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Stahlvorfach

Raubfische ziehen viele Angler in ihren Bann, doch das Auswerfen auf Hecht und Co. stellt besondere Ansprüche an das verwendete Material. Mit Unmengen scharfer Zähne bewaffnet passiertes schnell, dass der Fisch sich beim Drill mitsamt dem Köder vom Acker macht, weil er die Schnur durchgebissen hat. Das ist nicht nur unangenehm für den Angler, der Haken und Köder verliert, sondern kann für den Fisch, der beides selbst nicht los wird, gesundheitliche Konsequenzen haben. Die Verwendung eines Stahlvorfaches – einem dünnen Stahldraht, der zwischen Schnur und Köder montiert wird – schützt Fisch und Ausrüstung, weil es in der Regel auch von Räubern nicht durchgebissen werden kann.

Welche Fische erfordern ein Stahlvorfach?

Ein Stahlvorfach sollte man beim Angeln auf alle Fische, die in der Lage sind eine normale Schnur durchzubeißen, verwenden. Darunter fällt in heimischen Gewässern vor allem der Hecht, für dessen scharfes Gebiss selbst eine geflochtene Schnur kein Hindernis darstellt. Aber auch, wenn man eigentlich für einen weniger bewaffneten Zander auswirft, ist ein Stahlvorfach angeraten. In fast allen Fischgewässern sind größere Hechte zu finden, die genauso auf den Köder gehen können.

Hecht

Der Hecht ist der Sprinter unter den Raubfischen. Weil er nicht die Kondition für längere Verfolgungsjagden hat, muss der erste Biss sitzen. Um dies zu gewährleisten verfügt er über einen kräftigen Biss und rasiermesserscharfe Zähne. Die größere Hechte schlucken den Köder oft sehr tief, weshalb man bei der Länge des Stahlvorfaches nicht sparen sollte.

Barsch

Auch Barsche sind Räuber, haben aber keine so scharfen Zähne wie der Hecht und sind somit für die Schnur eigentlich keine Gefahr. Da sich in Gewässern mit Barschen gerne auch Hechte aufhalten und sich wie diese oft unter überhängenden Bäumen aufhalten, empfiehlt sich auch hier ein Stahlvorfach, um eventuell einen Hecht als Beifang landen zu können.

Zander

Der Zander besitzt Hundszähne, um seine Beute festhalten zu können. Sie sind allerdings nicht so scharf wie das Gebiss eines Hechts. Obwohl sich die Meinung, ein Stahlvorfach schrecke die sensiblen Zander ab, immer noch hält, sollten auch bei diesem Fisch ein Schutzmaßnahmen getroffen werden. Hier bieten sich vor allem Alternativen zum Stahlvorfach an, die unten noch näher beschrieben werden. Ein Stahlvorfach stellt auch beim Angeln auf Zander erfahrungsgemäß kein Problem dar und sollte, gerade wenn mit Hechten zu rechnen ist, nicht in der Kiste bleiben. Dabei sollte das Vorfach aber nicht zu starr sein, damit die natürliche Bewegung des Köders gewährleistet ist.

Vor- und Nachteile des Stahlvorfachs

Der Vorteil eines Stahlvorfach ist recht eindeutig: es verhindert den Verlust von Fisch und Köder, wenn man – gewünscht oder nicht – einen Hecht am Haken hat und schützt dadurch die Ausrüstung aber auch den Fisch. Auch wenn es eine sinnvolle Erweiterung der Anglerausrüstung ist, ist es natürlich kostspieliger, als das Angeln nur mit Schnur. Weil es aber auch einen unnötigen Materialverlust verhindert, ist dies nicht als Nachteil zu sehen. Da es nicht so flexibel ist, wie die Schnur selbst, kann es allerdings auch Bisse verhindern. Dieses Problem lässt sich durch die Verwendung eines möglichst dünnen Stahlvorfachs minimieren. Viele im Handel zu erwerbende fertige Montagen mit Stahlvorfach haben leider eine mangelhafte Verarbeitung oder Produktionsfehler. Erfahrene Raubfischangler stellen daher ihre Montagen selbst her.

Varianten des Stahlvorfachs

Stahlvorfächer sind im Fachhandel in unterschiedlichen Längen, Stärken und mit verschiedenen Verbindungen erhältlich. Die wichtigsten Varianten sind das aus sieben gleichstarken Drähten gebundene Sevenstrand und das auch als Stahlseide bezeichnete 7×7, bei dem sich insgesamt 49 Stahlfäden verbinden. Besonders wichtig ist die Verarbeitung der Verbindungen, die die Schwachstelle der Montage darstellen. Spiralwicklungen brechen sehr schnell und sollten daher vermieden werden. Quetschverbindungen haben die höchste Tragkraft.

Alternativen zum traditionellen Stahlvorfach

War das Stahlvorfach lange Zeit der feste Begleiter des Raubfischanglers, haben mittlerweile unzählige Alternativen den Markt überflutet. Die moderne Technik hat neue Materialien hervorgebracht, die auch der Angler für sich nutzen kann. Sie versuchen die Nachteile des traditionellen Stahlvorfachs zu kompensieren.

Fluorocarbon

Flurocarbon ist eine durchsichtige nicht dehnbare Schnur, die im Vergleich zu den normalen Schnüren aus Polyamid eine höhere Lebensdauer besitzt, schnell sinkt und stabiler ist. Ihr größter Vorteil ist jedoch, dass sie nahezu unsichtbar ist und sich dadurch besonders fürs Spinnfischen und für scheue Fischarten eignet. Obwohl es im Vergleich zum herkömmlichen Stahlvorfach teuer ist, gibt es auch ganze Rollen aus Fluorocarbon zu kaufen. Zur Standardausrüstung bei Spinnfischern gehörend, erfreut sie sich auch als Vorfach bei Fliegenfischern immer größerer Beliebtheit.

Titanium

Dieses Material ist noch recht neu auf dem Markt. Es ist glatt, federnd und behält auch nach einem harten Einsatz seine Form. Dadurch ist es sehr langlebig. Weil es sehr glatt ist und gegen das Durchrutschen gesichert werden muss, erfordert es beim Knüpfen einer eigenen Montage erfordert aber einige Raffinesse.

Hardmono

Der Markt bietet mittlerweile auch Vorfächer aus Hardmono an, die sich in ihrer Stabilität mit ihren Konkurrenten zu messen versuchen. Mit einem stärkeren Vorfach aus diesem Material sollte man auch größere Hechte sicher ans Ufer bringen können. Besonders beim Spinnfischen haben sich Vorfächer aus Hardmono bewährt.

Die Verbindung von Stahlvorfach und Schnur

Ein Stahlvorfach beliebiger Länge wird prinzipiell mit einem Karabiner am Köder befestigt und mit einem Wirbel und einem Noknot-Verbinder an der Schnur befestigt. Letzterer ist nicht unbedingt nötig, stellt aber beim Wechseln der Köder eine Erleichterung dar. Bei der Verwendung eines Wobblers oder Gummifisches kann der Wirbel entfallen. Bindet man seine Montage selbst, kann man sie genau auf seine eigenen Bedürfnisse abstimmen. Durch unzählige Tutorials ist dies leicht zu erlernen.