Bauchflossen befinden sich noch einmal ein Hartstachel und mehrere Weichstrahlen, die auch auf den Brustflossen zu finden sind.

    Giftig sind die Stacheln auf der ersten Rückenflosse und die Stacheln auf den Kiemendeckeln der Petermännchen.

    Farbenfrohes Äußeres des Petermännchen
    Farbenfrohes Äußeres des Petermännchen

    Verwechslung mit anderen Fischen

    Im Sand eingegraben ist das Petermännchen für Badegäste praktisch unsichtbar. Am Haken lässt es sich dagegen sicher bestimmen. Drei Merkmale zusammen sind eindeutig:

    • Die Augen sitzen oben auf dem Kopf, das Maul zeigt schräg nach oben
    • Die erste Rückenflosse ist kurz, hoch und trägt beim Großen Petermännchen einen schwarzen Fleck
    • Auf jedem Kiemendeckel sitzt ein nach hinten gerichteter Stachel

    Verwechseln lässt sich das Petermännchen am ehesten mit dem Sandaal, mit Grundeln oder mit dem Leierfisch. Alle drei sind ungiftig. Im Zweifel gilt beim Angeln jedoch die einfache Regel: Ein unbekannter Fisch vom Sandgrund wird nicht mit bloßer Hand angefasst.

    Systematik

    Mit Petermännchen ist gemeinhin das Gewöhnliche oder auch Große Petermännchen gemeint. Es gibt aber zwei Gattungen und neun Arten.

    1. Echiichthys
      1. Viperqueise (Echiichthys vipera, auch Kleines Petermännchen oder Zwergpetermännchen
    2. Trachinus mit acht Unterarten:
      1. Mittelmeer-Petermännchen (Trachinus araneus) – Östlicher Atlantik, Mittelmeer
      2. Gewöhnliches Petermännchen (Trachinus draco) auch: Großes Petermännchen – Nordöstlicher Atlantik, Nordsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer
      3. Strahlen-Petermännchen (Trachinus radiatus) – Mittelmeer, afrikanische Atlantikküste (Marokko bis Senegal)
      4. Trachinus armatus – Afrikanische Atlantikküste (Mauretanien bis Angola)
      5. Trachinus collignoni – Afrikanische Atlantikküste (Gabun bis Kongo)
      6. Trachinus cornutus – Südöstlicher Pazifik (Chile)
      7. Trachinus lineolatus – Afrikanische Atlantikküste (Guinea-Bissau bis Gabun)
      8. Trachinus pellegrini – Afrikanische Atlantikküste (Senegal bis Nigeria)

    Vergleich Großes Petermännchen und Zwergpetermännchen

    Großes PetermännchenZwergpetermännchen
    Wissenschaftlicher NameTrachinus dracoEchiichthys vipera
    GrößeBis zu 45 ZentimeterZehn bis 15 Zentimeter
    FärbungGrün-grau mit bläulichem Schmuck an den FlankenGrün-Grau mit bläulichem Schmuck an den Flanken
    FlossenErste Rückenflosse mit einem schwarzen PunktRückenflosse durchgängig schwarz
    VerbreitungOstatlantik, Mittelmeer, Schwarzes Meer, häufig etwas entfernter der KüstenOstatlantik, Mittelmeer, Schwarzes Meer, Dänemark, Deutschland

    Das Petermännchen beim Angeln

    Gezielt beangelt wird das Petermännchen in Deutschland so gut wie nie. Es landet als Beifang im Eimer, und zwar überall dort, wo über sandigem Grund auf Grund gefischt wird. Typisch ist das Brandungsangeln an den Sandstränden der Nordsee und der westlichen Ostsee in den Sommermonaten, ebenso das Grundangeln vom Boot. Wer in Dänemark, in Frankreich oder am Mittelmeer auf Platte oder Wolfsbarsch fischt, hat die besten Aussichten auf eine Begegnung.

    Da das Petermännchen dieselbe Nahrung annimmt wie viele Zielfische, funktionieren die üblichen Naturköder: Wattwurm, Seeringelwurm, Garnelen, Krabben, Fetzen und Sandaal. Am ehesten beißt es in der Dämmerung und nachts, wenn es den Sand verlässt.

    Wie andere barschartige Fische, etwa Wolfsbarsch oder Rotbarsch, ist das Petermännchen dabei ein durchaus schmackhafter Fang. Vorausgesetzt, man bringt ihn sicher in die Kühlbox.

    Petermännchen am Haken mit deutlich sichtbaren Stacheln
    Petermännchen am Haken: Vorsicht vor den Stacheln

    Ein gefangenes Petermännchen sicher versorgen

    Die meisten Stiche bei Anglern passieren beim Abhaken, wenn der Fisch zappelt. Nimm dir deshalb Zeit und arbeite der Reihe nach:

    Schonzeit und Mindestmaß

    Für das Petermännchen gibt es in Deutschland kein bundesweites Mindestmaß und keine bundesweite Schonzeit. Maßgeblich sind die Landesfischereiverordnungen der Küstenländer, die sich voneinander unterscheiden und geändert werden können. Ein Blick in die aktuelle Fassung für Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern vor dem Angeltag ist deshalb Pflicht. Im Ausland gelten eigene Regeln.

    Soll der Fisch zurück ins Wasser, geht das nur unversehrt. Ein Petermännchen, dem die Rückenflosse abgeschnitten wurde, gehört in die Kühlbox und nicht zurück ins Meer.

    Verwertung und Zubereitung des Petermännchens

    Das Petermännchen, vor allem das Große oder Gewöhnliche Petermännchen, ist ein sehr schmackhafter Speisefisch. Da er sich am liebsten in der Nähe des Meeresgrundes aufhält, gerät er häufig in die Schleppnetze großer Fischerschiffe. In seinem verbreiteten Lebensraum kommt er als leckerer Beifang daher gern gegrillt auf den Tisch. Das Fleisch ist fest, weiß und angenehm grätenarm.

    Auch in der klassischen französischen Bouillabaisse und anderen Fischsuppen ergänzt er die anderen Fischarten hervorragend.

    Im Ganzen zubereitet, schmeckt er nach Müllerin Art oder mariniert in Zitronensaft und Estragon und dann gebraten hervorragend. In Italien kommt das Petermännchen gern gebraten auf den Salat. Auch in Marsala pochiert mundet das feste weiße Fleisch des Petermännchens sehr gut.

    Als Beilage zum Petermännchen passen die klassischen Kartoffeln, Möhrengemüse und Schalotten. Kapernsoße mit gehackten gekochten Eiern, Schalotten, Salzgurken und zerlassene Butter krönen den leckeren Fisch.

    Richtig zubereitet sind Petermännchen äußerst schmackhaft
    Richtig zubereitet sind Petermännchen äußerst schmackhaft

    Häufige Fragen zum Petermännchen

    Was ist das Petermännchen und wo ist es zu finden?

    Das Petermännchen ist ein giftiger Meeresfisch aus der Familie der Petermännchen (Trachinidae). Es lebt an den Küsten des Ostatlantiks, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer, außerdem in der Nordsee und in der westlichen Ostsee. Weiter östlich fehlt es, weil der Salzgehalt dort für die Fortpflanzung nicht ausreicht. Tagsüber liegt es im Sand vergraben und ist dabei kaum zu erkennen.

    Wie erkennt man das Petermännchen und warum ist es gefährlich?

    Die Augen sitzen oben auf dem Kopf, das Maul zeigt schräg nach oben, und die kurze erste Rückenflosse trägt beim Großen Petermännchen einen schwarzen Fleck. Gefährlich sind die fünf bis sieben Stacheln dieser Flosse sowie je ein Stachel auf beiden Kiemendeckeln. An ihrem Ansatz sitzen Giftdrüsen. Der Fisch greift nicht an, er wehrt sich nur, wenn man auf ihn tritt oder ihn anfasst.

    Was sollte man tun, wenn man von einem Petermännchen gestochen wurde?

    Das Gift besteht aus Eiweißen und zerfällt bei Hitze. Entferne zuerst sichtbare Stachelreste und desinfiziere die Wunde. Danach wird die Stelle gewärmt, entweder in einem Wasserbad mit 43 bis 45 Grad für 30 bis 90 Minuten oder mit einem Föhn für etwa zwei Minuten. Über 45 Grad drohen Verbrennungen, deshalb prüfst du die Temperatur mit einer gesunden Hand. Aussaugen hilft nicht. Anschließend sollte immer ein Arzt die Wunde ansehen und den Tetanusschutz prüfen.

    Wie lange dauern die Schmerzen nach einem Stich?

    Der Schmerz setzt binnen Sekunden ein, erreicht nach einigen Stunden seinen Höhepunkt und lässt danach langsam nach. Die Schwellung hält deutlich länger an und kann je nach Stich eine Woche und mehr bestehen bleiben. Wird früh gewärmt, verkürzt das den schmerzhaften Teil spürbar.

    Kann ein Stich des Petermännchens tödlich sein?

    Todesfälle sind aus Deutschland nicht bekannt. Ein Stich ist außergewöhnlich schmerzhaft, aber in aller Regel nicht lebensbedrohlich. Ernst zu nehmen sind Kreislaufbeschwerden, Übelkeit, Fieber oder Atemnot sowie jeder Stich bei Kindern, älteren Menschen und Allergikern. In diesen Fällen gehört der Notruf gewählt. Ein Gegengift gibt es nicht.

    Wann und wo besteht das größte Risiko?

    Fast alle Stiche ereignen sich zwischen Mai und September, wenn die Fische zum Laichen ins flache Küstenwasser ziehen. An deutschen Küsten werden jährlich 30 bis 40 Menschen gestochen. Am wirksamsten schützen Badeschuhe mit fester Sohle. Wer watend statt springend ins Wasser geht, vertreibt den Fisch außerdem, bevor er ihn erreicht.

    Darf man Petermännchen angeln und essen?

    Ja. Das Petermännchen ist ein schmackhafter Speisefisch mit festem, weißem und grätenarmem Fleisch, in Frankreich gehört es klassisch in die Bouillabaisse. Gezielt beangelt wird es kaum, es fällt als Beifang beim Brandungs- und Grundangeln an. Ein bundesweites Mindestmaß und eine bundesweite Schonzeit gibt es nicht, maßgeblich sind die Landesfischereiverordnungen der Küstenländer.

    Ist ein totes Petermännchen noch giftig?

    Ja. Die Giftdrüsen bleiben nach dem Tod des Fisches aktiv, und auch abgeschnittene Stachelansätze enthalten noch Gift. Entsorge Flossenreste deshalb nicht im Sand und fasse auch in der Kühlbox nicht blind hinein. Beim Garen verliert das Gift seine Wirkung, der Stachel sticht vorher aber trotzdem.

    Bildquellen6
    • petermaennchen-koerper.jpg – lunamarina / stock.adobe.com
    • petermaennchen-sand.jpg – Joern / stock.adobe.com
    • petermaennchen-meeresgrund.jpg – aquapix / stock.adobe.com
    • petermaennchen-geangelt.jpg – Piotr Wawrzyniuk / stock.adobe.com
    • petermaennchen-zubereitung.jpg – Picture Partners / stock.adobe.com
    • petermaennchen.jpg – Joern / stock.adobe.com

    Fandest du den Artikel hilfreich?

    Durchschnittlich 4,81 von 5 Fischen

    4,81von 532Bewertungen

    Schreib den ersten Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir schalten jeden Beitrag von Hand frei – das kann einen Moment dauern.

    Mit deinem Kommentar bist du automatisch im Lostopf unseres Gewinnspiels: Bis Jahresende verlosen wir jeden Monat 10 Überraschungsboxen voller Köder.

    Passende Artikel