Können Fische ertrinken?

Christoph Hein
Aktualisiert am 03.07.2023

Können Fische ertrinken?

Fische sind faszinierende Wasserbewohner, die sich dank ihrer Kiemen und Anpassungsfähigkeit im Wasser bewegen und atmen können. Doch kann ein Fisch ertrinken? In diesem Artikel wollen wir diese Frage klären, indem wir den Atmungsprozess von Fischen, die Bedeutung von Sauerstoff im Wasser sowie die möglichen Ursachen für Sauerstoffmangel ausführlich erklären.

Der Atmungsprozess bei Fischen

Fische sind aquatische Lebewesen, die in verschiedenen Wasserumgebungen existieren und sich im Laufe der Evolution perfekt an ihren Lebensraum angepasst haben. Eine der wichtigsten Anpassungen betrifft die Atmung. Im Gegensatz zu Landtieren, die Lungen zur Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft verwenden, atmen Fische durch spezialisierte Organe, die Kiemen genannt werden. Diese ermöglichen es ihnen, den im Wasser gelösten Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid abzugeben.

Die meisten Fische sind dabei auf eine kontinuierliche Wasserdurchströmung ihrer Kiemen angewiesen, um effektiv atmen zu können. Das Wasser wird aktiv oder passiv durch die Mundöffnung aufgenommen und über die Kiemenöffnungen wieder ausgestoßen. Während dieses Prozesses wird der im Wasser gelöste Sauerstoff von den Blutgefäßen in den Kiemen aufgenommen und ins Blut transportiert, während Kohlendioxid abgegeben wird. Die Effizienz dieses Prozesses hängt von der Oberfläche der Kiemen und der Differenz der Sauerstoffkonzentrationen zwischen Wasser und Blut ab.

Faktoren, die zum Ertrinken von Fischen führen können

Hypoxie (Sauerstoffmangel)

Obwohl Fische darauf angewiesen sind, im Wasser zu leben, gibt es dennoch Umstände, unter denen sie ertrinken können. Ein möglicher Faktor ist ein Mangel an Sauerstoff im Wasser, der auch als Hypoxie bezeichnet wird. Hypoxie kann durch eine Vielzahl von Umweltbedingungen verursacht werden, wie Algenblüten, die den Sauerstoffgehalt des Wassers reduzieren, oder durch eine Überbevölkerung von Fischen in einem bestimmten Gebiet, wodurch der Sauerstoffverbrauch steigt und das Angebot abnimmt. In solchen Situationen können Fische Schwierigkeiten haben, ausreichend Sauerstoff aufzunehmen, was letztlich zu ihrem Tod durch Ertrinken führen kann.

Umweltverschmutzung

Ein weiterer Faktor, der zum Ertrinken von Fischen beitragen kann, ist die Verschmutzung des Wassers durch Chemikalien oder Schadstoffe, die die Funktion der Kiemen beeinträchtigen. Einige Substanzen, wie Schwermetalle oder Öl, können sich an den empfindlichen Kiemenmembranen anlagern und deren Fähigkeit, Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid abzugeben, beeinträchtigen. Dies kann dazu führen, dass Fische zunehmend gestresst und letztlich erstickt werden, da sie nicht ausreichend Sauerstoff aufnehmen können.

Anpassungsfähigkeit einiger Fischarten an Sauerstoffmangel

Einige Fischarten haben sich im Laufe der Evolution an Umgebungen mit niedrigem Sauerstoffgehalt angepasst und entwickelten Mechanismen, die es ihnen ermöglichen, auch unter solchen Bedingungen zu überleben. Zum Beispiel sind Labyrinthfische, wie der siamesische Kampffisch oder der Gabelschwanz-Makropode, in der Lage, atmosphärischen Sauerstoff direkt aus der Luft aufzunehmen, indem sie ein spezielles Organ namens Labyrinthorgan nutzen. Diese Anpassung ermöglicht es ihnen, in Gewässern mit geringem Sauerstoffgehalt oder sogar in temporär ausgetrockneten Lebensräumen zu überleben. Andere Fischarten, wie Karpfen und Welse, können in sauerstoffarmen Umgebungen überleben, indem sie ihre Stoffwechselrate reduzieren und Energie sparen.

Karpfen können auch in sauerstoffarmen Gewässer gut klarkommen
Karpfen können auch in sauerstoffarmen Gewässer gut klarkommen

Ertrinken von Fischen verhindern

Um das Ertrinken von Fischen zu verhindern, ist es wichtig, die Wasserqualität und die Umweltbedingungen in ihrem Lebensraum zu überwachen. Eine angemessene Sauerstoffkonzentration im Wasser sollte aufrechterhalten werden, um sicherzustellen, dass Fische ausreichend atmen können. Dies kann durch die Verwendung von Belüftungssystemen in Aquarien oder Teichen erreicht werden, die den Sauerstoffgehalt im Wasser erhöhen. Weiterhin ist es entscheidend, die Anzahl der Fische in einem bestimmten Bereich zu kontrollieren, um eine Überbevölkerung und einen übermäßigen Sauerstoffverbrauch zu vermeiden.

Algen im Wasser weisen auf Sauerstoffmangel hin
Algen im Wasser weisen auf Sauerstoffmangel hin

Die Minimierung der Wasserverschmutzung ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt bei der Verhinderung des Ertrinkens von Fischen. Dies kann durch die Regulierung von Abwassereinleitungen und die Implementierung von nachhaltigen Praktiken in der Landwirtschaft und Industrie erreicht werden, um die Einführung von Schadstoffen in Wasserstraßen zu reduzieren. Ebenso sollte die Überwachung der Wasserqualität durch regelmäßige Tests auf Schadstoffe und Algenblüten erfolgen, um frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Häufige Fragen zum Thema “Können Fische ertrinken?”

Ja, Fische können ertrinken, wenn sie nicht genügend Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen können. Das kann zum Beispiel passieren, wenn der Sauerstoffgehalt im Wasser zu niedrig ist oder wenn die Kiemen des Fisches beschädigt sind.

Hauptursachen für einen niedrigen Sauerstoffgehalt im Wasser sind Umweltverschmutzung, Überdüngung (Eutrophierung) und hohe Wassertemperaturen. Diese Faktoren können den Sauerstoffgehalt im Wasser reduzieren, sodass Fische Schwierigkeiten haben, genügend Sauerstoff aufzunehmen und im schlimmsten Fall ertrinken.

Anzeichen für Sauerstoffmangel oder drohendes Ertrinken bei Fischen können sein: Schnelles Atmen oder Hecheln, erhöhter Kiemenbewegungen, Fische, die an der Wasseroberfläche schwimmen und nach Luft schnappen, oder ein ungewöhnliches Schwimmverhalten wie unkontrolliertes Drehen oder Taumeln.

 

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