Rachensperre beim Angeln auf Hecht: Sinnvoll, oder nicht?

Christoph Hein
Aktualisiert am 01.08.2023

Rachensperre beim Hecht angeln

Die Rachensperre (auch Rachenspreitzer genannt) ist ein Werkzeug, welches dem Angler ermöglicht, den Haken oder Köder aus dem Maul des Fisches zu entfernen, ohne dass dieser sein Maul schließen kann. Jedoch wird es in der Praxis häufig falsch angewendet und schadet so mehr, als dass es nutzt. In den allermeisten Fällen lässt sich der Köder auch ohne Rachensperre aus dem Maul des Fisches entfernen. In diesem Artikel erklären wir euch, wie ihr eine Rachensperre korrekt einsetzt und welche Alternativen ihr dazu habt.

Zweck der Rachensperre

Wie bereits geschrieben, dient eine Rachensperre dazu, das Maul des Fisches offenzuhalten. So kann der Haken bzw Köder relativ leicht entfernt werden, wenn dieser vom Fisch tief geschluckt wurde. In der Praxis kommt die Rachensperre vor allem beim Angeln auf Hecht zum Einsatz, da dieser sehr scharfe Zähne besitzt. Bei anderen Fischarten ist dies in der Regel nicht der Fall.

Köder können mithilfe einer Rachensperre leichter aus dem Maul entfernt werden
Köder können mithilfe einer Rachensperre leichter aus dem Maul entfernt werden

Folgen falscher Verwendung

Problematisch dabei ist jedoch, dass die Rachensperre in der Praxis sehr häufig falsch eingesetzt wird.

Beispiele:

  • Zu tiefes einführen der Rachensperre in den Rachen
  • Einsatz bei zu kleinen Fischen
  • Unsachgemäße Platzierung der Bügel im Maul

Eine unsachgemäße Verwendung der Rachensperre kann zu erheblichen Verletzungen und langfristigen Schäden bei den Fischen führen. Wird die Sperre beispielsweise zu tief in den Rachen des Fisches eingeführt, können innere Verletzungen, Blutungen oder sogar ein Bruch des Kiefers die Folge sein. Solche Verletzungen können die Fähigkeit des Fisches, Nahrung aufzunehmen und zu verdauen, stark beeinträchtigen und letztlich zu seinem Tod führen. Daher ist es entscheidend, die Rachensperre korrekt und behutsam einzusetzen, um unnötiges Leid und dauerhafte Schäden bei den gefangenen Fischen zu vermeiden.

Ähnlich ist es auch beim Einsatz bei zu kleinen Fischen. Diese haben ein empfindlicheres Maul als ihre großen Kollegen, durch eine zu hohe Spannung der Federn kann es schnell zu dauerhaften Verletzungen kommen. Eine lange Hakenlösezange ist hier in der Regel vollkommen ausreichend.

Eine Rachensperre ist bei solch einem kleinen Hecht eigentlich unnötig
Eine Rachensperre ist bei solch einem kleinen Hecht eigentlich unnötig

Alternativen zur Rachensperre

Das Verwenden einer Hakenlösezangen, um den Haken aus dem Maul des Fisches zu entfernen, ist in 95% der Fälle völlig ausreichend. Für größere Fische empfiehlt es sich, ein längeres Examplar zu verwenden, um auch tief sitzende Köder oder Probleme entfernen zu können.

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Richtige Verwendung einer Rachensperre

Um eine Rachensperre korrekt und schonend einzusetzen, ist es wichtig, folgende Tipps zu beachten:

Die Anwendung einer Maulsperre erfordert Sorgfalt und Umsicht, um Stress oder Verletzungen für den Fisch zu vermeiden. Ihre Benutzung erfordert, dass sie sanft in den geöffneten Mund des Fisches eingeführt und so platziert wird, dass sie Ober- und Unterkiefer sicher hält, ohne dabei das empfindliche Maulinnere zu beeinträchtigen.

Der Druck sollte immer gleichmäßig verteilt sein, um mögliche Kieferverletzungen zu vermeiden.

Fragen und Antworten

Nein, eine gesetzliche Pflicht zum Mitführen und Verwenden eine Rachensperre gibt es nicht. Jedoch können einzelne Gewässerbetreiber dies an ihren Gewässern verlangen.

In der Regel können der Haken/Köder auch ohne eine Rachensperre aus dem Maul des Fisches entfernt werden. Da der Einsatz bei unsachgemäßem Gebrauch schnell negative Folgen für den Fisch hat, sollte auf den Einsatz nach Möglichkeit verzichtet werden. Gerade bei Catch and Release ist das Nutzen eines Hakenlösers ohne Rachensperre die bessere Wahl.

Um Verletzungen zu vermeiden, sollte die Rachensperre behutsam und korrekt im Rachen platziert werden, sodass der Druck gleichmäßig verteilt wird. Achte darauf, dass die Bügel nicht zu weit hinten im Maul des Fisches platziert werden. Dies kann die Kiemen schädigen und bleibende Schäden verursachen.

 

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Christoph beim Angeln

Über den Autor

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