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Seeforelle© Piotr Wawrzyniuk / stock.adobe.com

Seeforellen angeln (Salmo trutta lacustris)

Die Seeforelle ist ein Süßwasserfisch und gehört zur Familie der Lachsfische. Sie gehört zusammen mit der Meer- und Bachforelle derselben Art an, welche sich nur durch ihren Lebensraum, ihre Größe und kleinere, farbliche Merkmale unterscheidet. Die Seeforelle bevorzugt tiefe und kalte Alpenseen und kommt vor allem in Europa vor.

Sie gehört zu den Raubfischen und ernährt sich in erster Linie von Kleintieren, Fischen, Krebstieren und Anflugnahrung. Sie lässt sich das ganze Jahr über fischen. Die vielversprechendste Methode ist das Schleppangeln. Der Fisch gehört zu den gefährdeten Tierarten und steht in einigen Ländern auf der roten Liste.

Wissenswertes

Die Forelle gehört zu den beliebtesten Speisefischen in unseren Breitengraden. Ihr Fleisch ist weiß, zart, würzig, fettarm und saftig. Der Geschmack hängt aber auch stark von der Wasserqualität des Lebensraums ab. Darüber hinaus lassen sich die Gräten leicht entfernen. Die Fische schmecken besonders poschiert, gedünstet, gebraten, gegrillt und geräuchert sehr gut.

Vor allem Knoblauch, Zitrone, Petersilie und andere Kräuter eignen sich hervorragend zum Würzen. Aber auch in der Literatur kommt der Süßwasserfisch vor. In einem der bekanntesten Werke von Franz Schubert, dem Forellenquintett, spielt der schlaue Räuber die Hauptrolle.

Lebensraum

Die Seeforelle (Salmo trutta lacustris) ist in Skandinavien und Russland, aber auch in Großbritannien und in Irland, sowie im Alpenraum beheimatet. Diese Fischart bewohnt tiefe Süßwasserseen mit kaltem und sauerstoffreichen Wasser.

Kapitale Exemplare halten sich bevorzugt in den tiefen Wasserbereichen auf und tragen daher auch den Namen „Grundforellen“. Dagegen zieht es Jungfische eher in flache und ufernahe Bereiche.

Bevorzugte Beute / Nahrung

Die Ernährung von jungen Seeforellen besteht in erster Linie aus Kleintieren und Anflugnahrung. Sobald die Fische geschlechtsreif werden, fressen sie vor allem andere Fische. Weil ihre Ernährung auch zu einem großen Teil aus Krebstieren besteht, hat die Seeforelle ein rosiges Fleisch und wird daher auch „Lachsforelle“ genannt.

Größe und Lebenserwartung

Seeforellen sind durchschnittlich ca. 40 bis 80 cm lang und haben ein Gewicht von 0,8 bis 5 kg. Große Exemplare können aber auch über 100 cm lang werden und mehr als 10 kg wiegen. Das maximale Alter dieser Fischart liegt bei 15 bis 20 Jahren.

Größe und Gewicht der Seeforelle, im Verhältnis zu den Jahren, lassen sich in dieser Tabelle ablesen.

Alter (Jahre)Größe (cm)Gewicht (kg)
2250,17
3300,29
4350,47
5400,70
6451,00
7501,30
8551,80
9602,35
10653,00
11703,80
12754,65
13805,60
14856,75
15908,00
16959,30
1810011,00
2010512,60
2211014,50

Die Geschlechtsreife erreichen Seeforellen mit ca. zwei bis drei Jahren. Die Laichzeit findet von September bis Oktober statt. Um zu laichen, suchen die Fische die Zuflüsse in den Seen auf. Sobald ein passender Laichplatz gefunden ist, hebt das Weibchen mithilfe ihrer Schwanzschläge eine 15 bis 30 cm tiefe Grube aus.

Fortpflanzung

Danach werden die Eier in dieser Grube abgelegt und vom Männchen besamt. Das Weibchen bedeckt die Grube anschließend. Die weibliche Seeforelle wiederholt diesen Vorgang mehrmals in den nächsten Tagen mit verschiedenen Partnern. Das geht solange bis sie alle Eier abgelegt hat.

Ein Weibchen kann 1.000 bis 2.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht ablegen. Die jungen Fische kehren nach ein bis zwei Jahren in den See zurück.

Merkmale

Die Körperform der Seeforelle kann man als Torpedo bezeichnen, welcher seitlich etwas zusammengedrückt ist. Am Rücken nimmt die Seeforelle meist einen bläulichen bis grünlichen Farbton an. Am Bauch hat sie hingegen eine hellgraue bis weiße Farbe und die Flanken schimmern silbrig.

Hinzu kommt oft noch ein rötlicher bis bräunlicher Schimmer. Die Seeforelle weißt unterschiedlich geformte schwarze Flecken am Körper und am Kopf auf. Ihr endständiges Maul umfasst viele spitze Zähne. Die tiefe Maulspalte reicht bis hinter die Augen.

In der Laichzeit formt sich bei der männlichen Seeforelle der typische Laichhaken. Dieser ist einer zu einem Haken geformter Unterkiefer. Ältere Exemplare kann man an ihrer hochrückigen Form erkennen.

Verwandte Fischarten

Mit der Seeforelle sind vor allem die Meer- und Bachforelle eng verwandt. Alle drei gehören der Gattung „Salmo“ an und sind daher auch mit dem atlantischen Lachs verwandt. Die Seeforelle unterscheidet sich von der Bachforelle vor allem durch die fehlenden roten Punkte.

Die Seeforelle ist nicht direkt eine Unterart der Forelle (Salmo Trutta), sondern die großwüchsige Form davon. Forellen sind im Allgemeinen kräftiger gebaut als der verwandte Lachs.

Angelausrüstung

Rute

Für das Angeln von Seeforellen werden sogenannte Schleppruten verwendet. Diese sollten aber nicht so hart sein wie die Schleppruten für einen Hecht. Die Rute sollte die Flucht gut abfedern und über eine durchgehende Aktion verfügen. Es empfiehlt sich die Verwendung einer Lachs-Spinnrute mit einer Länge von drei Metern.

Die Seeforelle sollte sich ja durch den Schub des Boots sicher haken. Dafür muss man die Rute beim Schleppen in Oberflächennähe und im rechten Winkel zum Bootsrand auslegen. Ebenso sollte sie waagerecht zur Wasseroberfläche sein. Die Schnur sollte man möglichst seitwärts vom Boot führen.

Köder

Für das Angeln nach Seeforellen können verschiedenste Köder verwendet werden. Dazu gehören frisch getötete Fische, Löffel, Blinker und schlanke Wobbler. Acht bis zehn Zentimeter sind eine gute Länge für den Köder. Meist genügt ein Schwanzdrilling, doch bei Systemen und Wobblern kann man auch zusätzliche Drillinge verwenden.

Schlanke Perlmuttlöffel in unterschiedlichen Farben sind besonders beliebt bei den Fischen. Beträgt die Schleppgeschwindigkeit zwischen sechs und zehn Stundenkilometer, dann gleiten die Löffel so schnell durch das Wasser wie ein echter Beutefisch.

Schnur

Als Schnur eignet sich eine 0,40er Monofil sehr gut, denn mit dieser kann man die Fische davon abhalten, in den tiefen Seegrund abzutauchen. Es ist empfehlenswert, 15 Meter dieser Schnur als elastischen Puffer vor dem Schleppköder zu verwenden. Der Rest der Leinen besteht aus geflochtener Schnur 0,16er bis 0,20er.

Die Art der Schnur hängt auch von der jeweiligen Jahreszeit ab, in der gefischt wird. Im Winter befinden sich die Fische öfter in der Nähe der Wasseroberfläche, während sie im Sommer weiter Richtung Seeboden abtauchen.

Rolle

Zur Lachs-Spinnrute passt eine Zwei-Gang-Multirolle besonders gut. Diese hat den Vorteil, dass die Schnur bei langen Drills bei wiederholtem Einrollen und Abziehen nicht verdrallt.

So etwas kann bei einer Stationärrolle schnell passieren. Die Seeforelle schwimmt im Drill oft mit hoher Geschwindigkeit Richtung Boot und daher ist es wichtig, dass man die Schnur schnell aufrollen kann.

Kescher/ Abhakmatte

Der Watkescher ist einer der beliebtesten Varianten bei Spinn- und Fliegenfischern sowie bei Anglern, die gerne Jagd auf Forellen machen. Diese Art Kescher ist sogar für Forellenangler konzipiert worden, da sie auch beispielsweise für Meerforellen die beste Landemöglichkeiten bieten. In den Kescher passen auf jeden Fall Forellen mit einer Größe von 60 cm und mehr hinein.

Die Abhakmatte stellt sich nicht nur beim Forellenangeln als praktisches Hilfsmittel dar. Diese stellt sicher, dass der Angler auch schonend mit großen Exemplaren umgehen kann. Große Fische wie die Forelle muss man nach dem Landen auch einmal schnell am Boot ablegen können.

Nicht jeder Angelplatz bietet so passende Unterlagen wie feuchtes Gras. Die Abhakmatte muss nur auf einer ebenen Fläche ausgebreitet und mit Wasser nass gemacht werden.

Verhalten in den Jahreszeiten

Frühling

Im Frühling ist die warme Mittagszeit am besten dazu geeignet auf die Jagd nach Seeforellen zu gehen. Grundsätzlich kann man aber den ganzen Tag über erfolgreich fischen, da die Forellen äußerst bissfreudig sind. Am besten eignet sich die Kombination aus einer aktiven Schlepprute und einer stationären Rute mit Pilotkugelmontage.

Man findet die Fische im Frühjahr in einer seichten Bucht, denn hier finden sie das warme Oberflächenwasser und zugleich auch genug Nahrung. Als Köder funktionieren Bienenmaden, Würmer, Blinker und Spinner sehr.

Sommer

Im Sommer beißen die Seeforellen am liebsten in den frühen Morgenstunden und am Vormittag, aber auch der Nachmittag ist eine vielversprechende Zeit. Die Fische halten sich gerne in schattigen Bereichen oder an Stellen auf, wo viel Sauerstoff ins Wasser kommt. Dies ist am Übergang vom warmen Oberflächenwasser zum kühlen tiefen Wasser der Fall.

Im Sommer ist sehr viel Nahrung für die Fische vorhanden und man sollte sich überlegen welche Köder man verwendet. Schwarze Twister oder Streamer eignen sich sehr gut, aber auch Grashüpfer kommen bei den Fischen gut an.

Herbst

Auch im Herbst lassen sich die Seeforellen am besten in den frühen Mittagsstunden beangeln. Zu dieser Jahreszeit ist es wichtig, dass der Angler unterschiedliche Tiefen befischt, um die Tiere zu finden. Durch den stärkeren Wind im Herbst herrschen im See gleichmäßige Temperaturen und Sauerstoffverteilung.

Darum kann man die Forellen auch an den unterschiedlichsten Plätzen finden. Vor dem Winter wollen die Fische auch noch einmal ordentlich fressen und sind sehr beißfreudig. Die Auswahl an Ködern für das Frühjahr eignet sich auch perfekt für den Herbst.

Winter

Die besten Fangzeiten im Winter sind die Mittags- und Nachmittagszeit. Die Fische lassen sich nahe am Grund finden, wo sie stehen und nicht viel Nahrung aufnehmen. Wer aktiv angelt, sollte den Köder auch langsam führen. Als Köder eignen sich neben Bienenmade, Wurm und Forellenteig auch besonders Forellenrogen und Lachseier.

Die Fische lieben diese eiweißhaltigen Leckereien. Wer die richtigen Plätze kennt und leckere Köder anbietet, kann im Winter einen tollen Fang machen. Im Winter bietet sich auch das Eisangeln an einem Forellensee an.

Beißzeiten

Tagsüber

Tagsüber ist auf jeden Fall die beste Zeit um Forellen zu angeln. Natürlich variieren die besten Beißzeiten je nach Jahreszeit, doch allgemein kann man sagen, dass die Fische besonders zur Morgen- und Abenddämmerung am aktivsten sind. Darüber hinaus kann sich auch die Mittagszeit lohnen.

Nachts

Forellen lassen sich nachts nicht gut beangeln. Die Abenddämmerung ist eine vielversprechende Zeit, doch nach Einbruch der Dunkelheit sind die Fische deutlich weniger beißfreudig.

Schonzeiten und Mindestmaße

In der nachfolgenden Tabelle lassen sich die Mindestmaße und die Schonzeiten für die Seeforelle in den verschiedenen deutschen Bundesländer ablesen. Die Schonzeit gibt den Zeitraum an, in welchem der Fisch nicht gefangen werden darf. Das Mindestmaß steht für die Größe, die ein Fisch auf jeden Fall haben muss, um ihn angeln zu dürfen.

BundeslandSchonzeitenMindestmaß
Baden-Württemberg01.10. – 28.02.50 cm
Bayern01.10. – 28.02.60 cm
Brandenburg16.10. – 15.04.60 cm
Berlin01.10. – 31.05.60 cm
Bremen--
Hamburg- -
Hessen15.10. – 31.03.25 cm
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengew.)--
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengew.)--
Niedersachsen (Binnengew.)--
Niedersachsen (Küstengew.)--
Nordrhein-Westfalen20.10.– 15.03.50 cm
Rheinland-Pfalz15.10.– 15.03.60 cm
Saarland--
Sachsen01.10. – 30.04.60 cm
Sachsen-Anhalt--
Schleswig-Holstein (Binnengew.)--
Schleswig-Holstein (Küstengew.)--
Thüringen--

Gewässertypen

Fluss

Seeforellen leben nicht generell in Flüssen, man findet sie dort aber zur Laichzeit. Der Boden des Flusses sollte kiesig sein, da die Fische dort ihre Laichgruben ausheben. In der Zeit von November bis Dezember wandern sie daher in die Oberläufe der Seezuflüsse und deren Nebengewässer. Junge Forellen leben ca. die ersten beiden Jahre in ihrem Geburtsfluss. Erst dann wandern sie flussabwärts in den See.

Kanal

Der Kanal ist kein natürlicher Lebensraum für die Seeforelle. Durch den Ausbau von Kanälen, Staudämmen und Wehren wird die Wanderrute der Seeforelle blockiert und erschwert.

See

Die Seeforelle ist vor allem in den tiefen und kalten Seen des Alpen- und Voralpengebietes anzutreffen. Stehende und sehr sauerstoffreiche Gewässer sind ihr bevorzugter Lebensraum. Bei ungefähr 9 Grad Celsius fühlt sich der Fisch am wohlsten. Während Jungfische in den ersten Lebensjahren meist in den oberen Wasserschichten leben, findet man ältere und große Exemplare vor allem am Grund. Man findet die Tiere in Wassertiefen bis zu 40 Meter. Daher nennt man sie oft auch Grundforellen.

 

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