Pegelstände der Flüsse in Deutschland: Live-Karte

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Unsere Karte zeigt die aktuellen Pegelstände an über 700 Messstellen der deutschen Bundeswasserstraßen - live aus dem Messnetz der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (PEGELONLINE). Jede Messstelle ist danach eingefärbt, ob ihr Wasserstand gerade unter dem mittleren Niedrigwasser (MNW), im normalen Bereich oder über dem mittleren Hochwasser (MHW) liegt. Ein Klick auf einen Pegel öffnet den Verlauf der letzten 15 Tage.
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Pegelkarte Deutschland
Alle Messstellen der Bundeswasserstraßen auf einer Karte. Beim Laden werden Kartenkacheln von tile.openstreetmap.org abgerufen; dabei erfährt der Anbieter deine IP-Adresse.
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Die 10 größten Flüsse Deutschlands im Überblick
Ein Klick auf einen Fluss zoomt die Karte auf seine Messstellen. Die Bilanz zählt, wie viele Pegel aktuell unter dem mittleren Niedrigwasser (MNW) bzw. über dem mittleren Hochwasser (MHW) liegen.
Niedrigwasser: Was fallende Pegel für Fische bedeuten
Für Fische ist Niedrigwasser weit mehr als „weniger Platz”. Mit sinkendem Pegel verändert sich die gesamte Physik und Chemie des Gewässers - und fast alle Veränderungen wirken in dieselbe Richtung: Stress.
Sauerstoff wird knapp, wenn er am dringendsten gebraucht wird. Ein flacher Wasserkörper erwärmt sich schneller, und warmes Wasser kann physikalisch weniger Sauerstoff lösen: Bei 10 °C nimmt Wasser rund 11 mg Sauerstoff pro Liter auf, bei 25 °C nur noch etwa 8 mg. Gleichzeitig steigt mit der Temperatur der Stoffwechsel der Fische - sie brauchen also mehr Sauerstoff, während weniger verfügbar ist. Besonders kälteliebende Arten wie Bachforelle und Äsche geraten schon bei Wassertemperaturen über 20 °C in ernste Bedrängnis; im Hitzesommer 2018 kam es deshalb etwa am Hochrhein zu einem massenhaften Äschensterben.
Schadstoffe konzentrieren sich auf. Einleitungen aus Kläranlagen, Industrie und Landwirtschaft verteilen sich bei Niedrigwasser auf ein viel kleineres Wasservolumen - die Konzentration von Nährstoffen und Salzen steigt. Wie fatal das enden kann, hat das Oder-Fischsterben im August 2022 gezeigt: Anhaltendes Niedrigwasser, hohe Temperaturen und Salzeinleitungen begünstigten eine Massenvermehrung der giftigen Brackwasseralge Prymnesium parvum - hunderttausende Fische, Muscheln und Schnecken verendeten auf hunderten Flusskilometern.
Lebensraum fällt trocken. Kiesbänke, flache Uferzonen und Nebenrinnen sind die Kinderstube des Flusses: Hier wachsen Jungfische auf, hier laichen Kieslaicher wie Barbe und Nase, hier leben die Insektenlarven, von denen fast alles andere frisst. Fallen diese Zonen trocken, stirbt die Brut, und die verbliebenen Fische drängen sich in wenigen tiefen Gumpen - ein gefundenes Fressen für Kormoran und Reiher und ein idealer Nährboden für Krankheiten und Parasiten. Zusätzlich zerschneidet Niedrigwasser den Fluss: Flachstellen werden unpassierbar, Laich- und Nahrungswanderungen brechen ab.
Hochwasser: Zwischen Lebensspender und Zerstörer
So bedrohlich Hochwasser für uns Menschen ist - aus Sicht des Flusses ist es zunächst ein natürlicher und sogar notwendiger Vorgang. Flüsse und ihre Auen bilden eine Einheit: Erst das über die Ufer tretende Wasser verbindet den Strom mit Altarmen, Flutmulden und überschwemmten Wiesen.
Frühjahrshochwasser schafft Laichplätze. Der Hecht ist das Paradebeispiel: Er laicht bevorzugt auf überschwemmtem Grasland - die flachen, sich schnell erwärmenden Flächen sind zugleich die perfekte Kinderstube für seine Brut. Auch viele Weißfische profitieren von überfluteten Auen, die Unmengen an Nahrung und Versteckmöglichkeiten bieten. Zieht sich das Wasser zu schnell zurück (etwa weil dem begradigten Fluss die Aue fehlt), stranden Laich und Brut allerdings auf dem Trockenen.
Sommerliche Extremhochwasser können dagegen verheerend wirken. Reißende Strömung verdriftet Jungfische, die noch zu schwach sind, um sich zu halten, kilometerweit flussabwärts oder spült sie auf Flächen, die anschließend trockenfallen. Umgelagertes Sediment kann frisch belegte Laichbetten von Kieslaichern regelrecht abschmirgeln oder unter Schlamm begraben. Und mit der Flutwelle gelangen Öl, Gülle und Straßenabrieb in den Fluss. Entscheidend ist deshalb der Zeitpunkt: Ein Winterhochwasser richtet meist wenig Schaden an, ein Extremereignis zur Brutzeit im Frühsommer kann einen ganzen Jahrgang kosten.
Wirbellose, Muscheln und die Basis der Nahrungskette
Was für Fische gilt, trifft die wirbellosen Bewohner des Flusses oft noch härter - denn Köcherfliegenlarven, Bachflohkrebse oder Muscheln können bei sinkendem Wasserstand kaum flüchten. Trockenfallende Uferbereiche werden für das Makrozoobenthos, die Lebensgemeinschaft der Gewässersohle, zur Todeszone. Großmuscheln wie Teich- und Flussmuschel sterben zu Tausenden, wenn Buhnenfelder und Flachzonen trockenfallen. Da diese Kleintiere die Nahrungsgrundlage fast aller Fischarten bilden und Muscheln als natürliche Filter täglich viele Liter Wasser klären, wirkt jeder Einbruch an der Basis doppelt: weniger Nahrung, schlechtere Wasserqualität. Bis sich eine ausgeräumte Sohlfauna erholt hat, vergehen oft Jahre.
Klimawandel: Extreme Pegel werden häufiger

Die Trockenjahre 2018, 2019 und 2022 mit Rekord-Niedrigwasser an Rhein, Elbe und Oder auf der einen, die Flutkatastrophen an Ahr und Erft 2021 auf der anderen Seite: Beide Extreme nehmen mit dem Klimawandel zu. Mildere Winter mit weniger Schnee lassen die stützenden Schmelzwasserabflüsse im Frühjahr schrumpfen, längere Hitze- und Dürreperioden zehren die Pegel im Sommer aus, und Starkregen trifft auf ausgetrocknete Böden, die das Wasser nicht aufnehmen können. Für die Fischbestände heißt das: Die Erholungsphasen zwischen den Extremen werden kürzer. Umso wichtiger werden intakte Auen als Puffer, beschattete Ufer, die das Wasser kühl halten, und durchgängige Flüsse, in denen Fische Hitze- und Niedrigwasserphasen durch Wanderung in kühlere Zuflüsse ausweichen können.
Was Angler bei extremen Pegelständen beachten sollten

Ein Blick auf die Pegelkarte lohnt vor jedem Ansitz - nicht nur, um die Angelstelle zu planen, sondern auch aus Verantwortung gegenüber dem Fisch:
- Bei Niedrigwasser und Hitze zurückhaltend angeln. Ein Drill bedeutet für den Fisch maximale Anstrengung bei minimalem Sauerstoffangebot - auch schonend zurückgesetzte Fische können daran verenden. Bei Wassertemperaturen über 23 bis 25 °C ist es fairer, ganz auf das Angeln zu verzichten oder auf kühle Morgenstunden auszuweichen.
- Konzentrierte Fische sind kein Freibrief. Drängen sich die Bestände in den letzten tiefen Gumpen, wirken die Fangaussichten verlockend - genau dort hängt aber das Überleben des Bestandes an wenigen Stellen.
- Auf Setzkescher und lange Hälterung verzichten, wenn das Wasser warm und sauerstoffarm ist.
- Hochwasser ernst nehmen. Neben der eigenen Sicherheit gilt: Nach dem Ablaufen der Welle sammeln sich Fische oft in Flutmulden und abgeschnittenen Senken - wer so etwas entdeckt, meldet es am besten dem zuständigen Verein oder der Fischereibehörde, damit die Tiere zurückgesetzt werden können.
- Schonzeiten gelten unabhängig vom Pegel. Welche Arten in deinem Bundesland gerade geschützt sind, zeigt unsere Schonzeiten-Übersicht tagesaktuell.
Die Daten auf dieser Seite stammen aus dem offenen Messnetz PEGELONLINE der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und aktualisieren sich bei jedem Seitenaufruf.
Bildquellen2
- auswirkungen-klimawandel-angelsport.jpg – Rainer Puster / istockphotos.com
- fischsterben-hitze-duerre.jpg – Mario Martija sevilla / istockphoto.com



